JUNGE MUSIKERIN : Mit Musik nach ganz oben

Zu ihrem heutigen 18. Geburtstag hat sich Frederike Schilling einen großen musikalischen Erfolg geschenkt.
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Zu ihrem heutigen 18. Geburtstag hat sich Frederike Schilling einen großen musikalischen Erfolg geschenkt.

Die Glückstädterin Frederike Schilling hat mit ihrer Klarinette den zweiten Platz beim Bundesfinale von „Jugend musiziert“ belegt

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29. Mai 2015, 13:00 Uhr

„Das Ergebnis hat mich umgehauen – damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.“ Auch einen Tag nach der Siegerehrung beim Bundesfinale von „Jugend musiziert“ kann Frederike Schilling es noch nicht ganz glauben. Die 18-jährige Glückstädterin hatte sich im Dezember ganz spontan für die Teilnahme an dem renommierten Musik-Wettbewerb entschieden – sie wollte auf ihrem Instrument, der Klarinette, einfach nur ihr Bestes geben „und dann bin ich durch den Regional- und den Landesentscheid einfach so durchgerauscht“. Das Bundesfinale in Hamburg war dann doch noch einmal etwas ganz anderes, die Konkurrenz war viel stärker und größer, insgesamt traten 37 Musiker in den Jahrgängen 1997/98 und in der Kategorie Klarinette Solo an. Trotzdem: Am Dienstag verkündete die Jury, dass Frederike Schilling den zweiten Platz gemacht hat. Sie hat sich ihr vorzeitiges Geburtstagsgeschenk quasi selbst gemacht, denn heute feiert Frederike Schilling ihren 18. Geburtstag.

Für die junge Frau war der Bundesentscheid von „Jugend musiziert“ etwas ganz Besonderes. „Das war eine super Veranstaltung, aus ganz Deutschland sind über Pfingsten die besten 2500 Nachwuchs-Musiker in Hamburg zusammen gekommen.“ Da sie neben der Schule Stipendiatin der Hans-Kaufmann-Stiftung am Hamburger Konservatorium ist und dort bereits ein Vorstudium absolviert, war zumindest der Veranstaltungsort für Frederike ein Heimspiel. Sie genoss es, sich mit anderen Musikern auszutauschen und sich die Wertungsspiele der Anderen anzuhören.

Bei ihrem eigenen Wertungsspiel am Pfingstmontag wurde Frederike von der Pianistin Makiko Eguchi am Klavier begleitet. Insgesamt spielte sie ein 20-minütiges Programm, drei Stücke aus zwei Epochen. Besonders mit ihrer Interpretation des Werks des zeitgenössischen Komponisten Javier Zalba nahm sie die Jury für sich ein. „Später habe ich dafür ein sehr gutes Feedback bekommen und wurde sehr gelobt“, erinnert sich Frederike Schilling. Ihre Eltern wollte sie übrigens bei ihrem Auftritt ganz bewusst nicht im Zuschauerraum dabei haben. „Die beiden wären noch nervöser gewesen als ich – außerdem wollte ich das Gefühl haben, dass das hier wirklich meins ist.“ Später, bei der Preisverleihung am Dienstag, waren ihre Eltern aber dabei – und natürlich sehr stolz auf ihre Tochter.

Und wie geht es jetzt für Frederike Schilling weiter? „Mit dem großen Finale ist für mich jetzt erst einmal eine Etappe zu Ende. Ich genieße jetzt erst einmal meinen guten Platz – und dann habe ich dieses Jahr auch noch ein paar Projekte vor.“ Der Höhepunkt ist dabei ihr erstes Solo-Konzert mit Orchesterbegleitung Anfang Dezember. Zusammen mit dem Kammerorchester Itzehoe tritt Frederike Schilling in der Glückstädter Kirche auf. „Das wird außergewöhnlich. Mit einem ganzen Orchester habe ich noch nie gespielt.“

Wenn alles so läuft, wie es sich die junge Musikerin vorstellt, dann wird das in Zukunft wohl öfter der Fall sein. Denn wenn sie nächstes Jahr ihr Abitur der Elmshorner Bismarckschule in der Tasche hat, möchte Frederike Schilling Musik studieren. Auf die Vorprüfung wird sie schon jetzt am Konservatorium in Hamburg vorbereitet, die Chancen stehen also gut. Auch „Jugend musiziert“ sei ein sehr gutes Training dafür. „Und später würde ich gerne in einem Orchester spielen – in Deutschland gibt es ja viele sehr gute Profi-Orchester.“

Bis es so weit ist, wird die ehrgeizige Musikerin noch viel trainieren müssen. Etwa zwei Stunden täglich übt sie auf der Klarinette, zweimal wöchentlich fährt sie nach Hamburg ins Konservatorium. Jetzt, nach ihrem großen Erfolg bei „Jugend musiziert“ gönnt sich Frederike Schilling aber auch mal einen Tag Pause. „Ich will meinen Erfolg genießen – aber natürlich ist dieser zweite Platz auch ein totaler Anreiz, jetzt für die Zukunft richtig Gas zu geben.“

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