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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 16:21 Uhr

Lions : Mit Löwenkraft gegen die Armut

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Helmut Breuer wird Ehrenbürger im polnischen Bartenstein. Glückstädter Lions Club organisiert regelmäßig Hilfsgütertransporte.

von
erstellt am 03.Feb.2014 | 17:00 Uhr

Tue Gutes und sprich darüber. Das tun die Lions aus Glückstadt eigentlich viel zu wenig. Seit vielen Jahren sind sie eher im Hintergrund aktiv. Viel Aufmerksamkeit bekam einer von ihnen jetzt im polnischen Bartenstein (Bartoszyce). Dort wurde unter großer Anteilnahme von Prominenz und den örtlichen Medien Helmut Breuer vor 200 Gästen zum Ehrenbürger ernannt. Der Wewelsflether ist seit vielen Jahren bei den Lions in Glückstadt aktiv .

Seit einigen Jahren schon fährt Helmut Breuer mit anderen Lions aus Glückstadt in die polnische Stadt – immer mit Hilfslieferungen im Gepäck. Mit dabei sind in der Regel auch Manfred Bielefeld und Rolf Schwanhold. Ursprünglich war es Ziel, dort der deutschen Minderheit zu helfen. „Die Güter kommen jetzt auch den Polen zugute“, erklärt Manfred Bielefeld. „Dort herrscht zum Teil noch blanke Armut“, sagt er zum Engagement der Lions, die immer persönlich die Lastwagen mit den Hilfsgütern begleiteten und vor Ort verteilten.

Unterstützt werden sie von der „Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen Minderheit“ sowie den evangelischen Kirchengemeinden Rastenburg (Ketrzyn) und Bartenstein. Beide Bezirke liegen im grenznahen Gebiet zur Exklave Kaliningrad (Königsberg). Was die Lions immer wieder für die Mühen entlohne, sei die Dankbarkeit und Herzlichkeit, die ihnen dort entgegen gebracht werde, so die Glückstädter Lions.

Dankbar sind ihnen in jedem Jahr auch die Menschen in Glückstadt, für die die Lions an einem Tag beim Lebensmittelmarkt Frauen sammeln. Beim letzten Mal waren es 1006 Waren, die Bürger als Spende in die Warenkörbe legten. Diese wurden dann weitergeleitet an das Glückstädter Sozialkaufhaus, wo sie bei der Tafel verteilt wurden. Eine Aktion, die mittlerweile auch schon Tradition ist.

Die Lions wurden 1975 in Glückstadt gegründet, unter anderem von Glückstadts Ehrenbürger, dem inzwischen verstorbenen Alt-Bürgermeister Dr. Manfred Bruhn. Mit dabei war auch Friedrich-Wilhelm Maack (92), der auch erster Präsident des Glückstädter Lions-Clubs war. Heute hat der Service-Club 29 Mitglieder. Alle haben einen unterschiedlichen Beruf, so wie es bei Lions weltweit üblich ist. Präsident ist Dr. Henner Ostermeyer. Seine Stellvertreter sind Ulrich Kaufmann und Rörd Braren. Weitere Vorstandsmitglieder sind Dr. Hanns-Dietrich Graack, Jörn-Dieter Peters, Udo Krüger sowie Horst Wirsing.

Der amtierende Präsident, Dr. Ostermeyer, kommt ursprünglich aus Nürnberg. Studiert hat der 51-Jährige Maschinenbau. Heute arbeitet er im Kernkraftwerk Brokdorf. „Ich bin seit 2001 bei den Lions“, erklärt Dr. Henner Ostermeyer. Er hält fest an dem „was sich bewährt hat“. Er interessiert sich in seiner Amtszeit aber speziell für die „sozialen Brennpunkte“ in der Stadt.

Themen, die gesellschaftlich relevant sind, sind von je her Themen der Lions. „Wir kümmern uns, wenn Handlungsbedarf ist.“ Das sind nicht nur die Sammlungen für die Tafel und für Polen. Die Aktivitäten sind breit gefächert. So wird auch das Jugendzentrum unterstützt, darüber hinaus weitere Institutionen und auch Einzelpersonen. Unterstützt werden so der Förderverein der Stadtbücherei, die Teilnahme von Menschen mit Handycap bei den Special Olympics, eine Typisierung für Knochenmarkspender, ein Diabetiker-Camp und in Not geratene Familien und Personen über die evangelische Kirchengemeinde Glückstadt.

Zur Tradition gehört mittlerweile auch die Modenschau „Mode, Musik und Mehr“, die gemeinsam mit den Soroptimistinnen und Round Table organisiert wird. „Wir ziehen alle an einem Strang, das macht Spaß.“ Die nächste Modenschau ist für den kommenden Herbst geplant. Tradition ist auch die Pflege des persönlichen Kontakts untereinander. „Einmal im Jahr fahren wir ein paar Tage weg“, erklärt Dr. Ostermeyer. Regelmäßig gibt es Treffen mit unterschiedlichen Themen und Vorträgen.

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