Gespannfahren in Wilster : Mit Leidenschaft auf dem Kutschbock

Auch für Katherina Pönitz sind die beiden Kutschpferde Entspannung pur.
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Auch für Katherina Pönitz sind die beiden Kutschpferde Entspannung pur.

Die Wilsteranerin Sandra Lau und ihre Freundin Katherina Pönitz begeistern sich für das Gespannfahren.

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09. Juni 2018, 10:00 Uhr

Zum 9. Geburtstag hat sie ihr erstes Pony bekommen. Und seitdem hat Sandra Lau die Begeisterung für Pferde nicht mehr losgelassen. Heute gilt ihre ganze Liebe Tamme und Tomme. Die beiden sechs und sieben Jahre alten Alt Oldenburger kennt sie von klein auf. Vor vier Jahren hat sie die Pferde von dem Burger Boje Sühl übernommen – und mit ihnen gleich eine besonders reizvolle Aufgabe: Gemeinsam mit ihrer Freundin Katherina Pönitz (40) bietet die 45-jährige Wilsteranerin einen in der Region selten gewordenen Kutschendienst an. Vergangenes Wochenende stand das Gespann beim Gildefest im Mittelpunkt. Die beiden Frauen kutschierten Etatsrätin Charlotte Doos mitsamt Gefolge über das holprige Pflaster der Stadt.

„Wir sind ein eingespieltes Team.“ Allein schon aus Sicherheitsgründen sind die Frauen immer im Duo unterwegs. Tatsächlich wird Sicherheit auch groß geschrieben. Auf den Kutschbock darf nur, wer eine entsprechende Eignungsprüfung bestanden hat. „Das ist auch gut so, dass nicht jeder Hans und Franz fahren darf“, findet Sandra Lau. Schließlich könnten ja auch Tiere mal einen schlechten Tag erwischen und auch solche Situationen müsse man beherrschen können. Den Kutschen-Führerschein hat sie in Kleve gemacht, richtig mit Theorie, praktischer Prüfung und einem Fahrlehrer im Genick.

Heute fahren Lau und Pönitz bei der Hubertusjagdfahrt mit, einige Male im Jahr kutschieren sie Jungvermählte in den Hafen der Ehe. Und eben das Gastspiel beim Gildefest. „Da geht dann schon ein ganzer Tag für drauf“, macht Sandra Lau deutlich, dass hinter der so leicht erscheinenden Kutschfahrt jede Menge Arbeit steckt. Tamme und Tomme – übrigens Geschwister – müssen von ihrer Weide in Burg nach Wilster gebracht werden; ebenso die Kutsche, die eigens gewaschen, geölt und geschmückt wird. Und natürlich wollen auch die beiden Pferde liebevoll umsorgt werden.

Überhaupt stecken die beiden Frauen ein Großteil ihrer Freizeit in ihre Leidenschaft. Sandra Lau ist Friseurin in Burg und schaut ebenso wie ihre als Sekretärin in einem Dithmarscher Betrieb arbeitende Freundin fast täglich bei ihren Tieren vorbei. „Die gehören eben auch mit zur Familie“, sagt die dreifache Mutter. Die Kinder und den Familienhund – einen Labrador – hat Sandra Lau schon mit ihrer Begeisterung für Kutschfahrten angesteckt. Nur der Ehemann fährt lieber Motorrad.

„Mich entspannt es schon, wenn ich die Pferde für die Ausfahrt fertig mache“, hat Sandra Lau ihr Rezept für eine Entschleunigung entdeckt. Gemütliche Touren durch die Region tun ihr übriges. „Und man kann sogar noch die ganze Familie mitnehmen.“ Außerdem: „Ich habe das Gefühl, den Pferden macht das auch viel Spaß.“

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