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Wacken Open Air : Mit Kunstblut fit fürs Festival

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Metalheads sollen sich sicher fühlen: Landrat Torsten Wendt schult das Wacken-Open-Air-Team als Ersthelfer. Praxisnahe Beispiele senken Berührungsängste

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 17:00 Uhr

„Rettungsleitstelle Elmshorn, guten Tag – Wir sind hier gerade in der Grundschule in Wacken. Eine Person hat sich verletzt.“ Mehrere Notrufe dieser Art wurden aus Wacken abgesetzt und von Landrat Torsten Wendt höchst persönlich entgegengenommen. Noch stürmen zwar keine Heavy-Metal-Fans das Festivalgelände, um am Wacken-Open-Air teilzunehmen, doch es gibt schon einige Verletzte zu melden mit einfachen Schnittwunden bis zum Herzinfarkt – gut geschauspielert und mit Kunstblut.

Bewusstsein prüfen, Notruf anwählen und situationsgerecht helfen. Was im Fall der Fälle zu tun ist, probten die Mitarbeiter der ICS Festival Service GmbH während eines zweitägigen betrieblichen Erste-Hilfe-Lehrgangs. Mit vielen praktischen Beispielen frischte das Team, das hinter den Kulissen des Festivals wirkt, die jeweils eigenen Kenntnisse aus Fahrschulzeiten auf. Doch mit den theorielastigen Crashkursen zur Führerscheinprüfung hatte dieser Lehrgang wenig gemeinsam – hier lief das Blut täuschend echt vom Handgelenk, und die Mitmachenden leisteten vollen Körpereinsatz.

So wie Anna Lorenz, Pressesprecherin des WOA. Zu ihr und ihrer Schnittwunde drängten sich alle Teilnehmer in dem kleinen Erste-Hilfe-Raum der Grundschule Wacken. „Oh, das tut auch weh“, stöhnte die Pressesprecherin mit einem Gesichtsausdruck, als könne sie den Anblick des vielen Bluts nicht ertragen. Die Ersthelfer reichten ihr Wasser zur Ablenkung und um über den ersten Schrecken hinweg zu helfen. Stefanie Bornhoeft aus der Buchhaltung des Festivals und Jenny Wirsing, Presseabteilung, übernahmen die Erstversorgung: „Ich würde jetzt einen Druckverband machen, wenn es so sehr blutet“, kommentierte Bornhoeft. Torsten Wendt zeigte sich zufrieden mit dieser Ersthelferleistung: Ein Getränk, ein Gespräch zur Betreuung und eine gute Hilfeleistung, fasste er die erbrachte Hilfe zusammen. „Unser Credo ist generell, dass wir so schonend wie möglich mit den Menschen umgehen“, so Wendt. Ein Fallbeispiel folgte auf das andere. Schon stolperte Jenny Wirsing, Wacken Foundation, als hilfebedürfstiges Unfallopfer herein. Dieses Mal mit einer tatsächlich sichtbaren Wunde, von Matthias Pieper zurecht geschminkt, der den Lehrgang zusammen mit Landrat Torsten Wendt als Ausbilder betreute.

Wichtig sei, den Betroffenen gut zuzuhören und auch nachzufragen, um die Lage als Ersthelfer einzuschätzen. Auch zusätzliche Hilfe herbeizurufen sei sinnvoll, um im Team professionell arbeiten zu können. „Guckt euch die Leute genau an, löchert sie mit Fragen: Wo tut es weh, hast du Schmerzen“, motivierte Torsten Wendt, der zusammen mit seinem Kollegen besonders darauf bedacht war, Berührungsängste vor dem Umgang mit den Verletzten abzubauen.

Auf diese Weise erkannten und behandelten die Teilnehmer auch weniger offensichtliche Verletzungen, wie eine Verbrennung der Atemwege, einen Herzinfarkt und eine Blinddarmentzündung – und immer ging ein fiktiver Notruf an die Rettungsleitstelle Elmshorn, von Landrat Torsten Wendt entgegengenommen.

In seiner Studienzeit habe Wendt regelmäßig Erste Hilfe Kurse für das Deutsche Rote Kreuz angeboten. Als Landrat schaffe er dies nur noch zwei bis dreimal mal im Jahr. Auf den Kurs mit der WOA-Crew habe er sich besonders gefreut: „Mir ist wichtig, dass sich die Gäste sicher fühlen.“

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