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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 17:13 Uhr

Mit Knipskasten und Diktiergerät

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zum 125. Jubiläum der Wilsterschen Zeitung gestalten Grundschüler eine eigene Kindernachrichten-Seite, morgen ist ihre Seite im Blatt

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2015 | 13:00 Uhr

„Wir haben die Störlauf-Organisatorin Susanne Hansen angerufen und gefragt, ob sie zu uns in die Schule kommen möchte. Sie ist gekommen und wir haben ihr Fragen über den Störlauf gestellt“, erzählt Jette. Als sie vor gut einem Monat im Lehrerzimmer die Telefonnummer wählt, um den Termin abzumachen, ist sie schon etwas aufgeregt. Rund 30 Kinder aus der dritten und vierten Klasse der Grundschule Wilstermarsch recherchieren, fotografieren und texten einen Monat lang. Zum Geburtstag der Wilsterschen Zeitung gestalten sie eine eigene Kina-Seite, die morgen neben Wilster auch in den Ausgaben der Norddeutschen Rundschau und der Glückstädter Fortuna abgedruckt sein wird.

Am Anfang ist sie ganz leer, die Kina-Seite. Doch schnell erklären die Schüler: Sport ist unser Thema. Über den Biathlon würden sie gerne mehr lesen. Doch dafür liegt in St. Margarethen zu wenig Schnee. Hannah findet Fußball toll. Die Idee über den Störlauf zu schreiben entsteht im Lehrerzimmer. Dort sitzt das Störlauf-Maskottchen , ein grüner Stoffdrache, auf dem Tisch. Denn in der Woche, in der die Grundschüler ihr Kina-Projekt beginnen, läuft für die Schulen im Kreis Steinburg gerade die heiße Anmeldephase für Steinburgs größtes Lauf-Event an. Die Viertklässler sind Feuer und Flamme als sie hören, dass Journalisten eher selten in Fachbücher schauen, sondern Experten befragen, am Telefon oder auf Presseterminen mit Bleistift, Block und Diktiergerät. „Für ein richtig gutes Interview braucht man einen Journalisten. Und einen Fotografen, der falls es in die Zeitung soll, fotografieren kann – und richtig gute Fragen“, weiß Maja.

Dagegen wirkt das Internet plötzlich langweilig. Doch bevor das Interview geführt werden kann, recherchieren Nico, René und Jonas die wichtigsten Fakten zum Störlauf   im Netz und Jette, Shirin und Maja suchen auf der Homepage zum Störlauf nach einer Telefonnummer, damit sie Organisatorin Susanne Hansen direkt anrufen können.

Zeitgleich läuft in der Pausenhalle ein erstes Interview. Fee hält der Sport- und Deutschlehrerin Janina Geschke, die das Projekt in der vierten Klasse mit betreut, ein Diktiergerät vor das Gesicht. Lucy schreibt mit und Änne stellt die Fragen.

Während die vierte Klasse für das Aufmacher-Interview, also den größten Text auf der Seite zuständig sind, beschäftigen sich die Drittklässler an einem anderen Tag mit dem Fotoapparat. Kina-Maskottchen Piet der Pottwal hatte wohl einen schlechten Tag. Er hat Fotos von einem Termin mitgebracht, die so nicht gedruckt werden können. Da werden Grimassen gezogen oder die Augen sind zu oder es liegt eine Jacke Mitten im Bild, die dort stört. Die Drittklässler machen es besser. Für sie heißt es im Zeitungs-Projekt: Den „Knipskasten“, wie Fotograf Michael Ruff sein Arbeitsinstrument später vorstellt, selbst in die Hand nehmen.

So weiß die halbe Gruppe schon, wieviel Arbeit es macht ein Pressefoto zu machen, als sie der echte Fotograf von der Zeitung besuchen kommt. „Das Foto sollte man immer so machen, dass die Kleinen vorne sind und die Großen hinten stehen. Und natürlich so, dass alle richtig stehen, damit man alle aufs Bild bekommt“, sagt Michel. Außerdem weiß er jetzt, dass nur die Kinder in die Zeitung kommen, die vorher von ihren Eltern die Erlaubnis dazu bekommen haben.

Fotograf Michael Ruff packt seine Kameratasche aus. Er hat nicht nur einen, sondern gleich zwei Fotoapparate dabei und verschiedene Objektive. „Wenn man ein Foto machen will, sollte man eine gute Kamera verwenden. Am besten mit Zubehör, die auch eine gute Qualität hat“, lernt Nico. Und dann heißt es „Ameisenschei...“ sagen, während der Profi die Nachwuchsjournalisten vom Lehrerpult aus für die Titelseite der Wilsterschen Zeitung ablichtet. Viel Arbeit und einen Monat später sind die Schüler nun mit dem Gruppenbild heute und ihrer Kina-Seite (morgen) in der Zeitung. „Ich fand gut, das Frau Asmussen zu uns in die Schule gekommen ist und sich die Zeit genommen hat“, erklärt Antonius am Ende. „Ich verstehe jetzt endlich wie die Journalisten alles so gut hinbekommen“, findet Lucy. Und Nico ergänzt: „Ich fand es einfach nur toll, wie wir die Zeitung gemacht haben. Ich würde das gerne nochmal machen.“

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