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Wettbewerb Startsocial : Mit Inklusionsprojekt ins Kanzleramt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nächster Erfolg für Ron Paustian aus Buchholz: Der Dithmarscher reist zum Abschluss des Wettbewerbs Startsocial in die Bundeshauptstadt.

Ende vergangenen Jahres zählte Ron Paustian zu den Nominierten für den Deutschen Bürgerpreis Schleswig-Holstein (wir berichteten). Nun steht dem 39-jährigen Buchholzer, der sich seit mehr als sieben Jahren ehrenamtlich für die Integration von behinderten Menschen einsetzt, ein Besuch des Bundeskanzleramtes bevor. Mit seinem neuen Projekt „Inklusion muss laut sein“ schaffte es der gelernte Bürokaufmann, der selbst an Schizophrenie erkrankt ist und daher aus eigener Erfahrung um viele Nöte und Bedürfnisse behinderter Menschen weiß, unter die 25 überzeugendsten Initiativen aus ganz Deutschland des 12. Startsocial-Wettbewerbs. Diese werden zur Preisverleihung am 15. Juni ins Bundeskanzleramt eingeladen. Die nominierten Initiativen dürfen dort auf einen von sieben Geldpreisen im Gesamtwert von 35  000 Euro sowie auf den Sonderpreis der Bundeskanzlerin hoffen, den Angela Merkel persönlich überreichen wird.

Rund 400 Initiativen hatten sich 2015 bei dem Bundeswettbewerb für soziale Organisationen beworben. 100 erhielten ein viermonatiges Beratungsstipendium mit Experten aus der Wirtschaft, dem öffentlichen Sektor und dem Non-Profit-Bereich und konnten ihr Projekt professionell weiterentwickeln. „Inklusion muss laut sein“ gehörte dazu. „Es fällt mir manchmal immer noch schwer zu realisieren, welche Entwicklung meine Idee angenommen hat“, sagt Paustian. Nach vielen Monaten intensiver Projektarbeit ist er dankbar über den Fortschritt seiner Idee. „Ohne die enge Zusammenarbeit mit meinen Mentoren, der Hamburger Geo-Redakteurin Hanne Tügel und dem Leiter der Unternehmensentwicklung der Itzehoer Softwareschmiede Stehli Software Dataworks, Daniel Schultz sowie Cathleen Münzberg hätte ich es mit Sicherheit nicht so weit gebracht“, sagt der Familienvater.

In Itzehoe möchte Ron Paustian ein Inklusionsbüro eröffnen. Dies ist ihm wichtig, um Menschen mit Behinderungen eine feste Anlaufstelle zu bieten, wo sie um Rat und Unterstützung fragen können. Aber auch um eine professionelle Außenpräsenz für sein gemeinnütziges Unternehmen zu erlangen. Schließlich sollen Gemeinden, Veranstalter unterschiedlicher Events und Unternehmen, die zu seinem Kundenkreis zählen, künftig noch intensiver rund um das Thema Inklusion beraten werden. Derzeit dient das heimische Wohnzimmer als Büro. „Das ist schon eine schwierige Situation, da man quasi so gut wie nie Feierabend hat und selber kaum zur Ruhe kommt“, sagt der Buchholzer.

Einen großen Coup konnte „Inklusion muss laut sein“ bereits landen. Die Macher des Wacken Open Air zeigten sich von Ron Paustians Begleitnetzwerk und dem angebotenen Veranstaltungsservice für behinderte Menschen dermaßen begeistert, dass sie sich in diesem Jahr für eine Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation entschieden haben. Das Begleitnetzwerk verfügt derzeit über mehr als 400 registrierte Helfer, die sich der guten Sache verschrieben haben. Behinderte haben die Möglichkeit auf diese ehrenamtlichen Unterstützer zurückzugreifen, wenn sie ins Kino, Theater, zu Konzerten gehen oder sonstige Unternehmungen durchführen möchten, bei denen sie eine Begleitperson benötigen. Paustian: „Dieses Netzwerk ermöglicht es den Menschen mit Behinderungen, sich ungebundener am alltäglichen Leben zu beteiligen.“

Ebenfalls für Begeisterung sorgte sein kürzlich erschienener Wacken-Reiseführer, der kostenfrei erhältlich ist und mit Tipps aufwartet wie Menschen mit Behinderungen ihre Freizeit abseits des weltgrößten Metal Festivals barrierefrei gestalten können.


>  Infos: www.i-m-l-s.com


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