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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 13:44 Uhr

Mit Hitze gegen den Wildwuchs

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bauhof will effektiver gegen Unkraut vorgehen / Neue Entgeltordnung sorgt für Klarheit beim Einsatz von Mitarbeitern und Geräten

Auf den Knien herumrutschende Mitarbeiter des Bauhofs sollen der Vergangenheit angehören. Unkraut zwischen Pflastersteinen zum Beispiel rund um die Kirche will die Stadt künftig mit Hitze entgegenwirken. Roman Stöckmann, Chef des technischen Bauamts bei der Amtsverwaltung, erhofft sich von der Neuanschaffung entsprechender Geräte ein deutlich effektiveres Arbeiten.

Die Mitglieder des Bauausschusses nahmen vor ihrer jüngsten Sitzung einen blitzsauber aufgeräumten Bauhof in Augenschein. Der mit zwei großen Gasflaschen ausgestattete Unkrautvernichter stieß dabei auf besonderes Interesse. Wie Roman Stöckmann erläuterte, würden durch den Einsatz von Hitze die Eiweißstrukturen im unerwünschten Grün nachhaltig zerstört. Später müsse man dem Unkraut dann nur noch alle sechs bis acht Wochen zu Leibe rücken. „Damit kann man unheimlich Fläche machen.“ Spürbare Zeitersparnis erhofft sich die Stadt ab diesem Jahr auch durch den verstärkten Einsatz von Mulchgeräten im Stadtpark und im Bürgermeister-Garten. Das gemähte Gras soll künftig einfach liegenbleiben. Dafür muss aber in kürzeren Intervallen gemäht werden.

Was genau die Arbeit der Bauhof-Mitarbeiter kostet, lässt sich künftig übrigens bis auf den letzten Cent ermitteln. Mit der Umwandlung des Bauhofs von einem Eigen- in einen Regiebetrieb wurde bereits zum Januar vergangenen Jahres eine exakte Kostenrechnung eingeführt. Die Umstellungsphase ist nun vorbei, für dieses Jahr liegen genaue Zahlen vor, die künftig alljährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst werden sollen. Abgesehen von der stadtinternen Verrechnung ist das vor allem für andere Auftraggeber wie den Schulverband, umliegende Gemeinden oder auch Vereine wie den SV Alemannia von Bedeutung, wobei es Aufträge nicht mehr auf Zuruf, sondern nur noch schriftlich geben soll.

Mit der vom Finanz- und vom Bauausschuss jetzt bereits abgesegneten neuen Entgeltordnung fallen für Dienstleistungen genau definierte Gebühren an. So schlägt der Einsatz von handwerklichem Personal in diesem Jahr mit genau 34,92 Euro pro Stunde zu Buche. Bringt der Mitarbeiter einen Radlader mit, kommen 14,20 Euro obendrauf. Ein Bagger wird mit 20,90 Euro die Stunde, eine großer Traktor sogar mit 32,80 Euro berechnet. Günstiger wird es für kleine Handgeräte wie Motorsägen. Da ist der Kunde mit 3,45 Euro pro Stunde dabei. Da bei Außenarbeiten die größeren Geräte meist nicht ununterbrochen im Einsatz sind, wird bei den Stundensätzen zudem in aktiv und passiv unterschieden. Ein nur herumstehender Bagger taucht in der Rechnung dann auch mit nur 2,09 Euro auf. Die Verwaltung berücksichtigt damit die zum Teil hohen Standzeiten, bekommt gleichzeitig aber auch einen genauen Überblick über den Laufzeiten der zum Teil teuren Maschinen. Als der Bauhof noch zu den Stadtwerken gehörte, hatte es eine Mischkalkulation gegeben – „auch, wenn manchmal nur irgendwo Unkraut gezupft wurde“, so Stöckmann.

„Jetzt wird einmal richtig deutlich, was der Bauhof alles leistet“, begrüßt Andreas Prüß (CDU) die neue Regelung. Auch Bürgermeister Walter Schulz erhofft sich spürbar mehr Effektivität, wobei die neun Mitarbeiter auch gefordert seien, das zu zeigen. Laut Roman Stöckmann lag die personelle Einsatzbereitschaft auf dem Bauhof nach Abzug von Krankheit, Schulungen und Messerschleifen bei zuletzt 92 Prozent. „Alle Achtung, ein sehr guter Wert“, lobt Eike Starck (SPD).

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erstellt am 14.Mär.2016 | 16:01 Uhr

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