Musik : Mit Hip-Hop-Größen per Du

Ist „50 Cent“ im Fahrstuhl begegnet und mit Jan Delay per Du: der Glückstädter DJ Rox alias Sebastian Block.
Ist „50 Cent“ im Fahrstuhl begegnet und mit Jan Delay per Du: der Glückstädter DJ Rox alias Sebastian Block.

Sebastian Block aus Glückstadt ist europaweit als DJ Rox und Veranstalter unterwegs. Seine Anfänge bildeten die legendären Jams auf Alsen in Itzehoe.

shz.de von
05. Juni 2014, 05:00 Uhr

Glückstadt  Angefangen hat er als Hip-Hop-DJ im Glückstädter Jugendzentrum, heute ist er durch seinen Job als Veranstalter und DJ europaweit unterwegs und mit Hip-Hop-Größen wie Jan Delay und Samy Deluxe per Du. Seit 25 Jahren wohnt der gebürtige Itzehoer Sebastian Block (31), Künstlername „DJ Rox“, nun schon in Glückstadt und will so schnell auch nicht weg.

In Kontakt gekommen mit amerikanischem Hip-Hop ist er Mitte der 90er in Berlin bei der Verwandtschaft, in deren Haus Amerikaner wohnten. „Die Musik hat mich von Anfang an fasziniert, aber in Deutschland gab es da noch so gut wie gar nichts“, sagt er. Bis Ende der 90er Jahre hat er bei einigen Veranstaltungen in Glückstadt Schallplatten aufgelegt, abgemischt, gescratcht. Sein erstes Mischpult, ein DJ-Set, hat er von den Eltern bekommen. „Das musste ich aber auf dem Dachboden meiner Oma aufbauen.“ Damit hat er seine erste Platten zusammengemixt. In Itzehoe nahm Sebastian Block auf Alsen an mittlerweile legendären Hip-Hop-Jams teil. „Die waren deshalb so einzigartig, weil dort die heutigen großen Stars aus der Hamburger Szene dabei waren, die damals nur noch keiner kannte, wie etwa Samy Deluxe, Jan Delay, Fettes Brot.“

Nach dem Hauptschulabschluss an der Itzehoer Klosterhofschule hatte Sebastian Block im September 2001 seinen ersten großen Gig in Elmshorn im ehemaligen „K1“ am Bahnhof, zusammen mit DJ Style Warz aus Bremerhaven, einer DJ-Ikone alter Schule. „Nach nur zwei Jahren war das bereits ein Ritterschlag.“ Gleichzeitig hat er damit sein erstes eigenes Event als Eventmanager bestanden. Mit deren Ausrichtung versuchte er sich, noch immer ohne Berufsausbildung, ein weiteres Standbein aufzubauen. „Ich habe das zunächst zwei Jahre lang gemacht, bin herum getingelt und habe Hip-Hop-Events veranstaltet.“  Damit holte Sebastian Block bekannte Szene-Größen zum ersten Mal in die Region, wie etwa Mirko Machine oder DJ Mad. Den Beruf Veranstaltungskaufmann gab es noch nicht. „Den habe ich mir selber beigebracht, ich habe das in der Realität von Grund auf selbst gelernt.“

 Hatte er  zunächst  nur in Glückstadt, Elmshorn und Itzehoe aufgelegt, so wurden jetzt auch Clubbesitzer aus großen Städten auf ihn aufmerksam. Aus dem „Orange Club“ und der „Traum GmbH“  in Kiel kam die Aufforderung: „Mach das doch mal hier bei uns!“ Schließlich wurde er  sogar   in das Hamburger Chapter der „Zulu-Nation“ aufgenommen, die sich als die echte Hip-Hop-Community versteht. Fortan war „DJ Rox“ mit deutschen relevanten Zulu-Nation-Künstlern unterwegs, mit Torch und Tony L. auf Deutschland-Tour. Als 2003 der amerikanische Hip-Hop-Star „50 Cent“ seine erste Deutschland-Tournee hatte, hat DJ Rox im Bunker auf St. Pauli in der After-Show-Party für ihn aufgelegt. „Begegnet bin ich ihm da im Fahrstuhl“, erzählt er. „Aber mehr als ein ,Hallo’ war leider nicht drin.“

Phasen, in denen das Geschäft stagnierte, überstand Sebastian Block durch neue Ideen. So hat er sich um junge Talente, die kommenden Chartstürmer, gekümmert. Er gründete die Web-Booking-Agentur „Hiphopbookingz.com“, die er von 2005 bis 2009 betrieb. Er hat darin die größten und wichtigsten DJs aus Deutschland verbucht, Rapper hineingenommen, den Beatboxer Art of Beatbox gemanagt. Sein erstes Konzert aus dieser Kategorie richtete Block  in Glückstadt aus mit „Favourite“ im Jugendzentrum (JuZe). Es folgten weitere, 2008 „Kollegah“ mit neuem Album „King“, das später Gold erhielt. 2008 veranstaltete er zwei „Beatnuts“-Konzerte in Hamburg und Kiel, holte 2009 Rapper „Casper“ kurz vor seinem Durchbruch nach Glückstadt. 2009 eröffnete Block  einen eigenen „Youtube“-Kanal: „Suburban TV“ („Vorort-TV“). In den Jahren 2010 bis 2011 ist er auf Konzerte der bekannten größeren Stars gegangen, hat Backstage-Reportagen gedreht und sie interviewt. Er hat Gespräche unter anderem mit „Trailerpark“ und dem Fotografen Günter Zint geführt. Eine neue Staffel startet ab September dieses Jahres mit verbesserter Struktur und einem neuen Team. 2012 hat Block  in Itzehoe bei „Just IZ“ mit Kai Scholtysik hinter den Kulissen für PR und Interviews zusammengearbeitet, war Resident-DJ bei den Veranstaltungen.

Durch seinen Job ist Sebastian Block mit vielen per Du, hat für die Harlem Globetrotters, die „Beatnuts“ aus New York und Jan Delay DJ gemacht. „Ich will aber nicht im Mainstream landen, kein Superstar sein, sondern kulturell anspruchsvoll arbeiten, damit die echte Kultur am Leben bleibt.“ So lehne er immer noch mehr Gigs ab, als er spiele. Sein Motto:  „ Kunst und Kultur gehen eigentlich immer.“Ludger Hinz

Internet: www.facebook.com/djrocksmusic

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