Weltrekord in Itzehoe : Mit „Helga“ zum Weltrekord

Eagles-Spieler Eric Nyberg übergibt „Helga“ an Manfred Krüger. Im Wagen sitzt Michael Papert.
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Eagles-Spieler Eric Nyberg übergibt „Helga“ an Manfred Krüger. Im Wagen sitzt Michael Papert.

Itzehoer schieben einen 40 Kilogramm schweren Rollwagen acht Stunden lang - und kommen damit ins Guiness-Buch der Rekorde.

shz.de von
26. August 2018, 13:36 Uhr

„The Final Countdown“ schallt über den Sportplatz am Sandberg, als der letzte Läufer „Helga“ über die Ziellinie rollt. Die letzten Sekunden bis zum Weltrekord nutzen dann schließlich alle Läufer gemeinsam, um ihren Erfolg zu feiern. Einmal mehr hatte sich die Krankenkasse BKK Novitas zum Ziel gesetzt, ins Guinness Buch der Rekorde zu kommen. Dieses Mal mit einer selbst gebauten Seifenkiste.

Bei dem Weltrekordversuch in der Kategorie „Größte Distanz, die eine Seifenkiste in acht Stunden geschoben wurde“ war eigentlich geplant, die 40 Kilogramm schwere Kiste samt Pilot 90 Kilometer in acht Stunden zu schieben. Die erfahrenen Läufer, zu denen unter anderem auch Erik Nyberg von den Itzehoer Eagles, Novitas-Vorstandschef Frank Brüggemann oder der Iron-Man Dierk Schäfke und Leichtathletin Iris Koch gehörten, haben sich dabei allerdings selbst übertroffen. Sie schossen mit 110,5 Kilometern und 276 Runden weit über das gesetzte Ziel hinaus.

Dennoch dauerte es eine ganze Weile, bis Lena Kuhlmann als einzige deutsche Guinnessrichterin unter Beifall der Zuschauer endlich das Urteil „Itzehoe ist officially amazing“ verkündete und die Urkunde des Guinness-Buchs der Rekorde dem Team überreichte. Akribisch kontrollierte sie die für einen Eintrag ins Guinnessbuch erforderlichen Kameraaufnahmen und Aufzeichnungen, nachdem auch das Team vom „100 Marathon Club Deutschland“ noch einmal die exakte Distanz errechnet hatte.

Bereits am frühen Morgen hatte Bürgermeister und Schirmherr Andreas Koeppen den Startschuss für den Weltrekordversuch gegeben. Schon die im vergangenen Jahr durchgeführte Aktion, bei der die Novitas gemeinsam mit den Itzehoern Eagles den Weltrekord für kurze Zeit nach Itzehoe geholt hatte habe ihm gezeigt, dass Itzehoe eine sportbegeisterte Stadt sei und zusammenhalte. „Die Teilnehmer laufen wie die Wahnsinnigen und toppen sich gegenseitig mit jeder Runde um einige Stundenkilometer“, zeigte sich bereits nach nur vier Stunden Initiator Julian van Delen, Marketingreferent der Novitas BKK und Organisator, mehr als zufrieden. Dass das Vorhaben für alle aber auch eine ganz besondere Herausforderung sein würde, war ihm bewusst. „Es war für die Teilnehmer anstrengend, außergewöhnlich und aufregend – unsere größte Sorge aber war, dass unsere mit Metallrädern, Gummiprofil und Kugellager ausgestattete „Helga“ nicht durchhält“.

Motiviert wurden die Läufer aber nicht nur vom eigenen Team, auch Peter Poppe als Moderator „peitschte“ die Teilnehmer immer wieder mit lockeren Sprüchen nach vorne. „Mein Puls ist auf 160“, schnauft Dierk Schäfke, nachdem er „Helga“ eine Runde über den Sportplatz geschoben hatte. Das Zwölfer-Team wechselte sich in beliebigen Intervallen beim Schieben und Lenken ab, so dass jeder Läufer nach einer Runde rund 15 Minuten Zeit hatte, um sich wieder zu regenerieren.

Doch wie kommt man überhaupt auf die Idee mit einer Seifenkiste ins Guinness-Buch zu kommen? „Da uns unser Weltrekord im vergangen Jahr als „Größte Basketball-Trainingseinheit unter freiem Himmel“ mit über 600 Teilnehmern schnell wieder von einer Profi-Truppe entrissen wurde, wollten wir einen zweiten Versuch starten.“ Und weil die Novitas ihren Kunden ab September einen neuen Service mit Hausbesuchen anbietet, wurde das Thema Mobilität gewählt. Im Kontakt mit dem Kreisjugendring, der die Veranstaltung mit einem Rahmenprogramm bereicherte, sei die Idee entwickelt und mit Guinness ausgearbeitet worden. Und die Namensgebung? „Nicht nur Sebastian Vettel verleiht seinen Rennautos Spitznamen“, sagt van Delen, der im Internet nach berühmten Itzehoerinnen gesucht habe und schließlich auf die Gebetsschwester Helga Anton stieß. „Vielleicht hat sie uns sogar zu dem sportlichen Wunder verholfen.“

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