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Norddeutsche Rundschau

20. November 2017 | 18:38 Uhr

Wilster : Mit Hahnenschrei in die Biker-Saison

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

20 Jahre Motorradgottesdienst: Selbstgeschriebenes Theaterstück mit besonderem Höhepunkt und Rockmusik gehören dazu.

Vor über 20 Jahren hatte Pastor Karl-Wilhelm Steenbuck an einem Wochenende gleich mehrere Hochzeitsgottesdienste zu vollziehen und immer standen vor der Kirche in Wilster Motorradclubs für die Brautpaare, die ihre Mitglieder waren, Spalier. „Ich merkte, dass in der Wilstermarsch eine Subkultur lebte, die in der Region sehr wichtig ist“, erinnert sich Steenbuck. Er suchte das Gespräch und lernte, dass Kirche und Motorradfahrer zwar in ganz verschiedenen Welten leben, aber doch auch Berührungspunkte haben. „Und das sind keine Rocker, sondern Leute, mit denen wir täglich zu tun haben“, betont der Pastor. In dem heutigen Ruheständler wuchs die Idee, einen Motorradgottesdienst, kurz Mogo, zu initiieren. Am Sonnabend, 13. Mai, 14 Uhr, findet dieser nun schon zum 20. Mal statt.

Von Beginn an hatte Steenbuck seine Amtskollegen dafür begeistert – und gemeinsam mit den Motorradclubs (MC) und der Polizei den Gottesdienst zu Beginn der Biker-Saison gestaltet. „Ziemlich schnell kam auch das Theaterstück, das immer von Mitgliedern der MCs gestaltet wird, hinzu.“ Einer der ersten „Schauspieler“ war Andreas Krey vom MC „De Herberts“. „Kirche ist sonst immer so konservativ, beim Mogo ist das ganz anders, das macht einfach Bock und es ist schön, zusammenzuarbeiten“, sagt der Rettungssanitäter. Bei den kurzen Schauspielen mit biblischem Hintergrund spielte auch irgendwann mal ein Hahn mit, dessen Schrei von Rüdiger Mengel imitiert wurde. „Mir hat das viel Spaß gemacht“, sagt der Polizeioberkommissar, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand ging. Der Hahn wurde allerdings nicht pensioniert, sondern mit einem eigenen Lied und einer Hahnenkappe auf Lebenszeit für den Wilsteraner Mogo verpflichtet.

Natürlich gehört auch Musik dazu, zuerst von der Ten Sing-Gruppe, dann von den „Crazy Cops“ und seit zehn Jahren von Thorge Schöne und seiner Band. Schon vor dem Gottesdienst bringt Rock mit hintergründigen Texten das ehrwürdige Gotteshaus zum Beben.

„Früher waren die Clubs in der Mehrzahl, heute kommen immer mehr Einzelfahrer“, erzählt Steenbuck. Es sind viele Freundschaften entstanden und beim Abschluss des an den Gottesdienst anschließenden Korso werden viele persönliche Gespräche geführt und Kontakte geknüpft. „Beim ersten Mogo bin ich mit dem Roller mitgefahren“, erzählt Jens Siebmann. Mittlerweile fährt der Pastor auf seiner eigenen Maschine und alle Pastoren der Kleiderordnung entsprechend mit eigener Kutte. „Wir hatten oft schlechtes Wetter und einmal kamen kaum noch Biker am Corso-Ziel an, aber es hat immer viel Spaß gemacht.“ Die Pastoren der Wilstermarsch haben mittlerweile einen Gast aus eigenen Reihen dazubekommen. Lars Lemke, Mogo-Pastor aus Hamburg, wird auch in diesem Jahr in Wilster erwartet. Lemke war vor zwei Jahren so begeistert von der Wilsteraner Band, dass er Thorge Schöne und seine Musiker nach Hamburg einlud, wo sie auch in diesem Jahre wieder für die Kirche rocken werden. In Wilster werden am 13. Mai Bilder aus 20 Mogo-Jahren gezeigt, die besucher werden mit Musik begrüßt und erhalten die beliebten Erinnerungs-Buttons am Eingang.  


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