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Norddeutsche Rundschau

21. November 2017 | 17:01 Uhr

Mit Gottes Hilfe endlich zum Radweg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Radfahrer zwischen Sommerland und Herzhorn pochen auf die Einhaltung von Wahlkampfversprechen

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2016 | 16:23 Uhr

Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) müssen Sonntagvormittag die Ohren geklingelt haben. Denn während des Fahrradweg-Pfingstgottesdienstes ging nicht nur Pastorin Gabriele Petersen am Rande ihrer Predigt darauf ein, dass Albig den Herzhornern und Sommerländern bereits vor vier Jahren während seiner Wahlkampf-Radtour einen Radweg an der Landesstraße 168 versprochen habe. „Hoffentlich erinnert er sich heute noch daran“, resümierte die Pastorin. Auch in einem von Inge Wohlert und Burkhard Schulze-Middig gespielten Sketch musste der Politiker im Lauf des Vormittags wegen seines noch nicht eingelösten Versprechens Federn lassen.

Der traditionell am Fahrradweg-Mahnmal im Ortsteil Lesigfeld stattfindende Gottesdienst wurde auch dieses Mal wieder von Sommerlands Bürgermeisterin Helga Ellerbrock gewissermaßen „eingeklingelt“. Dies vor dem Hintergrund, dass auf dem freien Feld keine Glocke zum Einläuten, sondern nur viele Fahrräder anzutreffen waren. Mit diesen waren die knapp 70 Gottesdienstbesucher aus Richtung Dückermühle beziehungsweise Herzhorn kommend zum Grundstück von Christopher Lühr geradelt. Dort, wo sonst Autos mit rund 100 Stundenkilometer vorbeirauschen und wo ein großes, rotes Fahrrad sowie mehrere zu einer Pyramide gestapelte Räder an den längst überfälligen Radweg erinnern, hatten Mitglieder der Kirchengemeinde Herzhorn-Süderau am Pfingstsonntag ein Zelt aufgebaut.

Was bei der über Pfingsten andauernden Pause vom sommerlichen Frühling genau richtig war. Reimer Wohlert übernahm als einer der Sprecher der Radweg-Initiative die Gottesdienst-Einführung. Er stellte sich selbst die Frage, ob es nichts Wichtigeres auf der Welt gäbe, als ein Radweg entlang der Landesstraße und beantwortete dies mit einem klaren Nein. Der Radweg an der L 168 sei schon lange geplant.

Wegen der offenbar wichtigeren Autobahn 20 sehe man beim Land anscheinend die Kommunen zumindest teilweise in der Finanzierungspflicht. Was man in Herzhorn und Sommerland anders sieht, weil es sich um eine Landesstraße handelt. Wohlert unterstrich seine Forderung mit dem Radweg-Lied „Ik wor so gern mit ‘nFohrrad föhrn“. Den eigentlichen, vom Organisten Hans-Christian Siewert am Keyboard musikalisch begleiteten, Gottesdienst eröffnete Pastorin Petersen mit einem Gebärdengebet, welches die Gemeinde überzeugend mit entsprechender Gestik unterstützte. Die Pfingstgeschichte las danach Helga Ellerbrock vor.

Pünktlich zu dem anschließend von Gabriele Petersen in ihrer Pfingstpredigt beschriebenen „Brausen“ zog ein Regenschauer über Lesigfeld und zerrte mit viel Wind an dem Zelt. Erlebbarer hätten die Worte der Pastorin nicht untermalt werden können. Petersen betonte außerdem, Ziel der Radweg-Initiative sei es auch, dass Menschen per Fahrrad aus allen Richtungen gefahrlos zueinander kommen können.

Nach den Abkündigungen und der Fürbitte mit dem von der Gemeinde gesprochenen Kehrvers endete der Fahrradweg-Gottesdienst mit dem Vaterunser. Es schloss sich ein Ausblick von Hella Schwartkop und Sommerlands Bürgermeisterin auf die aktuelle Entwicklung zum Bau eines Radweges zwischen Dückermühle und Herzhorn an. „Im Erläuterungsbericht 2015 steht schwarz auf weiß, dass südlich der L 168 ein zwei Meter breiter Radweg geplant ist. Nach dem aktuellen Leibziger Verwaltungsgerichtsurteil kann das Land seine Planung zum Abschluss bringen und den Radweg endlich bauen“, meinte Schwartkop. Sie glaube an den Heiligen Geist und den Worten von Torsten Albig, meinte dagegen Helga Ellerbrock „Unser Ministerpräsident vertraut in Sachen Radweg auf die Hilfe Gottes, und ich bin sicher, dass es schon bald einen Radweg-Einweihungsgottesdienst geben wird“. Die Veranstaltung klang bei Kaffee und Brötchen sowie weiteren Informationen der Initiative „Radweg jetzt – für mehr Sicherheit an der L 168“ nach zwei Stunden aus.

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