Mit Emil und seinen Freunden in eine andere Zeit

Gut getarnt: Gustav (Yannick Werner, Mitte) hat sich als Page verkleidet.
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Gut getarnt: Gustav (Yannick Werner, Mitte) hat sich als Page verkleidet.

Achtklässler der Freien Waldorfschule schreiben Bühnenfassung des Kästner-Romans selbst

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17. Juni 2014, 05:00 Uhr

Da hat doch der Bösewicht Grundeis sein Geld geklaut! Emil ist verzweifelt – und allein im großen Berlin. Wie er und eine Horde Kinder als Detektive es schaffen, dem Dieb das Handwerk zu legen, beschrieb im Jahre 1929 Erich Kästner in „Emil und die Detektive“. Die achte Klasse der Freien Waldorfschule Itzehoe brachte jetzt die Geschichte als Theaterstück an zwei Abenden in der voll besetzten Aula auf die Bühne.

Klassenlehrer Peter Stark und seine 35 Schüler präsentierten ein frisch inszeniertes, bewegungsreiches Stück. Nicht nur nostalgische Requisiten wie Telefon oder Fahrrad, sondern auch Knickerbocker, Schiebermützen und Hosenträger versetzten das Publikum in eine andere Zeit.

Nach der Lektüre des Kästner-Romans hatten die Schüler Dialoge, einzelne Szenen und die Verteilung der Rollen erarbeitet. Eine Gruppe steuerte den Film aus einem fahrenden Zug bei, der in der Abteilszene für einen nahezu realen Eindruck sorgte. Andere Schüler fertigten einen aufwändigen Stoptrick-Film für Emils Traumsequenz.

„Die Schüler haben den Roman eigenständig zu einem Theaterstück umgeschrieben“, erzählte ihr Klassenlehrer Peter Stark. Diese anspruchsvolle Aufgabe habe zu Beginn sehr viel Zeit in Anspruch genommen, so dass am Ende bei den Proben die Zeit ein wenig knapp wurde. „Wir waren in den letzten Wochen sogar an den schulfreien Tagen hier zum Üben“, verriet Jannis Krätzer, der Emil verkörperte. Sein Mitschüler Yannick Werner alias Gustav betonte, dass sie trotzdem viel Spaß hatten.

Bis zum Schluss spornte Peter Stark seine Schüler mit Regie-Anweisungen zu Höchstleistungen an. „Lauter!“ hieß es wiederholt und gnadenlos. Während der intensiven Proben in den letzten Wochen trugen die Eltern fehlende Requisiten zusammen, bauten und bemalten die Kulissen. Gisela Tacke-Stadlbauer kümmerte sich um die passenden Kostüme.

Beide Aufführungen wurden umrahmt durch Live-Musik von drei Siebtklässlern unter der Leitung von Musiklehrer Lars Köhler. Als die Schüler zum Abschluss den Bösewicht in der Aula langsam einkreisten, halfen viele Kinder aus dem Publikum mit. Nachdem Grundeis gefasst und alles wieder gut war, sangen die Akteure erleichtert Arm in Arm: „Ein Freund, ein guter Freund!“. Das Publikum stimmte fröhlich mit ein.

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