Mit dem Rummelpott gegen die Wintergeister

Auch in Münsterdorf waren wieder Rummelpottläufer unterwegs
Auch in Münsterdorf waren wieder Rummelpottläufer unterwegs

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01. Januar 2015, 13:01 Uhr

Rummelpottlaufen an Altjahrsabend: Wie in anderen Orten des Kreises Steinburg, so auch in Münsterdorf ein alter Brauch. „Ich bin ein kleiner König, gib mir nicht zu wenig“ oder „Fru maak de Dör op, de Rummelpott will rin“: Diese oder andere Lieder sangen Kinder und Erwachsene und öffneten damit die Türen ihrer Nachbarn oder Freunde. Andere sagten Gedichte auf. Zum Dank erhielten die bunt verkleideten und geschminkten Rummelpottläufer Schokolade, Bonbons, Gebäck, Obst und manchmal auch etwas Geld. Das wanderte dann in die mitgeführten Taschen oder Beutel, die im Laufe des Abends immer praller wurden. Auffallend in diesem Jahr in Münsterdorf: Es waren viele Eltern- und Kindergruppen unterwegs, die die Menschen an den Haustüren mit Liedern erfreuten. Das Rummelpottlaufen ist ein alter Brauch in vielen Teilen von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und im Süden von Dänemark. Die heute verbreitete Variante des Rummelpottlaufens geht Überlieferungen zufolge auf das 17. Jahrhundert zurück: Mit Hilfe des Polterns sollten in früheren Zeiten in den so genannten „Rauhnächten“ um die Jahreswende wahrscheinlich Wintergeister vertrieben werden. Im Volksglauben stand in den rauen Nächten die Welt der Geister offen. Auch „Odins Wilde Jagd“ spielte sich am Silvesterabend ab.

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