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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 14:00 Uhr

Mit dem Kurzschluss kommt der Schwung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Niederdeutsche Bühne Süsel zu Gast im Theater Itzehoe

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Eine Komödie von Ephraim Kishon – da ist Unterhaltung garantiert. Die Niederdeutsche Bühne Süsel erfüllte den Anspruch vor allem nach der Pause. Mit „De Trooschien“ unter der Regie von Jörn Hilbrecht war die Gruppe auf Einladung der Itzehoer Speeldeel im Theater Itzehoe zu Gast.

Viki und Robert, gespielt von Annika Schumacher und Florian Schumacher, wollen heiraten. Allerdings muss Muttersöhnchen Robert seiner Mami den Trauschein der Brauteltern Daniel und Ella, gespielt von Siegfried Hofmann und Christiane Benn, vorlegen. Und genau der lässt sich nicht auffinden. Die Lösung: Die Brauteltern müssen dringend standesamtlich heiraten – doch das gestaltet sich schwierig. Ella ist sich nicht mehr sicher bei Daniel, der sich in 25 Jahren wilder Ehe ziemliche Machoallüren zugelegt hat, Hände und Mund am Tuschtuch abwischt, wegen eines fehlenden Mineralwassers wütend wird und als Klempner seine Rohre heiß und innig liebt.

Viel Text ist zu bewältigen, vor allem für Brautvater Daniel. Das gelingt ihm und den anderen Akteuren gut, allerdings sieht Kishon nicht vor, dass sich die Dialoge sehr in die Länge ziehen, mit für den Zuschauer nicht nachvollziehbaren Pausen. Teils wird die Freude am Spiel wenig transportiert.

Das ändert sich nach der Pause mit einem Knall. Den provoziert Bauer Jens, gespielt von Roman Röpsdorff, indem das von ihm reparierte Bügeleisen einen Kurzschluss verursacht. Nun kommt Schwung auf die Bühne, als ob bei den Schauspielern ein Knoten geplatzt ist. Jens, dem der Trauschein egal ist, verliebt sich in Viki, Robert geht zurück zu Mami, und der Trauschein findet sich hinter einem Wandbild. Nicht zuletzt bringt die neugierige Nachbarin Rose, gespielt von Rita Knust, Lacher ins Spiel. Eigentlich will sie nie stören, bleibt aber dennoch aufdringlich, bis hin zur Umgarnung des Brautvaters, Ursprünglich will sie nur ihr Kleid ändern lassen, bietet aber beim gekonnten und unerwarteten „Striptease“ eine mutige Einlage.

Schade, dass das Theater lediglich zur Hälfte besetzt war. Volle Ränge hätten vielleicht schon im ersten Akt für mehr Leben gesorgt.

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