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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 10:25 Uhr

Mit dem Einbaum durch Amazonien

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Georg Heinz Krause bricht heute zu einer 750 Kilometer langen Paddeltour nach Südamerika auf

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2016 | 16:51 Uhr

Heute startet der Itzehoer Extrempaddler Georg Heinz Krause zu einer weiteren Tour nach Südamerika. „Ich war schon sieben oder acht Mal da“, sagt er – und ihm ist weniger Anspannung als Vorfreude anzumerken. Bis Ostern will er den Rio Negro erobern, einen der größten Nebenflüsse des Amazonas. 750 Kilometer Fahrt mitten durch den Urwald hat er sich vorgenommen. Wenn alles glatt läuft, hängt er sogar noch eine weitere 300-Kilometer-Etappe dran.

„Diesmal bin ich mit ganz jungen Kerlen unterwegs“, erzählt Krause schmunzelnd. Gerade ist er 74 Jahre alt geworden, seine beiden Partner seien so Mitte 50, sagt er. Mit von der Partie ist der frühere Oldendorfer und seit langem in Brasilien lebende Klaus Albrechtsen. Ihn kennt er seit dessen aktiver Zeit bei der Kanugruppe in Wilster. Dritter im Bunde ist Michael Golba aus Oldenburg.

Das Trio startet im venezuelanischen Puerto Ayacucho. Dort versorgen sich die Drei mit Ausrüstung und Proviant. Im Unterschied zu den in Deutschland gebräuchlichen schnittigen Kajaks werden die Paddler in Amazonien mit dem traditionellen Einbaum unterwegs sein. „Das schaffen wir locker. Wir haben ja bis Ostern Zeit“, sagt Georg Krause. Auch Fauna und Flora im südamerikanischen Dschungel schrecken ihn kaum. „Bei einem Schlangenbiss legt man sich einfach drei Tage in die Hängematte und trinkt viel Wasser.“ Und Krokodile  ? „Die haben mehr Angst vor uns.“

Gefährlich könnten allenfalls Schwärme von Stechmücken werden, die Krankheiten übertragen. Um das zu verhindern, müsse man sich eben einfach von größeren Menschenansammlungen fern halten. Auch über die Frage nach Schwimmwesten kann Krause nur lächeln: „Brauchen wir nicht. Das Wasser ist doch warm.“ Apropos warm: Auf die Paddler warten Tageshöchsttemperaturen von 40 Grad – und wenig Schatten auf dem Wasser. „Das ist aber gut zu ertragen“, meint Krause.

Nach seiner Planung rechnet das Trio mit Tagesetappen von durchschnittlich 30 Kilometern Länge. „Der Rio Negro hat nur ganz wenig Gefälle, aber eine brauchbare Strömung.“ Ein kleines Zugeständnis an gewohnten Komfort macht das Trio dann aber doch: Im Unterschied zu den Einheimischen werden sie die Einbäume nicht stehend durch das Wasser steuern. „Wir nehmen ein Brett und ein Kissen und machen das sitzend“, erläutert Krause. Bei der Ernährung allerdings wollen die Paddler schon mal nach den Früchten des Urwalds schauen. Ansonsten soll Trockennahrung wie Müsli für die erforderliche Energie sorgen.

Ostern geht es dann zurück in die Heimat, wo eine neue Herausforderung auf Krause wartet. Im Rahmen eines Kurses der Volkshochschule Itzehoe will er in zehn Doppelstunden Paddel-Anfänger das Kajak fahren lehren. Einen Info-Abend dazu gibt es Dienstag, 12. April, um 19 Uhr in der VHS. Eine Woche später startet der Kursus, der die Teilnehmer am Ende allerdings nicht in den Urwald, sondern „nur“ auf die Stör führen wird.

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