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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 13:53 Uhr

Logistik : Mit Brunsbüttel Shuttle ans Ziel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kein Staustress auf der Autobahn: Spedition Kruse aus Brunsbüttel und DB Schenker BTT arbeiten beim Bahntransport von Terminfracht zusammen.

von
erstellt am 14.Nov.2014 | 17:09 Uhr

Seit 24 Jahren hat die Brunsbütteler Spedition F. A. Kruse jun. einen Gleisanschluss. Aber erst seit drei Monaten wird dies Schienenanbindung intensiver genutzt. Beim Projekt „Brunsbüttel Shuttle“ arbeiten die Spedition als Terminalbetreiber und die Bahntochter DB Schenker BTT GmbH zusammen. Ziel ist es, Ladung pünktlich aus dem Indistriegebiet nach Hamburg Billwerder zu liefern.

Hintergrund: Längst ist auch das Brunsbütteler Fuhrunternehmen, das 250 Mitarbeiter beschäftigt, bei Transporten in den Zeitplan großer Unternehmen integriert. Durch die Baustellen auf der A7, die bis in die 30er Jahre hinein für Engpässe und Staus sorgen werden, kommt diese Taktung durcheinander. Zugleich verlängern sich die Fahrzeiten, Kruse muss seine Dienste teurer anbieten. Deshalb haben die Brunsbütteler Werke von Bayer und Sasol die Schienenanbindung ins Gespräch gebracht. Für Friedrich A. Kruse jun. kein Problem. Gerade erst ist eine 17 000 Quadratmeter große Container-Lagerfläche nach den neusten Umweltschutzauflagen fertig gestellt worden. Sechs Millionen Euro hat das 1902 gegründete Familienunternehmen investiert. Die Fläche bietet auch anderen Speditionen genug Raum, dort Container für den Bahntransport zwischenzulagern.

Täglich von Montag bis Freitag verlässt um 13.19 Uhr ein Zug mit bis zu 16 Containern den Terminal auf dem Speditionsgelände und bringt die Fracht über Itzehoe nach Hamburg-Billwerder. Dort können die Container auf Anschlusszüge umgeladen werden. In der Nacht fährt der „Brunsbüttel Shuttle“ wieder zurück ins Industriegebiet der Schleusenstadt. Mit bis zu 24 leeren Containern, je nachdem, ob auch wieder beladene Behälter Richtung Brunsbüttel rollen sollen.

„Die Übergangsquote auf andere Züge beträgt 100 Prozent“, verdeutlicht Marco Rückmann, Produktmanager bei DB Schenker BTT, die Zuverlässigkeit des Systems. Und: Selbst beim jüngsten Lokführerstreik habe es auf dieser Verbindung keine Zugausfälle gegeben. Rückmann warb gestern bei Vertretern anderer Speditionen um weitere Kunden für den „Brunsbüttel Shuttle“. Denn gegenüber unserer Zeitung gab er zu, dass das noch recht junge Projekt Luft nach oben habe. „Wir sind sind noch nicht ausgelastet.“

Speditionschef Kruse kann aber nicht nur mit Stellfläche aufwarten. Da Werke wie Sasol und Bayer Frachten in den Tankcontainern transportieren lassen, die über Wärme flüssig gehalten werden müssen, bietet die Spedition eine eigene Stromversorgung für Wärme an oder über ein Holzschnitzelheizkraftwerk am Kanal die Wärmeversorgung mit heißem Dampf.

Einen großen Vorteil neben der pünktlichen Zugverbindung sehen Kruse und Rückmann auch darin, dass täglich bis zu 16 Tankcontainer mit Gefahrengut von der Straße auf die Schiene verlagert werden können. Gerade innerhalb Hamburgs wachse der Druck auf Transportunternehmen, deren Lkw Chemikalien über die Straße ans Ziel bringen, auf die Schiene auszuweichen, weiß Rückmann.

Unabhängig davon sind 20 Kruse-Laster täglich rund im die Uhr im Terminverkehr zuwischen Brunsbüttel und Hamburg unterwegs. Und auch Bayer in Leverkusen wird per Lkw im festen Rhythmus angefahren. Dass die Schiene aber eine gute Ergänzung zum Transport über Landstraßen und Autobahnen darstellt, ist für Friedrich A. Kruse unstrittig. „Man muss nicht mit dem Laster bis nach Spanien fahren“, sagt er. Ob der „Brunsbüttel Shuttle“ auch häufiger verkehren kann, ist offen. Im ChemCoast Park besteht jedoch schon lange der Wunsch, das Industriegleis auszubauen. Das scheitert bislang an der Deutschen Bahn AG.

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