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Sandro Schade aus Hohenlockstedt : Mit „Biggest Loser“ in ein neues Leben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vom schüchternen Stubenhocker zum TV-Abspecker: Sandro Schade (21) aus Hohenlockstedt kämpft in der Diätshow auf Sat.1 gegen die Pfunde.

Fast drei Tonnen – 2928,6 Kilo – brachten die Kandidaten zusammen auf die Waage, als die Dreharbeiten zur neuen Staffel der Sat.1 Diätshow „The Biggest Loser“ im Herbst vergangenen Jahres begannen. Knapp 140 Kilo trug ein Hohenlockstedter zu dem stattlichen Gewicht bei. Sandro Schade stand seit Oktober 2015 für das wuchtige Vorabendfernsehformat vor der Kamera, schwitzte und kämpfte unter den Fittichen von Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss und ihrem Team mit zehn Frauen und neuen anderen Männern unter der Sonne Andalusiens gegen die Pfunde. „Mit 139,4 Startgewicht war ich noch der leichteste Mann“, erzählt der 21-jährige IT-Systemelektroniker.

Alle Folgen sind schon im Kasten, ab 3. April wird die Show ausgestrahlt. Nur der Dreh für das Finale steht noch aus. Ob Sandro es bis dahin schafft und wie viele Pfunde purzeln, verrät der Sender noch nicht. Auch ein aktuelles Foto darf unsere Zeitung deshalb noch nicht drucken.


Die Trauer in sich hineingefressen


Noch vor einem halben Jahr traute sich Sandro wegen des Übergewichts kaum aus dem Haus, „aber ich wollte wieder leben: feiern gehen, mich mit Freunden treffen“. Knapp 140 Kilo bei 183 Zentimetern Körpergröße – das bedeutet einen Body-Mass-Index von 43! Normal ist ein Wert von 19 bis 24 für Männer in Sandros Alter. Als Kind war er noch normalgewichtig, bis ihn zwei Schicksalsschläge aus der Bahn warfen. „Als ich zehn war, starb mein Opa. Ich habe ihn tot gefunden. Und mit 13 Jahren verlor ich auch noch meine Oma“, erinnert sich der junge Mann. Er sprach mit niemandem über seine Trauer, sondern fraß den Schmerz buchstäblich in sich hinein. „Das war wie ein Schutzpanzer.“ Sandro verfiel in einen Trott, lebte zurückgezogen „wie ein alter Mann“, aß am liebsten Fastfood. „Ich habe nicht verstanden, dass mir das nicht gut tut.“


Schock im Abnehm-Camp in Andalusien


Bis er vergangenes Jahr vor dem Fernseher verfolgte, wie TBL-Kandidat Stefan das Siegerpodest bestieg. Als er sich dann einen Tag später doch unter Leute traute und gleich einen „dummen Spruch“ kassierte, fiel die Entscheidung: Sandro bewarb sich bei „The Biggest Loser“. Der Beginn seiner 180-Grad-Wendung, die viel Mut erforderte. Der junge Mann, der sich und seinen Körper die letzten Jahre vor der Welt versteckte, trat vor die Kamera. Ins Rampenlicht wollte er schon immer, auf YouTube hat er sogar seinen eigenen Channel (alejandro takito) – allerdings nur mit wenigen hundert Followern. Ab 3. April werden dagegen Millionen Zuschauer verfolgen, wie er sich durch die Challenges kämpft und die Kilos purzeln. „Sich halbnackt dem Kamerateam zu zeigen, war schon eine große Überwindung. Aber es wurde immer besser, weil ich ja immer mehr abgenommen habe.“

Die Wochen im Abnehm-Camp waren anders als gedacht. „Wir lebten in einem rustikalen Zeltlager eines Outdoorcamps, nicht wie in den Staffeln zuvor in einer Hotelanlage. Das war ein echter Schock.“ Und brachte Sandro an die Grenzen. „Unsere Ernährung wurde umgestellt, mir fehlte es an Kraft.“ Schlafen ging auch nicht: „Alle Kandidaten schnarchten so laut, dass ich nachts um zwei duschen gegangen bin. Und dann noch die vielen Mücken... Ein Albtraum!“ Aufgeben war für ihn aber keine Option. „Die Coaches haben mich mental gestärkt, den Schweinehund zu überwinden. Man muss einfach anfangen, einfach machen, wenn dann die ersten Erfolge kommen, ist es ein Selbstläufer“, lautet sein Rat an andere Abnehmwillige. „Und man muss an sich glauben.“


Sandros Ziel: 55 Kilogramm abnehmen


Die TV-Show hat Sandros Leben verändert. Er hat körperlichen und psychischen Ballast verloren. Seine Ernährung hat er umgestellt, „ich musste mich nur daran gewöhnen“. Morgens ist er nicht mehr müde , wenn er aufsteht, ist er voller Energie. „Und ich kann endlich Treppen steigen, ohne danach zu schnaufen, als bräuchte ich ein Sauerstoffzelt.“ Und: „Ich kann jetzt endlich stylische Klamotten tragen, gehe öfter aus. Auf einmal umarmen mich auch Mädchen zur Begrüßung, das ist mir vorher nie passiert.“ Ein bisschen oberflächlich findet er das – aber gut. „Ich muss mich erst daran gewöhnen.“ Und bei Facebook erhält er schon jetzt haufenweise Freundschaftsanfragen und Nachrichten. „Ein komisches Gefühl, plötzlich so im Mittelpunkt zu stehen“, findet Sandro. „Hoffentlich gucken mir nun nicht alle in den Einkaufswagen“, fügt er lachend hinzu.

Seine Familie und Freunde sind stolz auf ihn. „Wir werden die erste Folge bei mir alle zusammen sehen.“ Wie weit er es in dem Format schafft, verrät er zwar nicht, aber im Finale ist er auf jeden Fall dabei. „Dann kommen nochmal alle Kandidaten. Bis dahin möchte ich mein Traumgewicht von 85 Kilo erreicht haben.“


>„The Biggest Loser“: Ab 3. April immer sonntags um 18 Uhr in SAT.1.

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erstellt am 27.Feb.2016 | 07:00 Uhr

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