Mit Angelrute ins Ziel

Organisator Thomas Wunsch freute sich über die Bedingungen in Kellinghusen.
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Organisator Thomas Wunsch freute sich über die Bedingungen in Kellinghusen.

Deutsche Seniorenmeisterschaft im Castingsport: In Kellinghusen werfen die Cracks ihre Ruten aus

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19. August 2019, 11:47 Uhr

Kellinghusen | Obwohl kein Teich und kein Fisch zu sehen waren, warfen Angler in der vergangenen Woche in Kellinghusen ihre Ruten aus. Auf dem Sportplatz des VfL wurde die 49. Deutsche Seniorenmeisterschaft im Castingsport ausgetragen.

Ungewöhnlich für das nördlichste Bundesland mit gleich zwei Küsten, jeder Menge Seen, Flüssen und Kanälen: es war nicht ein Teilnehmer aus Schleswig-Holstein am Start – dafür aber mehrere Europa- und sogar Weltmeister.

Ralf Stein aus Sachsen-Anhalt ist deutscher Vizemeister und war mit seiner Angel aus den 60er Jahren angetreten. Er nutzte das Turnier zur Vorbereitung für die WM in Tschechien in der ersten Septemberwoche. Eigentlich wollte er sich in Kellinghusen den Feinschliff holen, doch: „Es lief nicht ganz rund bei mir, der Wind pendelte hin und her.“ Dennoch sei es ein schönes Gelände, Team und Wettkampfleitung seien super. „Die Konkurrenz ist stark. Andere wollen eben auch zur WM“, konstatierte er.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV) und dem Landessportfischerverband Schleswig-Holstein (LSFV SH). Das zunächst unbeständige Wetter trübte die Bedingungen kaum. „Am ersten Wettkampftag war das Wetter dann top“, freute sich Mitorganisator Thomas Wunsch, Referent für Castingsport im LSFV SH und Vorsitzender vom Verein der Sportangler Kellinghusen.


Der richtige Wurf entscheidet

Jährlich in wechselnden Bundesländern für Senioren ab 40 Jahre veranstaltet, stand zwei Tage lang der Sport der Angler im Mittelpunkt, bei dem es darum geht, die Gewichte an der Schnur möglichst weit oder zielgenau auszuwerfen.

Unter den wachsamen Augen von 18 Schiedsrichtern kämpften mehr als 45 Sportler aus zehn Bundesländern in verschiedenen Disziplinen um die Titel. Beaufsichtigt von Haupt-Kampfschiedsrichter Heinz-Maire Hensge aus Niedersachsen, einem ehemaligen Kellinghusener, ging der Großteil der Wettkämpfe an zwei Tagen in sieben Disziplinen reibungslos über die Bühne.

Auch die mehrfache Weltmeisterin Anke Mühle aus Potsdam, die 1969 mit dem Sport begann und ihn 2009 nach einer 30-jährigen Unterbrechung wieder aufnahm, hatte in Kellinghusen ihre Probleme. Seit fünf Jahren ist sie in der Altersgruppe der Senioren aktiv. „Ich bin alle zwei Jahre Weltmeisterin geworden“, berichtete sie und lobte die tolle Atmosphäre. „Wir wurden vom Bürgermeister und vom Verein gut aufgenommen, und die Solidarität untereinander ist da.“ Alle seien sportlich fair und einander zugewandt. „Man fühlt sich wohl – das ist nicht immer so.“ Der Umstand, dass sie schlecht geworfen habe und in mancher Disziplin daneben lag, störte sie. „Nach der WM, an der ich in diesem Jahr schon erfolgreich war, lässt die Motivation meist nach“, erklärte. „Aber es macht trotzdem Spaß.“

Am Ende belegte sie mit 55 Punkten den vierten Platz bei den Damen, Ralf Stein kam mit 100 Punkten auf Rang zwei in seiner Gruppe.

Bei der Siegerehrung nach den Wettkämpfen kam Kurt Klamet aus Berlin, VizePräsident für Jugend und Casting und Vizepräsident im Bundesverband und Präsident im Weltverband ICSF, ins Schwärmen: „Anlage und Organisation könnten nicht besser sein.“

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