zur Navigation springen

Aktion der Kreisgesundheitsamtes : Mit allen Sinnen Abenteuer erleben

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Ausstellung „Sinnvolle Suchtprävention“ lässt Wilsteraner Kita-Kinder auf die Suche nach dem Glückskäfer im Feenwald gehen. Dabei wird die emotionale Kompetenz schon bei kleinen Kindern gefördert.

Sehen darf ihn niemand – ihn vor dem inneren Auge anschauen natürlich jeder: den Feenwald. Vor allem jeder Junge und jedes Mädchen in der Wilsteraner Kita Schwalbennest. Denn dort stand für ein paar Tage der vom Suchtpräventionsteam des Kreisgesundheitsamtes eingerichtete Wahrnehmungspfad. Für die Fünf bis Sechsjährigen – und auch die mutigen Vierjährigen – bot sich die die Gelegenheit, ein ganz besonderes Abenteuer mit verbundenen Augen und barfuß sicher an der Hand von Katja Nagel vom Gesundheitsamt zu erleben.

Und es gehört schon ziemlich viel Mut und Vertrauen dazu, sich auf diese Weise auf die Suche nach dem Glückskäfer zu machen. Wer mitmacht, ist freiwillig, ganz nach Lust und Laune dabei. Bevor es in den Feenwald geht, erklärt Katja Nagel dem kleinen Abenteurer oder der Abenteurerin was ihn oder sie erwartet – selbst während des anschließenden Rundgangs kann das Kind jederzeit abbrechen und ebenso später wieder einsteigen. Die Augen werden mit einem rosa, hell- oder dunkelblauen Tuch verbunden. Die Tür zum Feenwald öffnet sich, woraufhin das Kind barfuß und an der Hand der pädagogischen Fachkraft in eine märchenhafte Welt eintaucht. Riesenbäume, eine Liane zum Anfassen und viele Abenteuer warten da, untermalt wird das Erlebnis von Dschungelmusik. Zaubertafeln werden ertastet, Goldmünzen sind im Sand versteckt. Behutsam führt Katja Nagel das Kind dorthin, wo es eine dieser Münzen finden muss, damit sich später eine scheinbar undurchdringliche Hecke öffnet. Der goldene Laubsee muss durchwatet werden, um zu den Wichteln der Warundas zu kommen. Wer eine Stoffkugel in einer Höhle ertastet und in ein löchriges Tor wirft, gelangt zum Wichtelkönig Zamunda. Gemeinsam mit ihm wird Essbares „errochen“, aber auch probiert. Ein kurzer Besuch beim Hoblinger schließt sich an und nach erfolgreichem Hören verschiedener Schüttelgeräusche gleitet, für das Kind immer noch unsichtbar, der ersehnte Glückskäfer, den die wunderschöne Fee am Ende dieses Abenteuers bereit hält, in die kleine ausgestreckte Hand. Eine „Erinnerung an zirka 20 Minuten Spannung, Ungewohntes, Abenteuerliches, vielleicht auch ein bisschen Unbehagen und Angst, aber auch daran, etwas Außerordentliches, Schönes und Mutiges erlebt zu haben“, so Katja Nagel.


Emotionale Kompetenz fördern


Viele Eindrücke für Hände, Füße, Ohren, Nase und Mund erlebten die Kleinen, die ihr Abenteuer nicht den anderen Kita-Kindern beschreiben sollten, wohl aber ihren Eltern. „Den Eltern gegenüber gibt es kein Tabu“, betont Katja Nagel, für die anderen Kinder, die noch nicht im Feenwald waren, soll es spannend bleiben. Der Feenwald-Parcours stellt eine Möglichkeit dar, die sinnlichen Wahrnehmungen anzuregen und zu entwickeln. Gleichzeitig bietet er zahlreiche Chancen, die emotionale Kompetenz schon bei kleinen Kindern zu fördern und wesentliche Schutzfaktoren in der Persönlichkeit zu stärken. Katja Nagel: „Die Fähigkeit zu besitzen, seine Sinne aktiv einzusetzen, kann Erlebnisse bieten, die Ersatzmittel (Suchtmittel) überflüssig machen.“

Den Parcours gibt es übrigens schon lange im Kreis Steinburg. Ursprünglich wurde die Ausstellung „Sinnvolle Prävention“ in der ATS Suchtberatungsstelle Quickborn gemeinsam mit Kita-Mitarbeiterinnen entwickelt und vom Steinburger Kreisgesundheitsamt in der Suchtprävention in Kindertagesstätten übernommen – und seit zwei Jahren wieder verstärkt eingesetzt. Im Jahr 2011 hatte die Kita Schwalbennest den Feenwald erstmals unter ihrem Dach. „Das war ein Erfolg“, so Kita-Leiterin Susanne Lindemann. Darum wurde das Ausstellungserlebnis jetzt erneut angeboten, vornehmlich für die Kinder, die im nächsten Jahr eingeschult werden. Und auch diesmal nahmen fast alle der Schulkinder begeistert teil. „Sie sind stolz auf sich“, berichtet die Kita-Leiterin lächelnd. Auch einige Mütter haben sich getraut, sich selbst einmal durch den Feenwald führen zu lassen.

Das Kreisgesundheitsamt bietet den Wahrnehmungspfad allen Kitas im Kreis an. Wer den Parcours ausleihen will, kann sich melden. Auch Erzieherinnen können die Kinder selbst durch den Feenwald führen. Allerdings bedarf es auch einer gewissen Raumkapazität. Für den Parcours werden etwa 12 Quadratmeter benötigt. „Der Raum ist dann für die ganze Zeit geblockt“, gibt Katja Nagel zu bedenken, denn für den Aufbau benötigt sie etwa eine bis eineinhalb Stunden.

Kontakt für Kitas: Katja Nagel, 04821/69325, oder Stefanie Nelles, 04821/69524.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 12.Sep.2013 | 05:24 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen