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Ausbildung : Mit 3000 Euro letzte Wünsche erfüllen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Holcim-Auszubildende versteigern in Lägerdorf erfolgreich ihre Jahresarbeiten – und unterstützen damit ein Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes.

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erstellt am 14.Dez.2016 | 16:44 Uhr

Reges Kommen und Gehen herrschte den ganzen Montag über in der Kantine des Holcim-Zementwerks in Lägerdorf. Allerdings waren es weniger die hungrigen Mitarbeiter als vielmehr ein neugieriges Publikum. Denn im rückwärtigen Teil der Kantine hatten die Auszubildenden des Unternehmens aus den Bereichen Mechaniker und Elektroniker ihre nach eigenen Ideen kreierten Jahresarbeiten aufgestellt – nicht nur zum Bestaunen, sondern auch zum Verkauf gedacht. Bei Holcim war zum vierten Mal die Versteigerung für einen guten Zweck angesagt, diesmal zugunsten des Wünschewagens, einer Aktion des Arbeiter Samariter Bundes (ASB).

Gespannt warteten die Auszubildenden darauf, wie viel wohl geboten würde. Zunächst gaben sich die Besucher noch etwas verhalten – doch zum Ende hin kletterte noch so manches Gebot in beeindruckende Höhen. „Die Bieter haben schon ihre Strategien entwickelt“, fügte Ausbildungsmeister Nils Neumann schmunzelnd hinzu. Er schwang am Abend als Auktionator den Hammer – und war vom Resultat begeistert. Allein die Versteigerung brachte 2300 Euro, wobei die Werksleitung die Summe gestern noch auf 3000 Euro erhöhte. Die jungen Auszubildenden werden nun mit dem Veranstaltungserlös dazu beitragen, dass todkranke Kinder, Jugendliche und Erwachsene noch einen letzten Wunsch erfüllt bekommen können.

„Da wurde viel Arbeit und Mühe reingesteckt“, lobte Personalleiter Wolfgang Kock das Engagement, das 30 Auszubildende über den Arbeitsalltag hinaus bewiesen haben. Im Jahr 2013 gingen erstmals Auszubildende mit ihren Jahresarbeiten an die Öffentlichkeit, um sie zu versteigern. Damals kam das erzielte Geld der Aktion „RSH hilft helfen“ zugute. „Dann haben wir uns entschieden, mit der Versteigerung soziale Projekte in der Region zu unterstützen“, erzählte Nils Neumann. In den Folgejahren erhielten der Verein „Kopf hoch“ und die Kindertagesstätte der Lebenshilfe in Itzehoe die Spenden. Nun fiel die Wahl auf den ASB-„Wünschewagen“.

„Das ist für uns sehr schön, denn das Projekt finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen“, berichtete Marc Wagner, Koordinator Wünschewagen für den ASB-Regionalverband Pinneberg/Steinburg. Auch er zeigte sich beeindruckt von den Arbeiten, die mit viel Liebe zum Detail unter den Händen der Auszubildenden entstanden.

„Gerade, dass ich mich so kreativ ausleben konnte, finde ich sehr gut“, betonte Tim Kracht (22) aus Itzehoe. Der Industriemechaniker im vierten Ausbildungsjahr fertigte fünf Bauteile: einen Feuerkorb, einen Barocktisch, eine Wassermühle und – der Hingucker – zwei „Darth-Vader-Öfen“. Die Anregung zu letzterem fand er im Internet. An der Versteigerungsaktion gefällt ihm besonders das Feedback aus dem Publikum. Zum dritten Mal war Tim Kracht nun dabei, anfangs sei die Resonanz etwas verhaltener gewesen. Doch: „Jetzt merkt man richtig, dass Interesse besteht“, meinte er begeistert angesichts der vielen Besucher. Das beeindruckte auch Jonna Laackmann (20) aus Kellinghusen – im zweiten Ausbildungsjahr zur Industriemechanikerin. Ihr hat es Spaß gebracht, ein Modellauto als Weinhalter anzufertigen. Ein Stück, das sie auch selbst ersteigern würde, wie sie hinzufügt. So geht es vielen der Auszubildenden, doch die Finanzhilfe für ein soziales Projekt hat Priorität. „Das ist eine gute Sache“, betonte Jonna Laackmann.

Über die Versteigerungsaktion hinaus engagieren sich die Auszubildenden auch für Projekte in den Gemeinden. Dieses Jahr waren sie im Schwimmbad Lägerdorf aktiv, nächstes Jahr werden sie einen Matschspielplatz in Rethwisch anlegen.

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