zur Navigation springen

Gewerkschaft : „Missbrauch von Werkverträgen in Steinburg stoppen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Annelie Buntenbach vom DGB-Bundesvorstand erörterte mit Steinburger Betriebs- und Personalräten die Situation vor Ort.

„Werkverträge – Missbrauch stoppen; gute Arbeit durchsetzen“: Das hat sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf die Fahnen geschrieben – und will bei der in Berlin anstehenden Gesetzesänderung in diesem Bereich ein verbessertes Mitbestimmungsrecht für Betriebs- und Personalräte durchsetzen. Dazu reist DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach durchs Land, um die Situation vor Ort mit betroffenen Arbeitnehmervertretern zu besprechen. So auch in Itzehoe, wo sie in einer „Mittagsrunde“ mit Betriebs- und Personalräten aus dem Kreis die Problematik erörterte. Denn auch in Steinburger Unternehmen werde zunehmend mit Werkverträgen gearbeitet, die zu Lasten der Beschäftigten gehen.

„Natürlich gibt es auch Werkverträge, die okay sind“, räumt Annelie Buntenbach ein. Aber eben auch solche, die sowohl das Stamm- als auch das Leihpersonal deutlich benachteiligten. Es gehe unter anderem darum, mit der neuen Gesetzgebung dem Arbeitgeber die Beweislast zu übertragen, dass Personal bei ihm regulär beschäftigt werde. „Wir brauchen bessere Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte“, so Buntenbach. Die müssten besser einbezogen werden in Arbeitsbedingungen und Lohnzahlungen und darüber informiert sein, welche Subunternehmer „auf dem Werksgelände unterwegs sind“. Das sei heute oft nicht der Fall.

Als besonders betroffene Branchen nannte Buntenbach das Baugewerbe, die Fleischindustrie, Metallindustrie, Dienstleister in der Logistik, im Handel und sogar im Gesundheitswesen. Überall steige die Zahl der Arbeitskräfte, die nicht zur Stammbelegschaft, sondern per Werkverträgen zu externen Unternehmen zählten. Beschäftigte würden untereinander in den Wettbewerb um Löhne und Standards geschickt. „Ich will hier vor Ort hören, was wie in den einzelnen Betrieben abläuft“, fügt Annelie Buntenbach hinzu – um so bei der gesetzlichen Regelungen eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen zu erreichen. Größte Hochachtung zollte sie allen Betriebs- und Personalräten, die bislang in der täglichen betrieblichen Auseinandersetzung versuchten, die Arbeitssituation zu verbessern – „teilweise unter miserablen Umständen“.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Aug.2015 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen