"Minni" von Tierfängern entführt ?

Menschenscheu: 'Minni' (mit Monika Reicke) würde auch beim Fotografieren am liebsten flüchten. Foto: Lammers
Menschenscheu: "Minni" (mit Monika Reicke) würde auch beim Fotografieren am liebsten flüchten. Foto: Lammers

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23. Juni 2009, 10:26 Uhr

Itzehoe | Fünf Tage lang war sie verschwunden und fand trotz zahlreicher gebrochener Wirbel im Schwanz wieder nach Hause: die zweijährige Katze "Minni". Ihre Besitzerin Monika Reicke (50) hat einen Verdacht: Tierfänger.

"Da muss jemand ganz stark an Minnis Schwanz gezogen haben", vermutet die Itzehoerin. Ihr konkreter Verdacht: "In dieser Woche hat eine Organisation mit großen Körben Altkleider gesammelt." Schon mehrfach meldeten sich Tierschützer in diesem Fall zu Wort. Auch Barbara Quante vom Tierschutzverein Itzehoe und Kreis Steinburg warnt vor solchen dubiosen "Vereinen": "An Orten, wo Altkleider gesammelt wurden, fehlten danach vermehrt Tiere aus ganzen Straßenzügen ", weiß die

41-Jährige zu berichten. Ihre Kollegin Katrin Witthöft aus Henstedt-Ulzburg führe sogar eine Datei, in der das Datum und der Ort des Verschwindens der Tiere und der Zeitraum der Altkleidersammlung notiert werden.

Auch Monika Reicke kann sich das Verhalten ihres Vierbeiners nicht anders erklären: Bis vor kurzem sei "Minni" zahm gewesen und habe die Nähe der Menschen gesucht. Bis zu jenem Donnerstag im Mai. Fünf Tage lang suchte die Familie Reicke vergeblich nach ihrer Katze, bis sie "Minni" verstört und verschreckt unter dem Gästebett wiederfand. Seitdem sei "Minni" wie ausgewechselt. Scheu flüchte sie von einer Ecke in die nächste. Meide vor allem männliche Personen. Und das Schlimmste: Die Tierärztin musste ihr den Schwanz abnehmen. "Viele Wirbel waren abgerissen und der Kreuzbeinwirbel herausgerenkt", erinnert sich Monika Reicke.

Es sei nicht das erste Ereignis dieser Art. Vor zwei Jahren verschwand schon einmal eine ihrer Katzen. "Das ist ein Verlust, denn die Tiere gehören zur Familie." Ihre Nachbarin, Petra Schöning (41), hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Sie musste bereits zwei Samtpfoten auf die Vermisstenliste setzen und hat aus den Erfahrungen gelernt: "Ich rufe jetzt abends so lange nach meiner Katze, bis sie wieder da ist."

Dazu rät auch der Tierschutzbund in einer Info-Broschüre: "Lassen Sie Ihre Katzen nachts nicht raus und auch tagsüber möglichst nicht unbeaufsichtigt außerhalb des Hauses." Rund 300 000 Hunde und Katzen verschwinden jährlich in Deutschland. Was mit ihnen passiert, ist nicht geklärt. "Es gibt viele illegale Versuchsanstalten und auch einen schwunghaften Handel im Internet", erklärt Barbara Quante. "Das Problem ist, dass es keine Beweise gibt - man kann die Tierfänger nicht dingfest machen", so die

41-Jährige. Deshalb fordert sie die Tierbesitzer auf, "sensibel und aufmerksam" zu sein. "Wenn Sie Ihr Tier vermissen, melden Sie sich sofort beim Tierheim und bei der Polizei."

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