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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 10:20 Uhr

Abfischen : Minister trifft Holsteiner Karpfen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Robert Habeck informiert sich bei Fischzucht Knutzen. Die nachhaltige Teichwirtschaft soll mit einem besonderen Programm gestärkt werden.

von
erstellt am 18.Nov.2014 | 04:45 Uhr

Hohenlockstedt | Dunkelblauer Pullover, dazu eine wasserdichte Wathose statt Anzughose - das war gestern die Arbeitskleidung von Umwelt- und Fischereiminister Robert Habeck. Der Grünen-Politiker half der Familie Knutzen beim Abfischen ihrer Karpfenteiche in Hohenlockstedstedt-Springhoe – wenn auch nur für 15 Minuten. In dieser Zeit holte er jedoch zahlreiche Fische mit Kescher und per Hand aus dem Wasser.

Habeck wollte sich bei Ursula und Jürgen Knutzen nicht nur über die traditionelle Teichwirtschaft informieren, sondern sagte auch Unterstützung zu. „Die heimische Karpfenteichwirtschaft verbindet Aquakultur und Naturschutz auf beispielgebende Weise. Damit stehen Teichwirte für nachhaltige Fischerei.“ Und die Arbeit der Teichwirte für die Natur soll demnächst auch belohnt werden. Das Land plant nach Aussagen von Habeck für das kommende Jahr ein Programm, das aus Mitteln des Europäischen Fischereifonds gespeist wird. Damit sollten die Leistungen, die die Teichwirte für die Öffentlichkeit erbringen – zum Beispiel für den Erhalt der jahrhundertealten Teichlandschaft – entlohnt werden. „Diese Landschaft ist längst wertvoller Lebensraum von geschützten Tieren und Pflanzen geworden.“ Habeck hoffte, dass die Verbraucher wieder mehr den Karpfen entdecken, denn dieser Fisch werde in der Region nachhaltig erzeugt und müsse nicht von weither importiert werden „Karpfen statt Thunfisch“ war sein Credo beim Besuch in Hohenlockstedt.

Bei Ursula Knutzen, die die Gäste mit Fischhäppchen und Karpfen-Fingerfood verwöhnte, stieß der Minister damit auf offene Ohren. Denn der Karpfen ist laut Knutzen − entgegen eines Vorurteils − „weder fett, noch schmeckt er modrig“. Auch die Gräten seien heutzutage kein Problem mehr, in ihrem Betrieb käme zum Beispiel ein Grätenschneider zum Einsatz.

Ursula und Jürgen Knutzen, beide sind ausgebildete Fischwirte, bewirtschaften zusammen mit einem Mitarbeiter 30 Karpfenteiche, in denen Spiegelkarpfen natürlich und langsam zu Speisefischen heranwachsen. Erst nach drei bis sechs Jahren kommen sie auf den Speisetisch. Außer Karpfen, deren Saison von September bis Ostern dauert, verkaufen sie in ihrem Hofladen auch rund ums Jahr Forellen, Bachsaiblinge und Aale. Neben der Familie Knutzen gibt es im Land nur noch sieben weitere Haupterwerbs- und einige Nebenerwerbsbetriebe. 700 Hektar Teichfläche werden von ihnen insgesamt bewirtschaftet.

Den Minister bei der Arbeit beobachteten gestern Morgen auch die Klassen 6 a und b der Wilhelm-Käber-Schule. Zu Fuß hatten sie sich auf den Weg gemacht, um beim Abfischen dabei zu sein.

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