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Wirtschaft : Millionen-Förderung für Hausbesitzer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gebiet östlich der Hindenburgstraße wird saniert, doch bisher hat kein Anwohner Mittel für Modernisierung der Gebäude beantragt

von
erstellt am 28.Jan.2016 | 12:04 Uhr

Das ganze Viertel braucht eine Auffrischung – die Straßen und Wege ebenso wie die Häuser. Deshalb ist der Bereich östlich der Hindenburgstraße Sanierungsgebiet. Die Stadt hat dort schon viel investiert, die privaten Eigentümer allerdings nicht. Das soll sich mit neuen Förderkriterien ändern.

Rund zwei Millionen Euro liegen bereit, aber längst nicht jedes der knapp 300 Häuser in dem Gebiet erfüllt die Förderkriterien. „Wir wollen die stadtbildprägenden Gebäude erhalten“, sagt Helge Stahl vom Sanierungsträger BIG Städtebau und meint damit etwa die „historische Kasernen-Architektur“ mit den rot geklinkerten Gebäuden. Ein weiteres Kriterium ist mittlerer bis hoher Modernisierungsbedarf. Wird dieser als gering eingestuft, können die Eigentümer eine Instandsetzung steuerlich geltend machen.

Diese Möglichkeit hat die andere Gruppe sogar zusätzlich zur Förderung, aber: „Das Interesse der Eigentümer war sehr gering“, sagt Bauamtsleiterin Bettina Bühse. Helge Stahl bestätigt: „Private Modernisierungen sind bisher in dem Sanierungsgebiet nicht erfolgt.“ Dabei sei viel Werbung für die Förderung gemacht worden, auch im Zusammenhang mit der parallel laufenden energetischen Sanierung, so die Bauamtsleiterin. Doch um Fördergelder für privates Eigentum zu erhalten, ist einiger Verwaltungsaufwand vonnöten, „den Weg haben viele einfach gescheut“.

Bisher gab es eine pauschale Förderung: 30 Prozent der Kosten für die Modernisierung. Nun werden 100 Prozent der „unrentierlichen Kosten“ übernommen – was etwa heißt, dass Mieten angerechnet werden. Das sei transparenter und für die Eigentümer gerechter, sagt Stahl. Wie Bettina Bühse wirbt er dafür, dass sich mögliche Antragsteller kostenlos beraten lassen, auch ein Informationsblatt ist in Vorbereitung. Die Zahl der Betroffenen ist mit rund 30 noch gering, aber der Projektleiter kündigt an: „Wir werden unsere Kriterien der förderwürdigen Gebäude etwas herabsetzen.“

Denn das teilräumliche Entwicklungskonzept wird bis Mitte des Jahres überarbeitet. Eine Rolle spielt dabei die künftige Nutzung des Geländes der Feuerwache, wenn der Neubau an der Kastanienallee steht. „Ein Filetstück“, sagt Stahl. Bei der Frage der Nutzung „sind wir momentan noch offen“.

Sicher ist, dass in diesem Jahr weiter in den öffentlichen Raum investiert wird. Heinrich-, Sievers- und Hohe Straße werden modernisiert, der Park auf dem früheren Weese-Gelände an der Jahnstraße wird fertig gestellt. Parallel, so wünscht es sich Bettina Bühse, sollten möglichst erste private Eigentümer sich für eine Sanierung entscheiden – die neue Förder-Richtlinie sei hoffentlich ein Anreiz dafür.



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