zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 07:42 Uhr

Millimeterarbeit mit 260 Tonnen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schwimmkran Enak verfrachtet Trafos für Umspannwerk Süderdonn vom Südkai zum Schwertransport am Fähranleger Nord

von
erstellt am 21.Apr.2015 | 13:44 Uhr

Die Einkaufsmeile der Schleusenstadt, die Koogstraße, hatte gestern einen speziellen Fixpunkt: Den hoch am Horizont aufragenden, rot-gelben Ausleger des Schwimmkrans Enak. Der hatte am Vormittag am Südkai einen 260 Tonnen schweren Trafo an den Haken genommen und zum Fähranleger auf der Nordseite verfrachtet. Dort wartete bereits der Trailer einer Schwerlastspedition. Am späten Abend sollte der Trafo ins St. Michler Umspannwerk Süderdonn gebracht werden. Heute steht ab 22 Uhr die zweite Fuhre an. Dieser Trafo wurde gestern Nachmittag über den Kanal gebracht. In dieser Zeit stand nur ein Fähranleger auf der Nordseite zur Verfügung.

Die Trafos waren per Binnenschiff nach Brunsbüttel gebracht worden. Gebaut wurden sie bei Siemens in Nürnberg. Das Übersetzen über den Nord-Ostsee-Kanal war für die Besatzung des Schwimmkrans die leichteste Übung. Am Fähranleger wurde es dann richtig eng. Der Schlepper Steinbock drückte den 55 Meter langen und 25 Meter breiten Kran gegen die Dalben. Dann begann eine halbstündige Millimeterarbeit. Denn der Trafo reagierte auf die Windböen, drehte sich ein wenig und drohte, sich in einer Baumkrone zu verfangen. Schließlich war es geschafft, das schwere Gerät stand korrekt auf dem 22-achsigen Tieflader. Zusammen mit der Zugmaschine ist der Transport 56 Meter lang. Vorgesehen war, um 22 Uhr die mit zwei Stunden kalkulierte Fahrt über die L 138 durch Eddelak und St. Michaelisdonn zum Umspannwerk anzutreten. Mit dem späten Start sollten die Verkehrsbeeinträchtigungen minimiert werden.

„Im Umspannwerk Süderdonn werden beide Transformatoren auf die vorbereiteten Fundamente gesetzt und für den Betrieb gerüstet. Mit einem Betriebsgewicht von rund 350 Tonnen und einer Leistung von 300 Megavoltampere dienen die beiden Trafos der Verknüpfung des 380-kV-Höchstspannungsnetzes mit dem 110-kV-Hochspannungsnetz“, erklärt Tennet-Sprecher Alexander Greß.

Das Umspannwerk ist Teil der Westküstenleitung, die Tennet zwischen Niebüll und Brunsbüttel in vier Bauabschnitten errichtet, um Windstrom zu transportieren. Baubeginn am Süderdonn war im März 2014. Ende dieses Jahres soll dort der Betrieb bereits aufgenommen werden. Die gesamte Westküstenleitung soll in drei Jahren betriebsbereit ausgebaut sein. Im Umspannwerk wird als nächstes ab Mai die 110 kV-Schaltanlage gebaut.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen