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Ausgelaufen : Millimeter-Arbeit bei der Ausfahrt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die „Alk“, ehemals „Kappeln“, verlässt Glückstadt. Ausfahrt aus dem Hafenbecken verläuft problemlos

12 Uhr: Mitarbeiter der Stadtwerke holen Kabel von Bord. Ab sofort muss sich das Containerschiff „Alk“ wieder selbst mit Strom versorgen. Die Motoren laufen wieder, die „Alk“ bereitet sich auf die Ausfahrt vor. An Bord hat jetzt Kapitän Marko Loit das Sagen und an Land die neue Reederei Lubeca Marine Germany aus Lübeck. Das Schiff kam vor neun Monaten als „Kappeln“ nach Glückstadt. Jüngst wurde es verkauft und heißt jetzt „Alk“.

13 Uhr: Die ersten Schaulustigen sind zum Außenhafen gekommen. Die Schiffsschraube der „Alk“ bewegt sich bereits heftig – sie spült sich frei im Hafenschlick. Die Sonne strahlt, ein Matrose auch. Er hilft, Metallreste von Bord zu holen, die die Firma Cornels noch schnell abholt. Deren Mitarbeiter haben den Motor wieder in Gang gebracht.

13.05 Uhr: Die Männer auf dem Schlepper „Vorwärts“ warten auf ihren Einsatz. Sie sollen die „Alk“ aus dem Hafen ziehen, erklärt Carl Ahrens vom Landesamt für Küstenschutz. Seine Behörde ist für die Kaimauer und den Hafen zuständig. Ahrens kann sich nicht erinnern, dass jemals ein so großes, hohes Schiff im Glückstädter Hafen lag.

13.30 Uhr: An Bord herrscht ein geschäftiges Treiben. Die Seeleute aus verschiedenen Staaten haben noch viel zu tun und die Zeit drängt. Immer mehr Schaulustige kommen, viele mit dem Fahrrad. Auch die Polizei und die Feuerwehr sind vor Ort.

13.50 Uhr: Hafenagentin Tanja Wahlstedt geht mit dem Hafenlotsen Mario Schäfer an Bord. Die Möwen haben inzwischen auch mitbekommen, dass sich etwas tut. Sie umkreisen in einem Schwarm das Schiff.

13.55 Uhr: Auf dem Schlepper „Vorwärts“ bereiten die Männer die Leinen vor. Kurz danach fährt der Schlepper an das große Containerschiff heran.

Auch der Elblotse Gerhard Kluger geht jetzt an Bord.

14.10 Uhr: Inzwischen drängt die Zeit, denn das Containerschiff hat nur ein enges Zeitfenster zum Herausfahren. „Es ist eine Harausforderung“, sagt Carl Ahrens. Denn die „Alk“ kann nur aus dem Außenhafen herausfahren, wenn „Stillwasser“ ist. Das heißt, bei Hochwasser und zwar genau in dem Moment, wo es keine Strömung aus dem Nebenfahrwasser gibt. Ein Zeitpunkt, der genau nach dem Tidenkalender im Vorwege berechnet wurde. Zudem darf es keinen Ostwind geben. An diesem Tag kein Problem: die Sonne scheint, es ist windstill. Das Wetter ist perfekt für einen Tag, der noch offiziell in einem Wintermonat liegt.

14.25 Uhr: Die zwei Leinen an der Kaimauer werden losgemacht und eingezogen. Die Polizei an Land schätzen, dass mittlerweile 300 Schaulustige vor Ort sind. Viele haben Kameras dabei, einige fotografieren mit ihren Handys.

14.28 Uhr: Der Schlepper steht in Position. Die „Alk“ drückt sich mit dem Bugstrahl von der Kaimauer waagerecht zum Hafenbecken weg. Der große Moment, auf den alle gewartet haben ist, ist gekommen Nach neun Monaten Liegezeit fährt das große Containerschiff zum ersten Mal wieder.

Problemlos passiert der Riese die für ihn schmale Hafenausfahrt. Die Mole ist voller Menschen, die zusehen, wie die Alk waagerecht vor die Rhinplate gezogen wird. Der hohe Aufbau, aus dem die Lotsen und der Kapitän blicken, geht Richtung elbaufwärts. Der Schlepper wird abgekoppelt. Das Schiff nimmt Fahrt auf. Bis zur Tonne 76 beim Störsperrwerk hat Hafenlotse Mario Schäfer das Sagen, dann übernimmt Elblotse Gerhard Kluger. Um 16.23 Uhr steigt er in Brunsbüttel wieder aus. Das Schiff fährt weiter nach Husum, wo es in die Werft kommt.

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erstellt am 20.Mär.2015 | 17:37 Uhr

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