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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 00:41 Uhr

Hafen : Millimeter-Arbeit an den Fluttoren

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Spezialfirma bearbeitet Halterungen der Fluttore. Dauer der Reparaturarbeiten noch unklar.

Bei „Drehen an den Stellschrauben“ denkt der Laie normalerweise an Feinarbeit mit filigranem Werkzeug. Handelt es sich aber um die Stellschrauben eines viele Tonnen schweren Fluttores an einem Sperrwerk, ist diese Arbeit durchaus schweißtreibend: Mit einem gewaltigen Schraubenschlüssel und wuchtigen Schlägen mit einem schweren Vorschlaghammer bearbeiten Sascha Nickels und Marcel Niemann von der auf Metallbau an Hafenanlagen („Stahlwasserbau“) spezialisierten Firma Adolf Cornels GmbH aus Brunsbüttel Muttern mit zwölf Zentimeter Durchmesser. Über Gewindestangen sorgen die für die genaue Positionierung der großen Fluttore am Sperrwerk zwischen dem Glückstädter Außen- und Binnenhafen.

Trotz der eher groben Methode handelt es sich um eine sehr exakte Arbeit, deren Ergebnis mit darüber entscheiden wird, ob die Tore am Ende ausgebaut werden müssen oder nicht und wie lange der Wasserweg in den Binnenhafen noch gesperrt bleiben muss. Zeigen wird sich das in den kommenden Tagen – die Reparatur der Schleuse geht für die Beteiligten in eine spannende Phase.

Leicht verzogen sind die über zwölf Meter hohen Stahltore. Denn die Betonwände – an denen die Tore befestigt sind – haben sich aus ungeklärter Ursache um einige Zentimeter bewegt. Deshalb schließen die äußeren Tore sich nicht mehr vollständig. Laut dem zuständigen Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN) ist damit die Sicherheit der Bevölkerung bei einer Sturmflut nicht mehr ausreichend gewährleistet, weshalb aus Sicht der Behörde dringender Handlungsbedarf besteht. (wir berichteten).

Vergangene Woche wurde das Sperrwerk daher trockengelegt und gereinigt, damit die Arbeiten durchgeführt werden können. Gestern betrug der Wasserstand am Fuß der großen Fluttore noch etwa 70 Zentimeter – auch dieses Wasser wird noch abgepumpt. „Die Mitarbeiter der Spezialfirma versuchen nun, die Tore über die vorgesehenen Stellmechanismen wieder lotrecht zu bekommen“, erklärt Siegfried Bornholdt, zuständiger Baubetriebsleiter des LKN. Dafür wird nicht nur an den Schrauben gedreht: Bestimmte Bauteile der Halterungen für die Tore, die sogenannten „Stemm-Knaggen“, werden in den kommenden Tagen ausgebaut und überprüft. Sie sorgen dafür, dass sich die Tore richtig in den Öffnungen versteifen, wenn von außen die Flut dagegen drückt.

Bornholdt hofft, dass die Maßnahmen an den Stellmechanismen ausreichen, um die Tore wieder in eine Position zu bringen, in der sie sich zuverlässig schließen lassen. Dann wäre das Anheben der Tore mit einem großen Kran nicht notwendig und die Sperrung der Zufahrt zum Binnenhafen könnte früher als geplant aufgehoben werden. „Ob es so kommt, werden wir sehen, wenn die Knaggen entfernt sind und wir alles genau unter die Lupe genommen haben.“

Die Nutzer des Binnenhafens wären sicher froh über eine Verkürzung der bisher auf vier bis sechs Wochen geschätzten Dauer der Baustelle. Insbesondere für die Yachtwerft, die nach ansonsten reparaturbedürftige Schiffe aus dem Außenhafen per Kran in den Binnenhafen heben müsste.

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