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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 02:01 Uhr

Milchzentrale investiert in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Genossenschaftliches Unternehmen plant Erweiterung der Käserei / 140 Landwirte bei der Mitgliederversammlung

von
erstellt am 26.Apr.2017 | 11:44 Uhr

Strahlende Gesichter gab es bei der Mitgliederversammlung der Breitenburger Milchzentrale (BMZ)in Wilster zwar nicht, doch die Stimmung bei den Landwirten war deutlich besser als in den zwei Jahren zuvor. Denn die Meierei zahlte ihren Lieferanten 2016 mehr Geld aus, im Schnitt lag dies bei knapp 30 Cent pro Liter Milch. „Hinter uns liegt ein turbulentes Jahr“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Raimer Holst, der die Sitzung leitete.

Noch bis März/April sei der durchschnittliche Milchpreis bundesweit auf 19 bis 21 Cent abgesackt, dementsprechend sei auch die Milchmenge runtergegangen, ergänzte der Vorsitzende Klaus Rusch vor 140 Landwirten der genossenschaftlichen Milchzentrale. Doch dann hätte der Markt „überraschend“ schnell reagiert, bis September seien die Preise um 15 Cent pro Liter gestiegen. Da Zahl der Mitglieder bis Ende 2016 von 504 auf 492 sank, ging auch die angelieferte Milchmenge um 3,5 Prozent auf 261000 Tonnen zurück. Die größten Standbeine waren die Käseproduktion, hier wurden 118  000 Tonnen Milch verarbeitet, und das Magermilchkonzentrat mit 128  000 Tonnen. Auf die Butterherstellung entfallen 2140 Tonnen. Da weniger Milch angeliefert wurde, reduzierte sich der Umsatz, und zwar um fünf Millionen auf 81 Millionen Euro. Diese und andere Zahlen aus dem Unternehmen wurden auch dem Genossenschaftsverband in Hannover zur obligatorischen Prüfung vorgelegt. Dieser bescheinigte, dass die Milchzentrale auf einem „soliden und wirtschaftlichen Fundament“ steht. Damit dies so bleibt, investiert die Meierei auch kräftig. Allein zwischen 2011 und 2015 wurden nach Angaben des Vorsitzenden 20 Millionen Euro ausgegeben, 2016 noch einmal sechs Millionen in Fertiger, Abfülltechnik sowie Beutelfüll- und Vakuumiertechnik. Jetzt steht eine Erweiterung der Käseproduktion an. Von jetzt 15  000 Tonnen soll sie auf 19  000 Tonnen gesteigert werden. Die Ausschreibung laufe, in diesem oder im nächsten Jahr gehe es los, so Klaus Rusch. Fit für die Zukunft will auch der neue Geschäftsführer Holger Schygulla, der seit November im Amt ist, die Milchzentrale machen – zusammen mit den Mitarbeitern.

Erste Schritte in verschiedenen Bereichen des Unternehmens sind bereits unternommen worden. Dazu gehört in erster Linie der Vertrieb. Die Produkte werden jetzt überwiegend in Eigenregie vertrieben und nur noch zu einem geringen Teil von der Vermarktungsgesellschaft Gut von Holstein. Dies vor allem, weil Gut von Holstein an Einzelhändler verkauft, hiermit jedoch nach Meinung von Schygulla kein Geld verdient werden kann. Die Breitenburger Milchzentrale richte sich deshalb auf Märkte aus, wo es mehr zu verdienen gebe, so nach Skandinavien oder in den Mittleren Osten. „Ein Container nach Dubai ist billiger als ein Lkw nach Bayern.“

Im Bereich Produktion sei die Erweiterung der Käserei angeschoben worden. „Hier haben wir jede Menge Potenzial“, betonte der Geschäftsführer. In den ersten sechs Wochen des Jahres sei bereits die gesamte Produktion für 2017 verkauft worden. Auch die Menge für 2018 – wenn 3000 Tonnen mehr hergestellt werden können – sei schon verkauft. „Wir sind jetzt an der Produktionsobergrenze.“

Bei den Produkten will sich die Milchzentrale auf Sorten konzentrieren, mit denen das Unternehmen Geld verdient. Deshalb sei die Herstellung der mildgesäuerten Butter gestoppt worden. Reduziert zugunsten der größeren Käse-Blocks werden die Käsebrote. Aufleben lassen will der Betrieb die alte Produktmarke „Störtebeker“, und zwar mit einer Fassbutter. Zu den Änderungen in der Firma zählen auch eine neue Organisationsstruktur, Zielvereinbarungen für Führungskräfte und ein betriebliches Vorschlagsrecht für Verbesserungen, dass zusammen mit dem Betriebsrat eingeführt worden sei, betonte Schygulla. Sein Fazit bisher: „Es macht Spaß, für die Breitenburger Milchzentrale zu arbeiten.“

Unter der Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Raimer Holst fanden im weiteren Verlauf auch Wahlen statt. Als stellvertretenden Vorsitzenden bestätigten die Mitglieder Jan Willmann (Bendorf), im Aufsichtsrat bleiben Susanne Lühr (Herzhorn) und Dirk Hebbeln (Lütjenwestedt). Neu ist Karsten Staack (Beidenfleth), der für den nicht wieder kandidierenden Jürgen Mohr nachrückt.

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