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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 02:09 Uhr

Milchtankstelle eröffnet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In Strohdeich direkt an der Bundesstraße steht seit Kurzem ein kleines graues Holzhaus mit der Aufschrift „Genuss vom Strohdeich – hier fließt weiße Energie“. Es gehört zum landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Stefanie und Thies Magens, die hier aus einem Automaten durchgehend Frischmilch an Selbstabholer verkauft.

Die Idee dazu brachte Thies Magens von einem Seminar mit Berufskollegen mit. „Bei der Bauern-Unternehmens-Schulung, die ich seit acht Jahren besuche, erzählte ein Berufskollege aus Grömitz von dieser Form der Direktvermarktung.“ Als Magens zuhause seiner Frau Stefanie davon erzählte, war sie begeistert und zusammen wurde der Kontakt mit einer Automatenfirma aufgenommen.

Der Milchautomat wird täglich von ihr gereinigt und mit Frischmilch aus dem eigenen Betrieb befüllt. Wie bei anderen Getränkeautomaten wirft der Kunde Geld ein und durch Knopfdruck läuft die Milch in das Trinkgefäß. Stefanie Magens: „Wir wünschen uns, dass die Kunden ihr eigenes Gefäß mitbringen. Sie können aber auch eine Glasflasche oder eine Kunststoffflasche im Milchhaus erwerben.“ Der Automat nimmt Münzen und Scheine bis zehn Euro an. Wenn weniger Milch abgefüllt wird als Geld eingeworfen wurde, kommt das Wechselgeld zurück. Die kleinste Abgabemenge beträgt 0,2 Liter.

„Der Liter Frischmilch kostet bei uns einen Euro, dafür erhält man tagesfrische auf vier Grad gekühlte Milch direkt vom Erzeuger, die nicht homogenisiert und pasteurisiert nachbehandelt ist. Dadurch bleibt der unverfälschte Milchgeschmack erhalten“, ist Thies Magens von seiner Geschäftsidee überzeugt.

Jörg Schulz aus Tornesch kommt auf seinem Weg zur Arbeit an der „Milchzapfsäule“ vorbei: „Ich habe aus der Presse von einer ähnlichen Vermarktung im Kreis Pinneberg gehört und bin neugierig geworden. Mich überzeugt das frische Produkt und die regionale Idee.“

Marlene Behrens aus Hamburg hält das erste Mal an: „Ich arbeite bei den Glückstädter Werkstätten und habe von meinen Arbeitskollegen von der Milchtankstelle gehört. Ich schätze die Regionalität und habe das Gefühl, dass ich etwas Gutes unterstütze.“

Altenteilerin Telse Magens, die im Nachbarhaus wohnt, steht hinter der Geschäftsidee und unterstützt das Projekt, indem sie auf ihrem Weg zum Hof nach dem Rechten schaut: „Ich achte darauf, ob noch genügend Flaschen im Regal stehen und keine Störung aufgetreten ist. Hier kann man zu jeder Tageszeit Milch kaufen. Aber man muss auch wissen, dass unsere Milch nur zwei Tage haltbar ist.“

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erstellt am 24.Apr.2015 | 17:19 Uhr

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