zur Navigation springen

Stadtplanung : Mieter-Gärten im Problem-Stadtteil

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wie der Glückstädter Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch den Stadtteil Nord wieder attraktiv machen will. Neues Ehrenamt: Busch ist Vorsitzender der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung Landesgruppe Schleswig-Holstein.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2013 | 10:45 Uhr

Fachwissen mit anderen austauschen – und das über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus: Das ist dem Glückstädter Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch wichtig. Er arbeitet mit bei der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL). „Dies ist eine bundesweite Vereinigung“, erklärt Dr. Busch. Die Mitglieder – es sind Landes- und Stadtplaner aus Städten – werden berufen, sie kommen aus den einzelnen Landesverbänden.

Dr. Busch ist Vorsitzender der Landesgruppe Schleswig-Holstein. Diese gehört wiederum zur DASL-Nord. Die Arbeit ist ehrenamtlich. Was ihn reizt: „Der Austausch ist eine echte Erweiterung des fachlichen Horizontes.“

Die Themen, die behandelt werden sind übergreifend. „Ein Beispiel ist die Entwicklung freier Flächen.“ Dazu gehören auch so trockene Themen wie Satzungsänderungen, aber auch spannende war die ökologische Moderne für die Bauausstellung in Wilhelmsburg. Es geht um Vorträge und Foren. Zudem gibt es immer eine Jahrestagung. Die kommende ist Ende September in Hamburg. Die Teilnehmer beschäftigen sich dort mit der Bauausstellung IBA 2013 in Wilhelmsburg. Das Thema heißt: „Beiträge zu einer ökologischen Moderne? Auf der Suche nach einer sozial gerechten, offenen und Ressourcen schonenden Gesellschaft.“

Es geht dabei um ökologische Weiterentwicklung der integrierten Strukturen, Stadtumbau mit innovativen städtebaulichen, stadttechnischen und architektonischen Konzepten sowie zeitgemäße neue Formen des Wohnungsbau. Ein Beispiel: In Wilhelmsburg soll eine Hauptverkehrsader verlegt werden, um eine große Fläche zu schaffen. Es ist das Areal, auf dem zurzeit die Gartenausstellung stattfindet.

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung hat das Ziel, Städtebau und Landesplanung in Wissenschaft und Praxis zu fördern. Deshalb setzten sich die Mitglieder mit wissenschaftliche Arbeiten und Gutachten auseinander. Sie treffen sich zu Vorträgen und auf Tagungen, um sich mit den Problemen der räumlichen Umwelt auseinander zu setzen. Die Erkenntnisse werden veröffentlicht.

„Ich lerne interessante Kollegen kennen“, sagt Dr. Busch, der den Austausch als sehr fruchtbar empfindet. „Es ist ein Blick über den Tellerrand.“

Er nimmt Anregungen mit. Ein Projekt für Glückstadt ist er dabei anzuschieben: Dort hat sich die Wohnsituation im Stadtteil Nord spürbar ändert. „Wir haben die Wohnungsbaugesellschaften angeschrieben, wir wollen Glückstadt-Nord entwickeln.“ 2004 wurde dies bereits ohne Erfolg versucht. „Es gab damals keine Resonanz.“

Ein Beispiel sind in Nord die Gärten von Wohnblöcken. Sie dürfen häufig von Mietern nicht genutzt werden. Dr. Busch stellt sich hier „Mieter-Gärten“ vor. Von solchen und anderen Schritten nimmt er an, dass die Wohnlage verbessert wird. Dass leer stehende Wohnanlagen attraktiver werden können.

Insgesamt ist die Lage zurzeit dort: „Das Image des Stadtteils leidet.“ Es werde zum „Sorgenkind“. Dabei sei es so, dass es sich dort eigentlich gut wohnen lässt.

Vielleicht lässt sich ein Preis gewinnen. Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung verleiht regelmäßig den Deutschen Städtebaupreis. Dies ist eine Förderung einer zukunftsweisenden Planungskultur und Stadtbaukunst. Prämiert werden städtebauliche Projekte, die sich durch nachhaltige und innovative Beiträge zur Stadtbaukultur sowie zur räumlichen Entwicklung auszeichnen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen