Freibadbilanz : Mieser Sommer – Miese Bilanz

War in diesem Jahr selten im „Freibad an Diek“ möglich: der Sprung ins kühle Nass in Brokdorf.
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War in diesem Jahr selten im „Freibad an Diek“ möglich: der Sprung ins kühle Nass in Brokdorf.

Kalt, nass und dann auch noch von Baustellen eingekesselt: Die Besucherzahl im Freibad in Brokdorf hat sich gegenüber dem Vorjahr fast halbiert.

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07. September 2017, 04:48 Uhr

Am letzten Tag wurde es zum Saisonabschluss beim Nachtschwimmen noch einmal voll – ansonsten galt in diesem kühl-verregneten Sommer im Brokdorfer „Freibad an Diek“: „Schlimmer ging’s nimmer“, wie Schwimmaufsicht Enrico Arndt zusammen fasste. Das durchwachsene Wetter, welches die Beschreibung „Sommer“ eigentlich nicht zuließ, sorgte auch dort von Mai bis September für leere Liegewiesen und verwaiste Schwimmbecken. Bis auf einige Stammgäste und Frühschwimmer war in den Becken nicht viel Bewegung zu verzeichnen.

Zählte man im vergangenen Jahr in einem auch nicht überragenden Sommer noch 37  000 Besucher (2015 waren es 30  000), so waren es dieses Mal mit insgesamt knapp 19  600 Badegästen nur noch gut halb so viele. „Diese Bilanz ist wirklich mies“, sagte Enrico Arndt.

Dafür sorgte nach den Worten seiner Kollegin Katja Adebahr aber nicht nur das Wetter, sondern auch die um Brokdorf herum immer wieder eingerichteten Straßensperren aufgrund von Bauarbeiten. So waren lange Zeit die Straße Richtung Wilster sowie auch die B431 in Richtung Glückstadt gesperrt. „Zeitweise waren wir regelrecht eingekesselt“, berichtete sie. „Das hat dann dazu geführt, dass man uns gar nicht mehr erreichen konnte.“ Enrico Arndt fiel auf: „In den letzten zehn Jahren wurde das Wetter pro Jahr gefühlt immer ein bisschen schlechter.“ Er habe in seinem Job mit 16 Jahren angefangen. „Dieser Sommer war seit 25 Jahren mit Abstand der Schlechteste, den ich erlebt habe.“

„Und dann hat es auch noch immer sonnabends geregnet“, ergänzte Katja Adebahr. „Vor allem die Kinder waren traurig“, erzählte sie. „Sie haben immer nachgefragt, wann es besser wird. Aber wegen des unbeständigen Wetters konnten wir das auch nicht voraus sagen.“

Mit dem Saisonende ist sowohl im Freibad als auch in der Eishalle eine weitere Ära zu Ende gegangen. Denn Kioskbetreiber Volker Sinn, der den Kiosk seit fast 15 Jahren zunächst gemeinsam mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau und zuletzt allein betrieb, hört auf. Die Fortführung wurde durch die Gemeinde an einen Nachfolger übergeben. „Die Betreiber des Kiosks im Freibad und der Eishalle waren immer für die Besucher da“, würdigte Enrico Arndt zum Schluss noch einmal ihre Arbeit. „Der Laden war immer geöffnet, es gab eine zuverlässige Zusammenarbeit mit ihnen. Als Team haben sie gut funktioniert und haben das Geschäft gut geleitet. Es hat nie Beschwerden gegeben.“

So gab es am letzten Tag der Saison für die immerhin 260 Besucher beim Nachtschwimmen (wir berichteten) noch einmal neben dem Schwimm- auch das gesamte Essens- und Getränkeangebot. „Das war dann doch noch ein zumindest versöhnlicher Abschluss“, stellte Katja Adebahr fest.

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