Gleichstellung : Metropolregion mit starken Frauen

Gleichstellungsbeauftragte stellen ihre Visionen vor: Gabriela Petersen (Heide) und Deborah Azzab-Robinson (Glückstadt).
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Gleichstellungsbeauftragte stellen ihre Visionen vor: Gabriela Petersen (Heide) und Deborah Azzab-Robinson (Glückstadt).

Frauen fordern eine bessere Integration in den Arbeitsmakt. Damit ihr Anliegen Gehör findet, vernetzen sich Aktivistinnen aus der gesamten Metropolregion Hamburg. In Itzehoe kommen sie zur ersten Gleichstellungskonferenz zusammen.

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07. November 2013, 05:00 Uhr

Vorhang auf für eine Premiere im Theater Itzehoe. Auf dem Programm stand allerdings kein Schauspiel, sondern die erste gleichstellungspolitische Konferenz der Metropolregion Hamburg. Aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein waren Aktivistinnen angereist, um über die Rolle der Frau in Gesellschaft, Politik und Arbeitsmarkt zu diskutieren.

„Die Metropolregion Hamburg kann noch besser gelingen, wenn Frauen mit ihren Ideen an den Entscheidungen und Umsetzung der Ziele stärker beteiligt werden“, erklärte Gabriele Hoschek, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Brunsbüttel. Sie und ihre Kolleginnen aus der Region Schleswig-Holstein Unterelbe formulierten einige Schlagworte, um die Situation der Frauen zu umschreiben. Brennpunkt ist vor allem die Benachteiligung des weiblichen Geschlechts auf dem Arbeitsmarkt, Frauen werden vermehrt in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt.

Frauen könnten die Lösung der Kernprobleme der Gesellschaft sein, regte Dr. Silke Duda vom Kieler Sozialministerium an. So könne die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Daneben forderte sie gleiche Bezahlung und ein gerechteres Steuersystems. Das Rollendenken sei in unserer Gesellschaft noch sehr stark ausgeprägt. „Weit über die Hälfte der Hausarbeit liegt in den Händen von Frauen, egal ob sie berufstätig sind oder nicht.“

Mit der Landrätin des Kreises Segeberg, Jutta Hartwieg, trat eine Frau in einer Führungsposition vor das Publikum. Im Jahr 2008 wurde sie die erste Landrätin in Schleswig-Holstein. Sie sei stolz auf diese Aufgabe, stoße aber immer wieder auf Neid und Missgunst vom Männern. Sie wünsche sich mehr Sensibilität, etwa wenn Frauen in einem Atemzug mit Behinderten und Menschen mit Migrationshintergrund genannt würden. „Mein Verständnis von Gleichstellung ist, dass es für Männer wie für Frauen eine freie Wahl gibt“, formulierte sie ihr Hauptanliegen.

Eingeladen zu der Konferenz hatten der Arbeitskreis Frauen der Region Schleswig-Holstein Unterelbe und der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord). Ziel war vor allem, neue Netzwerke zwischen den Vertretern aus Politik, Verwaltung, Gleichstellung, und Gewerkschaften herzustellen. „Wenn wir wollen, dass gleichstellungspolitische Blickpunkte in der Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik der Metropolregion Gehör finden, ist die Vernetzung über Bundesländergrenzen hinweg ein erster unverzichtbarer Schritt“, so Tinka Frahm, die Koordinatorin der Konferenz. Am Ende vereinbarten die Teilnehmer gleich einen Termin für ein nächstes Treffen am 7. März 2014 in Lüneburg.

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