Metal-Konzert fast ohne Itzehoer

Neue Erfahrung: Auch „Witchtower“ aus Spanien waren sehr angetan vom Konzert in der Lauschbar.
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Neue Erfahrung: Auch „Witchtower“ aus Spanien waren sehr angetan vom Konzert in der Lauschbar.

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24. Juli 2015, 05:00 Uhr

Metal-Invasion in Itzehoe: Das „18. Headbangers Open Air“ (HOA) in Brande-Hörnerkirchen an diesem Wochenende wurde wieder mit einer krachenden Warm-Up-Party in der Lauschbar eingeleitet. Vier internationale Bands packten den harten Stahl aus – und schon am Nachmittag sah Itzehoe schwarz, als sich Fans und Bands bei Veranstalter Jürgen Hegewald im Plattenladen Hellion Records am Sandberg trafen.

Ein Shuttle-Bus brachte die Fans vom Campingplatz in Brande-Hörnerkirchen direkt nach Itzehoe und wieder zurück, so auch Levke Gregersen aus Hamburg, seit 2006 HOA-Stammbesucherin. „Ich gehe auch zu anderen Festivals, aber hier bin ich immer dabei, weil alle so freundlich sind.“ Zum ersten Mal nahm sie auch am Warm up teil. „Eine gute Idee, sich schon mal einzuhören.“

Carola Kempe aus Trier fuhr sechseinhalb Stunden mit dem Auto, um dabei zu sein. Und es lohnte sich: „Es sind alle Bekannten da“, sagte sie. „Das Warm up ist genauso wie das Festival: cool. Es ist echt und ehrlich, und die Musik stimmt.“

Christoph und Bianca Heil aus Hamburg sahen sich erst einmal im Plattenladen um. „Weil es vor den Toren Hamburgs liegt, sind wir in 45 Minuten hier und können zu Hause schlafen“, freute sich Christoph. „Wir treffen viele Freunde. Beim Warm up sieht man auch Bands, die beim Festival nicht spielen.“

Ab dem frühen Abend standen vier Gruppen auf der Bühne, die Lauschbar füllte sich zusehends: „Leather Heart“ und „Witchtower“ (beide aus Spanien) sowie „Relentless“ und „Wrath“ (beide aus Chicago/USA), boten mit heftigen Shows in subtropischer Hitze einen Vorgeschmack auf das, was beim Festival wartet.

Begeistert waren nicht nur die Fans, sondern auch die Bands. So schwärmte Sängerin Carlie Jackson von „Relentless“: „Wir wussten ja nicht, was uns erwartet: eine lebendige Szene, eine außerordentliche Erfahrung – welch eine Energie. Ich würde gerne wiederkommen.“ Sprach’s und stieg auch schon in den Van, der sie zum nächsten Gig nach Berlin brachte.

Sänger Gary Golwitzer von „Wrath“ befand: „Die Atmosphäre ist so klein und intim, die Leute sind alle so freundlich. Das sind wir aus Chicago gar nicht gewohnt.“ Adrián Gonzalés von „Leatherheart“ aus Madrid meinte: „Das ist unser erster Auftritt außerhalb Spaniens – und wir lieben es.“ Auch Victor de la Chica von „Witchtower“ aus Spanien war schwer angetan: „Das Wetter ist gut, die Leute sind so gut drauf – das ist eine neue Erfahrung für uns.“

Bei Veranstalter Jürgen Hegewald gab es auch ein weinendes Auge: „Wir bieten außergewöhnliche internationale Bands. Da ist es traurig, dass fast überhaupt kein Itzehoer vorbeikommt.“ Ebenso Lauschbar-Betreiber Steffen Horstmann: „Es herrscht super Stimmung, es ist voll, aber es sind nur wenige aus Itzehoe hier. Das hätten ruhig ein paar mehr sein können.“

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