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Jugendhilfe : Mentoren – frühe Hilfe für Kinder

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erwachsene als ehrenamtliche Betreuer in der Freizeit: Der Via-Nova-Förderverein startet neues Projekt. So soll verhindert werden, dass Kinder Probleme bekommen.

Ein Elternteil ist krank. Oder der Bruder. Oder die Eltern haben sich getrennt. Es kann viele Gründe haben, wenn Kinder und Jugendliche sich vernachlässigt fühlen und in Probleme geraten. Genau diese will der Förderverein der Jugendhilfe-Einrichtung Via Nova mit seinem neuen Mentoring-Programm rechtzeitig verhindern.

Die Idee: Ehrenamtliche Mentoren verbringen regelmäßig Freizeit mit ihren Mentees, wie die jungen Schützlinge genannt werden. Mindestens für ein Jahr, Verlängerung möglich, wenn beide es wollen. In Amerika gebe es das seit 100 Jahren, in Deutschland nun auch in immer mehr Städten, so die Initiatoren Cornelia Reinhardt von Via Nova und Erik Meyerhof, Psychologe in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Itzehoe. Die Erfolge seien groß: „Kinder und Jugendliche, die an einem solchen Programm teilgenommen haben, wurden im Vergleich zu anderen selbstbewusster, entwickelten bessere soziale Fertigkeiten, erzielten bessere Lernerfolge bis hin zu höheren Bildungs- und Berufsabschlüssen und konsumierten seltener Alkohol und illegale Drogen.“

Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen ist Schirmherr – und er nannte das Angebot beim offiziellen Start nahe liegend, in seiner Niedrigschwelligkeit ungewöhnlich, aber „hochgradig sinnvoll“. Ein breites Spektrum an Hilfe sei wichtig, insbesondere bevor große Kosten entstünden, sagte Torsten Tetzlaff, Einrichtungsleiter bei Via Nova. „Es ist kein Ersatz für fachliche Hilfen“, betonte Cornelia Reinhardt.

Das von der Stadt mit 6900 Euro als Anschubfinanzierung unterstützte Programm richtet sich an Kinder und Jugendliche vom Grundschulalter bis etwa 16 Jahren. Die Mentoren sind mindestens 18 Jahre alt und werden anhand von Empfehlungsschreiben und Gespräch auf ihre Eignung hin überprüft. Für das gesamte Projekt gibt es fachliche Beratung, die auch bei der Bildung der Tandems maßgeblich mitwirkt. Dabei kommen, zumindest in der Anfangszeit, Jungen zu Männern und Mädchen zu Frauen. Auch Wohnort und Interessen sollen zueinander passen.

„Mich hat dieses einfache, schlichte Konzept überzeugt“, sagte Rolf Paulsen. Der frühere Gemeindepädagoge, jetzt am Berufsbildungszentrum tätig, gehört dem Kuratorium an, das den gesamten Prozess begleitet. Weitere Mitglieder sind neben den beiden Initiatoren Christian Chmiel-Hill, Vorsitzender des Jugend- und Sportausschusses, Reinhard Bischof vom Kinderschutzbund, Gleichstellungsbeauftragte Karin Lewandowski, Carsten Roeder vom Kinder- und Jugendbüro, Fehrs-Schul-Leiterin Kerit Christensen-Schultz-Collet und Inken Carstensen-Herold, stellvertretende Vorsitzende im Jugendhilfeausschuss des Kreises. Auf Beteiligung des Kreis-Jugendamtes und eines Vertreters der Wirtschaft wird noch gehofft.

Überschaubar solle das Projekt beginnen, so Meyerhof. Die Ausweitung ist denkbar, wenn nicht gar logisch. Tetzlaff: „Der Bedarf ist groß.“ Vorgestellt wird das Programm allen Interessierten am Donnerstag, 21. November, um 18 Uhr bei der Via Nova, Schütterberg 19.

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Informationen beim Via-Nova-Förderverein, 04821/804050, mentoring@vianova-ev.de.

 

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erstellt am 18.Sep.2013 | 12:03 Uhr

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