Feuerwehr Herzhorn : Menschen in der Not helfen

Die Mitglieder der Feuerwehr Herzhorn engagieren sich für ihre Mitbürger.
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Die Mitglieder der Feuerwehr Herzhorn engagieren sich für ihre Mitbürger.

Fest-Kommers mit vielen Gästen: Die Feuerwehr Herzhorn steht seit 125 Jahren für Tradition und Sicherheit.

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07. Juli 2015, 12:15 Uhr

Herzhorn | Mit einem Fest-Kommers in der Sporthalle endeten die zweitägigen Feierlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Herzhorn zum 125-jährigen Bestehen der Wehr. Gekommen waren neben den Herzhornern zahlreiche Ehrengäste, die das Jubiläum gebührend würdigten.

Die Aufgaben der Wehr haben sich sich seit der Gründung am 31. Mai 1890 stark verändert, erklärte Wehrführer Andreas Karsjens in seiner Begrüßung. „Technik und Ausrüstung haben große Fortschritte gemacht, sodass heute neben der Brandbekämpfung der Großteil der Einsätze in der technischer Hilfeleistung besteht.“ Auch Brandschutzerziehung und Hilfe beim Katastrophenschutz würden zu den heutigen Aufgaben gehören. Für ihren unermüdlichen Einsatz bedankte sich der Wehrführer bei den Kameraden und ihren Familien.

Stellvertreter Axel Mohrdieck-Hellmann ließ die Geschichte der Wehr kurz Revue passieren und berichtete, dass es eine große Befriedigung für ihn sei, wenn er anderen Menschen helfen könne. „Auch die Kameradschaftspflege gehört zur Wehr wie das Wasser zum Löschen.“

Für die Gemeinde unterstrich Bürgermeister Wolfgang Glißmann die Leistungsfähigkeit der Wehr und die gute Zusammenarbeit mit der Grundschule, die eindrucksvoll in der vergangenen Woche mit dem Projekt „Helfende Hände“ unter Beweis gestellt wurde. Die Motivation zum Eintritt in die Feuerwehr machte er an dem Gefühl fest, gebraucht zu werden, wenn andere Menschen in Not sind – vieles sei mit Geld nicht zu regeln, wichtig sei das Vertrauen zueinander. Für die Wehr hatte Glißmann auch ein Geschenk dabei: „Ich weiß, dass sich jede Wehr ein neues Feuerwehrfahrzeug wünscht, deshalb habe ich ein kleines Modellauto mitgebracht. Darin ist aber auch eine Anschubfinanzierung, wenn mal ein großes Fahrzeug benötigt wird.“

Für die Umlandgemeinden überbrachte Ernst-Wilhelm Mohrdiek den Dank für den erbrachten Einsatz. Der Amtsvorsteher erinnerte an das Großfeuer im vergangenen Jahr im Dachstuhl des Amtsgebäudes in der Wilhelm-Ehlers-Straße. „Ich war in der Nacht Augenzeuge und habe die aufopferungsvolle Bereitschaft miterlebt, das Gebäude und die darin enthaltenen Werte zu schützen.“ Auch Mohrdiek überbrachte für das Amt und die Gemeinden ein „Flachgeschenk“ mit Geld und fügte scherzhaft hinzu: „Ich überreiche das Geschenk mit gutem Gewissen, denn das Gesetz zur Regelung der Kameradschaftskassen ist noch nicht in Kraft.“

Der stellvertretende Kreispräsident Volker Susemiehl überreichte die Urkunde des Landes und die obligatorische Tischglocke. Amtswehrführer Wolfgang Krause gratulierte für die Nachbarwehren und der stellvertretende Kreiswehrführer Timo Plath hatte die Urkunde des Kreisfeuerwehrverbandes und ein Beleuchtungswarnset dabei.

Für seine besonderen Verdienste in der Feuerwehr Herzhorn wurde Thies Behrend geehrt. Seit 20 Jahren zeichnet sich der Gruppenführer durch Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft aus. Er erhielt von Timo Plath das Brandschutzehrenzeichen in Bronze.

Bereits vor der Festveranstaltung in der Sporthalle fand ein Gottesdienst in der St. Annen- Kirche statt, den der Pastor und Brandmeister Lothar Volkelt aus Kellinghusen abhielt. Volkelt ist Feuerwehrseelsorger des Kirchenkreises und leistet psychosoziale Unterstützung nach schwierigen Einsätzen. In seiner Predigt berichtete er, dass nur drei Prozent der Bevölkerung im Kreis Steinburg Mitglied in einer Feuerwehr seien. Auf die Frage, warum jemand in der Feuerwehr sein sollte, sagte er, dass einander zu helfen eine sinnerfüllende Aufgabe ist. Er zitierte dazu das Jesuswort: „Alles, was euch die Leute tun, das tut auch für die anderen.“ Die Feuerwehr setze die Liebe in die Tat um, nach dem Motto: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“

Die Jubiläumsfeier endete mit einem gemütlichen Beisammensein bei flotter Unterhaltung durch das Blasorchester Wewelsfleth.

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