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Telefonabstimmung : Menschen des Jahres – Sie haben die Wahl

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Aktion der Norddeutschen Rundschau, Wilsterschen Zeitung und Glückstädter Fortuna ist ge startet. Ab heute ist die Telefonabstimmung möglich.

von
erstellt am 14.Nov.2017 | 09:41 Uhr

Die Klagen über das nachlassende soziale Engagement nehmen zu. Parallel dazu nimmt die Bereitschaft zum Ehrenamt ab. Eine Kombination, die sich wieder ins Gegenteil verkehren sollte.

Einen kleinen Teil auf diesem Weg wollen wir beitragen. Mit unsere Aktion „Menschen des Jahres“ würdigen die Norddeutsche Rundschau, die Wilstersche Zeitung und die Glückstädter Fortuna vorbildliches Verhalten und ehrenamtliches Engagement in unserer Region. Wir rücken die Menschen in den Fokus, die sich für Mitmenschen und deren Umfeld einsetzen.

In diesem Jahr kehren wir zu dem bewährten Modus der Telefonabstimmung zurück. Ab sofort sind die Leitungen freigeschaltet und Sie können für Ihren Favoriten anrufen und ihn so zum Menschen des Jahres machen. Bis zum 6. Dezember zählen wir die Anrufe. Sie müssen lediglich die Rufnummer 01805/684352 wählen und anschließend die Endziffern eintippen.

Mit der Endziffer 15 stimmen Sie für Mika Rosemeier aus Münsterdorf. Er ließ seine blonde Mähne wachsen, um sie anschließend zu einer Echthaarperücke verarbeiten zu lassen. Damit werden die Spuren der Chemotherapie bei krebskranken Kindern kaschiert.

Für Kai Anders stimmen Sie mit der Endziffer 16. Der Itzehoer begab sich als ehrenamtlicher Sanitäter auf ein Rettungsschiff, um Flüchtlinge auf dem Weg von Nordafrika nach Europa aus Seenot zu retten.

Die Endziffer 17 hat Johannes Kowalewski aus Itzehoe. Unlängst wanderte er mehr als 700 Kilometer quer durch Deutschland, um auf die seltene Erbkrankheit Hippel-Lindau, an der er selbst leidet, aufmerksam zu machen.

Stimmen Sie ab! Egal, wen Sie wählen, Sie wählen den Richtigen!

Das Telefonvoting
Sie können sich per Telefon an der Aktion „Menschen des Jahres“ beteiligen. Wählen Sie zunächst die Nummer 01805/684352.

Jeder Kandidat erhält eine eigene Endziffer, die Sie anschließend in Ihr Telefon tippen. Die Anrufe werden bis zum 6. Dezember gesammelt, und das Ergebnis wird nach Ablauf der Frist veröffentlicht. Anrufen können Sie ab heute für ihren „Menschen des Jahres“ unter folgenden Rufnummern:

>Mika Rosemeier 01805/684352-15

> Kai Anders 01805/684352-16

> Johannes Kowalewski 01805/684352-17
 

Telemedia interactive GmbH; pro Anruf 14 Cent aus dem deutschen Festnetz, max. 0,42EUR/Min. aus dem Mobilnetz. Die Nummern sind ab sofort aktiv.

 

Haare ab für Krebshilfe

Mika Rosemeier aus Münsterdorf spendet 30-Zentimeter-Zopf

Manchmal braucht es mehr Mut, Haare wachsen zu lassen als sie abzuschneiden. Das zeigt die Geschichte  des zehnjährigen Mika Rosemeier. Der Münsterdorfer wurde von einigen Mitschülern als Mädchen beschimpft, weil er seine Haare drei Jahre wachsen ließ. Seine blonde Mähne hing ihm bis unter die Schulterblätter. Eine bewusste Entscheidung, die der Fünftklässler  für Kinder getroffen hatte, die keine Wahl haben, was sie mit ihren Haaren machen. Für kleine Krebspatienten bedeutet eine Chemotherapie Leben – und einen kahlen Kopf. Mika ließ sich seinen auf 30 Zentimeter gewachsenen Zopf im April  abschneiden, um diesen Kindern zu helfen. Aus dem Zopf  wurde eine Echthaarperücke für kleine Krebspatienten hergestellt.   Für unsere  Zeitung ein guter Grund, Mika Rosemeier   für die  Wahl zum Menschen des Jahres 2017 zu nominieren.

„Ich bin  stolz auf meinen Sohn und gerührt“, gesteht Mutter Nina Rosemeier. Seit er sechs Jahre alt war, hat er sich beim Friseur nur die Spitzen schneiden lassen. „Erst wollte er  so lange Haare  haben wie ich“, erinnert sich  Nina Rosemeier. Als Mutter und Sohn einen Bericht über Perücken für krebskranke Kinder sahen, fasste der Schüler den Entschluss, dass auch er helfen möchte. „Ich wollte nicht, dass meine Haare im Müll landen, sondern sie  spenden“, erklärt Mika.

Dass er die Aktion wiederholt, schließt er für die Zukunft nicht aus – zurzeit hat er aber Gefallen an seinem Kurzhaarschnitt gefunden. „Die  Haare  werden immer kürzer und Gel ist sein bester Freund“, verrät Nina Rosemeier.  Mikas Haare schickte sie  an die Organisation Haarfee aus Wien, die daraus Echthaarperücken für kranke Kinder herstellt.  „Nach dem Verlust der eigenen Haare verlieren die Kinder auch ihr Selbstwertgefühl. Oft werden sie von Gleichaltrigen gehänselt“, so Gründer Yochai Mevorach.  Mit den Perücken kann die Organisation dank Spendern wie Mika den Jungen und Mädchen ein Stück Lebensgefühl zurückgeben.

 

Retter im Mittelmeer

Kai Anders erlebt dramatische Szenen auf dem Mittelmeer

„Es waren teilweise extreme Erfahrungen“, sagte Kai Anders im Gespräch mit unserer Zeitung nach seiner Rückkehr nach Itzehoe im Frühjahr. Drei Wochen lang hatte der Itzehoer ehrenamtlich als Sanitäter an Bord des Rettungsschiffs „Sea-Watch 2“ Flüchtlinge  auf dem Weg von Nordafrika nach Europa aus Seenot gerettet.

„Im Prinzip habe ich ja nichts anders gemacht, als hier auch – nämlich Menschen medizinisch zu versorgen. Nur unter etwas anderen Rahmenbedingungen“, sagt der 37-Jährige, der im Hauptberuf als Notfallsanitäter im Rettungsdienst im Kreis Steinburg tätig ist. 2000 Seemeilen legte Anders als Teil einer internationalen Crew an Bord des Schiffs der privaten Hilfsorganisation zurück. 4500 Menschen wurden in den drei Wochen nach seinen Angaben aus akuter Seenot gerettet.

Durch Kollegen wurde Anders, der sich auch in Itzehoe in der Flüchtlingshilfe engagiert, auf den Bedarf an Bord der „Sea-Watch 2“ aufmerksam. „Ich habe gleich zugesagt, als ich gefragt wurde, ob ich helfen kann“, sagt Anders.  Sein persönliches Fazit seines Einsatzes: „Es ist etwas Besonders, hautnah zu erleben, was sonst nur am Rande in den Nachrichten berichtet wird.“ Dieses persönliche Engagement für Menschen in Not ist für unsere Zeitung Anlass für die Nominierung für die Wahl zum Menschen des Jahres.

Anders kann sich vorstellen,  erneut in See zu stechen.  Der Bedarf ist  immer noch vorhanden – auch wenn die Flüchtlingskrise aktuell  wieder etwas aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten ist. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind 2017 bereits 2925 Männer, Frauen und Kinder auf der Flucht über das Mittelmeer umgekommen. Laut Medienberichten erreichten bis  Anfang November 154000 Migranten Europa, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum zwar 337000. Die humanitäre Lage ist aber weiterhin prekär.  Der Großteil der Flüchtlinge geht nach wie vor in Italien an Land, ein Viertel verteilt sich auf Griechenland, Zypern und Spanien.

 

Wandern für Spenden

Johannes Kowalewski sammelt Geld für medizinische Forschung

Es ist ein leider bekanntes Problem mit der marktwirtschaftlich organisierten Pharmaindustrie: Geld für medizinische Forschung fließt dorthin, wo am Ende eine große Rendite erwartet wird. Und das bedeutet vor allem dorthin, wo es viele Betroffene gibt.  Für Menschen, die wie der Itzehoer Johannes Kowalewski an einer seltenen Krankheit leiden, interessiert sich die Industrie oft nicht. Damit wollte sich der 25-jährige Student nicht abfinden und lief einmal quer durch Deutschland, um auf die Erbkrankheit Hippel-Lindau (VHL) aufmerksam zu machen.

Mehr als 700 Kilometer legte Kowalewski im Herbst zurück, wanderte von Büsum bis nach Leipzig. Auf dem Weg sammelte er Spenden – auch bei Unterstützern in Itzehoe. Am Ende kamen mehr als 17000 Euro zusammen, die Kowalewski für Grundlagenforschung über die Tumorerkrankung VHL an einer belgischen Universität zur Verfügung stellt.

Das Sammeln von Spenden war aber nicht das einzige Motiv für die Wanderung. „Ich möchte auch dazu beitragen, ein größeres Bewusstsein für VHL zu schaffen“, erklärt Kowalewski sein Engagement. Er habe selbst als Zehnjähriger eine Odyssee in Krankenhäusern und bei Ärzten ertragen müssen, bis die richtige Diagnose gestellt wurde. Das Problem: VHL ist nicht nur selten – rund 1000 Betroffene leben in Deutschland – der Krankenheitsverlauf ist auch sehr individuell und leicht mit anderen Krebsformen zu verwechseln. „Ich möchte erreichen, dass Mediziner VHL als Möglichkeit mehr im Bewusstsein haben, damit die Krankheit schneller erkannt wird“, sagt Kowalewski.

Langfristig hofft er für sich und andere Erkrankte auf neue Behandlungsmethoden gegen die bisher unheilbare Krankheit. Dafür will sich der Student auch künftig einsetzen – neue Aktionen sind auch nach Abschluss seiner Wanderung nicht ausgeschlossen. „Deshalb freue ich mich auch sehr über die Nominierung.“ Es sei gut, wenn das Thema VHL in der Öffentlichkeit bleibe.


 

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