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Menschen 2014: Tatjana Kleensang und Urte Nagel sind ehrliche Finderinnen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 01.Nov.2014 | 00:00 Uhr

Ein Handgriff hätte genügt – und Tatjana Kleensang (25, li.) und Urte Nagel (42) wären um 8150 Euro reicher gewesen. Ein schöner Urlaub, neue Klamotten, ein kleines Auto – was wäre damit alles drin gewesen für die beiden Frauen. Und keiner hätte es gemerkt, denn niemand wusste von dem Geld. Die 50- und 100-Euro-Scheine steckten in einem Plüsch-Lämmchen, das zusammen mit Kleiderspenden Ende Januar im Sozialkaufhaus der Awo in Itzehoe gelandet war. Beim Sortieren der Spende entdeckten die beiden Mitarbeiterinnen, die über eine Maßnahme des Jobcenters dort arbeiteten, das Geld. Und keine Sekunde dachten sie daran, es zu behalten. „Ich hätte gar nicht damit umgehen können“, sagt Urte Nagel. Sofort informierten sie eine Vorgesetzte.

„Damit war das Thema für uns abgehakt“, sagt die 42-jährige Wilsteranerin. Niemals hätten die Frauen mit dem Trubel gerechnet, der danach kam: Jede Menge Berichte in Zeitungen, Radio und Fernsehen folgten, ein Interviews jagte das nächste. Es hagelte Lob vom Chef für die gewissenhaften Mitarbeiter, die Familien und Freunde waren stolz. „Es war schon sehr aufregend“, sagt die Itzehoerin Tatjana Kleensang. Von der CDU wurden die beiden sogar zu einer 3-Tage-Fahrt nach Berlin eingeladen. „Das war total schön.“

Für die beiden Frauen steht fest: „Wir würden es auch heute wieder so machen.“ Und statt zu überlegen, was sie selbst damit hätte anfangen können, freut sich Urte Nagel mit der Eigentümerin, an die das Geld zurückgegeben werden konnte: „Es hat die Richtige getroffen. Sie war so glücklich darüber.“

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