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Ermittlungen : Explosion in Itzehoe: Gasleitung war nicht eingetragen

vom

Im Frühjahr riss eine Gasexplosion in der Itzehoer Innenstadt vier Menschen in den Tod. Nun gibt es neue Erkenntnisse zur Ursache des Unglücks.

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2014 | 12:17 Uhr

Itzehoe | Im Fall der Gasexplosion mit vier Toten in Itzehoe hat die Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse. Eine Gasleitung war nicht in den digitalen Karten der Stadt eingezeichnet. „Das Kataster wurde in den 1970er Jahren von Papier auf EDV umgestellt, dabei ist die beschädigte Gasleitung nicht eingezeichnet worden“, sagte Staatsanwalt Peter Müller-Rakow am Mittwoch. Bei dem tragischen Unglück im März wurden ein Bauarbeiter und drei Hausbewohner getötet. 15 Menschen wurden verletzt. Sechs Häuser in der Umgebung machte die Explosion unbewohnbar. Zahlreiche Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf.

Das Mehrfamilienhaus mit der Nummer drei  in der Schützenstraße, das bei der Explosion dem Erdboden gleichgemacht wurde, hatte einen Gasanschluss. Anwohner hatten vor der Tragödie Gasgeruch wahrgenommen. Vor dem Haus hatte es vor der Explosion Kanalisationsarbeiten gegeben. Im Bereich des Kellers wurde die Gasleitung abgerissen – vermutlich durch einen Bagger. „Dadurch strömte Gas in den Keller ein, welches sich sodann entzündete und zur Explosion geführt hat“, sagte Müller-Rakow.

Das abschließende Gutachten geht davon aus, dass eine Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände zu dem Unglück geführt hat. „Eine hundertprozentig sichere Aussage dazu, ob der Zustand der Leitungen oder die Bauarbeiten die Hauptursache für den Gasaustritt gesetzt haben, ist auch nach eingehender Untersuchung der Beweismittel nicht möglich“, teilte die Polizei Anfang Mai mit.

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt weiter gegen den durch die Explosion schwer verletzten Baggerführer wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung in vier Fällen sowie der fahrlässigen Körperverletzung. „Kernpunkt der andauernden Ermittlungen ist die Frage, ob der Baggerführer im Rahmen der Arbeitsausführungen ein sorgfaltswidriges Verhalten an den Tag gelegt hat“, sagte Müller-Rakow. Weitere Angaben wollte er mit Rücksicht auf die noch laufenden Ermittlungen in dem Fall nicht machen.

Itzehoe hatte nach der Katastrophe eine Welle der Hilfsbereitschaft erlebt. Ob Bett oder Sofa, Lampe oder Kühlschrank, Waschlappen oder Regenjacke: Aus der Stadt und aus dem ganzen Land kamen Sachspenden.

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