zur Navigation springen

Meisterschaften: Wilsteraner Judoka hat „sich teuer verkauft“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Der Weg ist das Ziel“ lautet eine frei übersetzte Lebensweisheit aus dem Taoismus. Sofia Ike aus Wilster strahlt trotz ihrer erst 14 Jahre eine Ruhe und Weisheit aus, wie man es von einem angehenden Zen-Meister erwarten würde. Man könnte meinen, dass sich die Schülerin des Sophie-Scholl-Gymnasiums in Itzehoe diesen Sinnspruch zu eigen gemacht hat. Neben dem beruflichen Ziel mal Kinderpsychologin zu werden, möchte sie zu den Dan-Trägerinnen im Judo zählen. Doch bis zum Studium und dem schwarzen Gürtel ist es für die Grüngurtträgerin noch ein weiter Weg.

In Osnabrück qualifizierte sich die leidenschaftliche Judoka mit einem dritten Platz bei den Norddeutschen Meisterschaften Anfang des Jahres automatisch für die Teilnahme an den Deutschen Judo-Meisterschaften im nordrhein-westfälischen Herne.

Große Chancen rechnete sich die Sportlerin aus der Marschenstadt, die mit neun Jahren zu der japanischen Kampfsportart kam, trotz ihrer Platzierungen auf dem Siegertreppchen beim Qualifizierungsturnier nicht aus. „Es ist mein erstes Jahr in der U18-Gruppe. Ich treffe dort auf Gegnerinnen, die deutlich älter sind und über mehr Erfahrungen verfügen“, so Sofia Ike. Ihre Hoffnungen beschränkte sie daher lediglich darauf, ein paar schöne Kämpfe bestreiten und Erfahrungen sammeln zu können sowie ohne Verletzungen wieder zu Hause anzukommen.

Für einen Podiumsplatz hat es für die Judoka des SC Itzehoe am Ende wirklich nicht gereicht. Gleich im ersten Kampf musste die junge Wilsteranerin gegen die zukünftige Deutsche Meisterin antreten und auch im zweiten Kampf bekam sie es mit einer sehr kampferfahrenen Kontrahentin zu tun. Dennoch sind Bruder Jonas (13), Vater Rüdiger, Mutter Khadija und ihre Trainerin Birgit Philipp, die mit zu den Meisterschaften gereist waren, mächtig stolz auf ihren Schützling. „Sie hat sich teuer verkauft und trotz der Niederlagen ganz hervorragende Kämpfe abgeliefert“, erzählt Rüdiger Ike.

Dass sie sich überhaupt für das Turnier qualifiziert hatte, sei bereits eine enorme Leistung gewesen, denn im vergangenen Jahr durfte die 14-Jährige nach einer Kieferoperation für ein halbes Jahr keinerlei Sport treiben. „Sofia ist in allen Lebensbereichen unglaublich diszipliniert“, sagt Mutter Khadija.

Mindestens zweimal in der Woche trainiert sie in der Judo-Sparte des Itzehoer Sport Clubs. Ihre sportlichen Leistungen brachten ihr darüber hinaus Einladungen zu Judo-Lehrgängen auf Landesebene ein. Es sind nicht alleine die Siege, die einen Spitzensportler auszeichnen, sondern auch wie er die Niederlagen bewältigt. Und das gelingt Sofia Ike recht gut. „Mit jedem Kampf sammle ich neue Erfahrungen. Auch wenn ich natürlich lieber gewinne, so ziehe ich jedoch auch aus den Niederlagen neue Kenntnisse“, sagt Sofia, die abseits des Kampfsports noch Geige im Schulorchester spielt, mit ihrem Bruder angeln geht und leidenschaftlich gerne Bücher liest.





zur Startseite

von
erstellt am 09.Mär.2015 | 09:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen