Wilsteraner Erfolge : Meisterhafte Boßel-Technik

Mit gewaltiger Sprung- und Wurfkraft befördert Maik Bruhn die Boßel 80 Meter weit.
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Mit gewaltiger Sprung- und Wurfkraft befördert Maik Bruhn die Boßel 80 Meter weit.

Maik Bruhn wird Deutscher Meister bei den Männern, Momme Neumann Vizemeister bei den Junioren.

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04. Juni 2014, 17:23 Uhr

Grandioser Erfolg für Wilsteraner Boßler: Maik Bruhn (20) wurde Deutscher Meister im Standboßeln der Männer, Momme Neumann (15) Vizemeister im Standboßeln der Junioren. Stolz halten beide ihre Gold-, beziehungsweise Silbermedaillen in Händen, die sie auch mit der jeweiligen Schleswig-Holstein-Mannschaft erhielten. Sowohl Maik Bruhn als auch Momme Neumann erreichte bei den 8. Deutschen Meisterschaften 2014 im Boßeln und Klootschießen auf Eidersteht seine persönliche Bestleistung. Insgesamt warf Maik Bruhn 240,35 Meter, vier Meter weiter als der ehemalige Deutsche Meister Frank Goldenstein aus Ostfriesland. Momme Neumann schaffte insgesamt 207,35 Meter und landete damit auf dem zweiten Platz. „Beide Jungs haben unglaubliche kognitive Fähigkeiten, das hat lange nicht jeder“, sagt Trainer Udo Brandt. Er ist sichtlich stolz auf beide, die mit von ihm ausgefeiltem Technik-Training ihr Boßelkönnen unglaublich steigern konnten.

Maik Bruhn boßelt schon, „seitdem ich laufen kann – mit zwei Jahren“. Sein Vater ist Jugendtrainer in Wesselburen. Von dort wechselter Maik Bruhn im Oktober vergangenen Jahres nach Wilster. Ebenfalls von den Eltern für den Sport begeistern ließ sich der Wilsteraner Momme Neumann, er begann im Alter von fünf/sechs Jahren. Das Training intensiviert, haben beide seit einem dreiviertel Jahr. „Wir hatten gemeinsame Trainingseinheiten, in der Regel zweimal die Woche“, erzählt Maik Bruhn, der in Itzehoe wohnt. Hinzu kamen im Winter noch Feldkämpfe am Wochenende. Wichtig jedoch war „erstmal generelles Technik-Training“.

„Als ich hier angefangen habe, habe ich erstmal rechts und links ins Gebüsch geworfen.“ Zu ungewohnt sei der neue Platz gewesen. Entsprechend galt es, an der Technik zu feilen. Und an der Kondition, denn Sprung- und Wurfkraft sind auch wichtig für das Boßeln. Seilspringen, Volleyball und Handball wirken da fördernd. Besonders geeignet aber ist das „Treppentraining“ für die Sprungkraft. „Wir haben an der Fußgängerbrücke das Lauf-Abc trainiert“, sagt Trainer Udo Brandt. Hinzu kam natürlich „Techniktraining ohne Ende – mit und ohne Kugel“. Was beide noch gelernt haben: Die Nerven unter Kontrolle halten, hochkonzentriert an den Start gehen und den Wurf blitzschnell durchziehen. Um beim Training die Technik gezielt verfeinern zu können, hat Udo Brand den Trainingsablauf per Video festgehalten. In Slow-Motion- und Stand-Bildern forschte er gemeinsam mit seinen Boßel-Schülern nach verbesserungsfähigen Nuancen im Lauf- und Wurfgeschehen. „Die Video-Analyse hat uns viel gebracht“, so Brandt. Das Resultat: Nach dem Winter gelangen Maik Bruhn Würfe von 80 Meter Weite und mehr. „Vorher war ich ein Mittelklassewerfer, gehörte in Dithmarschen zu den besten sieben oder acht“, erzählt er selbstkritisch. In Wilster habe er sich langsam gesteigert, so dass er „dieses Jahr die ersten großen Ergebnisse geworfen“ hat. Auch Momme Neumann war von seiner eigenen Stärke überrascht: Erstmals gelang es ihm weiter als 70 Meter zu werfen.

Trotzdem: Die Aufregung war groß als der Trainer und seine Boßelwettkämpfer in Simonsberg auf Eiderstedt eintrafen. Maik Bruhn startete als vorletzter Werfer vor Favorit Frank Goldenstein. Wie man sich dabei fühle, das könne man gar nicht beschreiben. „Die Emotionen vor Ort sind gewaltig – für Werfer, Trainer und alle Beteiligten“, sagt Udo Brandt. „Das ist schon großes Kino!“. Und Maik Bruhn pflichtet ihm bei: „Ja, das war schon cool.“ Der Erfolg für Maik Bruhn und Momme Neumann wurde natürlich gebührend gefeiert. Doch ausruhen werden sie sich nicht, das Training geht weiter – jetzt allerdings „nur“ einmal die Woche. Dann stehen ja noch die Unterverbandsmeisterschaften in Dithmarschen und in Steinburg an. Und, so Udo Brandt: „Nach der Deutschen Meisterschaft ist vor der Europameisterschaft.“ Die findet in zwei Jahren in Holland statt. Da möchten Maik Bruhn, Momme Neumann und Trainer Udo Brandt gern mit von der Partie sein.

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