Meister des Dixieland begeistern im Theater

Urgestein in der Jazzband: Reinhard Zaum.
Urgestein in der Jazzband: Reinhard Zaum.

shz.de von
09. Januar 2018, 05:00 Uhr

In den 60er Jahren kamen die Beatles in der Pause vom Star-Club auf die andere Straßenseite, um sich die Old Merry Tale Jazzband anzuhören. So jedenfalls erzählte es Reinhard Zaum im Theater Itzehoe. Seit 1959 in der Combo an Tuba und Bass aktiv, ist er die längste Konstante in der bekannten Hamburger Formation. Routiniert wie eh und je sang und moderierte er und spielte seine Instrumente beim Auftritt im Theater. Jürgen Hintsche am Banjo und Peter Mette am Klavier, seit 1960 beziehungsweise 1956 jazz-aktiv, gaben den soliden Rahmen für ein mitreißendes zweistündiges Konzert.

Als neuesten Zugang präsentierte die Combo Nils Conrad am Schlagzeug, der mit seinen 34 Jahren nach eigenen Angaben auf 30 Jahre Spielerfahrung zurückblickt. Rasant, brillant und vor allem mit Witz schwang er Sticks und Besen. Die erste Reihe teilten sich die Bläser Ansgar Adamski (Posaune), Thomas Niemand (Trompete) und Jan Carstensen (Klarinette, Saxophon). Hier ging auch meistens die Show ab, ob nun dreistimmig oder solo. Und die drei Musiker waren auch „hervorragend bei Stimme“, wie Zaum ankündigte, so dass sie auch mal einen Gesangspart übernahmen.

Die Traditional Old Merry Tale Jazzband ist Meister des Dixieland und begeisterte auch in Itzehoe ihr Publikum. Ralf Jansen war mit Partnerin und Eltern extra aus Flensburg angereist und ließ seiner musikalischen Leidenschaft freien Lauf. Thomas Klinkott aus Itzehoe hat die Combo bereits 1960 in Hamburg erlebt. „Wir waren damals ja ziemlich brav. Die Musik war umwerfend. Was haben wir geschwoft!“

Zum Programm damals wie heute gehörten „Hallo, kleines Fräulein – Gisela“ oder „Am Sonntag will mein Süßer mit mir...“. Und natürlich spricht Reinhard Zaum den Jazz auch „Jatz“ aus. Er selbst hat gute Erinnerungen an Itzehoe. „In den 70ern hat uns Peter Gerbers von der Theatervereinigung 70 regelmäßig ins Stadttheater eingeladen.“ Die Band ist oft mehrmals im Monat auf der Bühne.

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