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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 22:27 Uhr

Alles Käse : Meierhof Magnet für Region

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zahlreiche Gäste kamen zum symbolischen Biikebrennen in das Zentrum des schleswig-holsteinischen Käses.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 17:00 Uhr

Schon in den vergangenen Jahren wurde das „Symbolische Biikebrennen“ auf dem Meierhof Möllgaard ausgerichtet. In Hohenlockstedt kamen die Gäste vorher im kleinen Käsepesel im oberen Stockwerk ihres Geschäfts zusammen. In diesem Jahr reichte der Platz dafür nicht mehr aus. Fast 50 Gäste wurden deshalb in einem größeren Raum des Geschäfts platziert. Zahlreiche Redner würdigten das Wirken der Familie Möllgaard um das Bekanntmachen regional erzeugter Käsesorten. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Meierhof eine Förderung aus dem „EU-Zukunftsprogramm Ländlicher Raum“ erhielt.

Eingeleitet mit einer kleinen Feierstunde und musikalisch umrahmt von der Gruppe Two you, wollten die Geschäftsbetreiber damit auf die von ihnen neu eingerichtete „Käse-Infothek-e“ hinweisen, die gebündelte Informationen über das vielfältige Angebot an Käse in Schleswig-Holstein gibt. Zahlreiche Prominenz aus der örtlichen Politik würdigte das Wirken in kleinen Ansprachen vor dem Biikebrennen, das der Namensgeber für den „Biikesäis“ (friesisch für „Rauchkäse“) ist.

Detlev Möllgaard zeichnete die Entwicklung des Käses und der Käsestraße nach und kam zu dem Schluss: „Hohenlockstedt ist durch die Marke Käse noch bedeutender geworden.“ Den in der Nahrungsmittelindustrie weltweit agierenden Konzernen mit Einheitsgeschmack stellte die „Käsestraße“ nach seinen Worten kleine Betriebe mit regionalem Geschmack gegenüber, die auf individualisierte Herstellung und Vermarktung setzten. „So ist der Meierhof entstanden.“ Integriert sind mittlerweile Hofladen, Käsediele, Schaukäserei und Käsepesel mit einer Bibliothek. Diesem Angebot folgten mittlerweile Busgruppen, Urlauber und Tagesgäste. Eine „Käseschule“ werde wie ein Käseseminar aufgebaut. Fruchtbar sei dabei die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer und der Aktivregion Holsteiner Auenland.

Die Veranstaltung war auch ein Abschied. Nach zwölf Jahren der Zusammenarbeit übergab Detlef Möllgaard die Hauptverantwortung des operativen Geschäfts an seine Tochter Kirsten Möllgaard und bedankte sich bei ihr mit der Übergabe eines Motiv-Tellers.

Peter Levsen Johannsen, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, und Hermann-Joseph Thoben aus dem Ministerium für Ländliche Räume lobten den Mut, auf Augenhöhe mit Lebensmittelproduzenten zu agieren. „Das ist nordfriesische Mentalität.“ Jürgen Kütbach, Vorsitzender der Aktivregion Holsteiner Auenland, stellte fest: „Sie sind nach wie vor ein Magnet für die Region und die schleswig-holsteinische Antwort auf Tiroler Speck.“ Den touristischen Wert der Käsestraße lobte Hohenlockstedts Bürgermeister Jürgen Kirsten. „Hier wird eine Studie widerlegt, die feststellte, der touristische Wert Hohenlockstedts sei gleich null. Das stimmt ja nicht.“

Auch Schulleiter Heiko Gauert würdigte die Leistung der Käsevermarktung in Hohenlockstedt – auf plattdeutsch. Joachim Burgmeister, Vorsitzender der „Käsestraße“, betonte das große Ganze in der Käseherstellung und -Vermarktung. „Von Kleinbetrieben bis zur Großmolkerei gehören alle dazu.“

Im Anschluss an die Feierstunde mit Reden bildete die Jugendfeuerwehr Hohenlockstedt ein Fackel-Spalier und entzündete die Feuerkörbe für das Biikebrennen. Vier Stunden lang konnten die zahlreichen Besucher daraufhin Käsespezialitäten in uriger Atmosphäre genießen.

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