Nord-Ostsee-Kanal : Mehrkosten kein Thema

Mobilität und Modernität  im NOK habe Priorität, erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gestern nach einem Besuch der über 100 Jahre alten  Brunsbütteler Schleusenanlage.
Mobilität und Modernität im NOK habe Priorität, erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gestern nach einem Besuch der über 100 Jahre alten Brunsbütteler Schleusenanlage.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt spricht von Schleusenfertigstellung in Brunsbüttel im Jahr 2020. Eine mögliche Verteuerung der dritten Großen Schleuse werde der Bund tragen.

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01. März 2014, 08:00 Uhr

Lange hat man in der Schleusenstadt auf eine eindeutige Aussage gewartet. Gestern kam sie. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt betonte, die fünfte Schleusenkammer werde gebaut. Trotz möglicher enormer Kostensteigerungen. „Die werden vom Bund getragen“, erklärte der CSU-Politiker. Dobrindt sieht das erste Schiff bereits 2020 die dann neue dritte Großschleuse passieren.

Skepsis bleibt bei einigen Beteiligten dennoch. Kapitän Michael Hartmann, als Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK I ein Verfechter reibungsloser Abläufe der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt, sagt: „Das ist eine politische Aussage.“ Und weiter: „Das ist jetzt der dritte Verkehrsminister, der das sagt. Ich hoffe, es ist der letzte.“ Hartmann glaubt an die seit Jahren geforderte Baumaßnahme erst, wenn der erste Bagger auf der Mittelinsel zwischen Großen und Kleinen Schleusen die Schaufel ins Erdreich gräbt.

Bürgermeister Stefan Mohrdieck ist dagegen optimistischer. „Ich bin zufrieden, weil gesagt wurde, dass die Mehrkosten nicht zu Verzögerungen führen werden.“ Auch in der Wirtschaft warte man auf entsprechende Zeichen. Das habe Dobrindt offenbar erkannt.

Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde des Brunsbütteler ChemCoast Parks erklärte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass alle Unternehmen, die von der maritimen Welt abhängig seien, dies sicherlich positiv bewerteten. Allerdings sagte Schnabel auch: „Das Ganze sollte schon viel früher fertig sein. Jetzt muss der Zeitplan endlich mal eingehalten werden!“

Ob der Schleusenbau in Brunsbüttel tatsächlich um 110 Millionen Euro teurer wird und damit am Ende womöglich 485 Millionen kostet, sei noch offen, betonte der Minister und verwies auf das noch nicht abgeschlossene Ausschreibungsverfahren. Erst wenn ein Auftrag vergeben werde, stehe ein Preis fest, ergänzte Dr. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Die Bauindustrie habe in den Angeboten für sich einen Mehraufwand kalkuliert, weil Risiken in der Bauausführung befürchtet würden.

Landes-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) nimmt Dobrindt in die Pflicht: „Wir sehen hier viel Mobilität, aber wenig Modernität.“ Das müsse sich ändern.

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