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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 00:04 Uhr

Mehrheit für höhere Windmühlen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einwohnerversammlung für Neubau der Anlagen in Krempdorf / Gemeindevertretung will in nächster Sitzung entscheiden

von
erstellt am 19.Jan.2016 | 17:34 Uhr

Es gab viele Informationen zum Thema Windenergie, und es wurden viele Argumente pro und contra ausgetauscht. Über 70 Personen waren zur Einwohnerversammlung der Gemeinde Krempdorf gekommen. Am Ende der durchweg sachlichen Diskussion stimmte die Mehrheit dafür, dass die Planung für den Neubau des Windparks beginnen sollte.

Michael Lantau, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Horst-Herzhorn, beschrieb die Ausgangslage: „Nach dem jetzt gültigen Bebauungsplan hat die Gemeinde vor 13 Jahren die Anzahl der Windkraftanlagen auf neun, die genaue Lage der Mühlen und deren Gesamthöhe mit 100 Metern festgesetzt. Damit diese Festsetzungen entfallen und nach dem derzeitigen Landesrecht neue Anlagen geplant werden können, müsste der Bebauungsplan durch die Gemeindevertretung aufgehoben werden.“ Es gäbe zwar noch keine ausgewiesenen Windvorangflächen in gültigen Regionalplänen für Windeignungsgebieten, die voraussichtlich erst im nächsten Jahr durch den Landtag beschlossen werden, aber wo bestehende Anlagen vorhanden sind, können bereits jetzt Ausnahmen genehmigt werden. Dabei wird die Veränderung einer bestehenden Anlage (Repowering) im Genehmigungsverfahren wie eine Neuanlage bewertet.

Darüber, wie ein neuer Windpark auf dem Gebiet der jetzigen Anlagen an der Bahn zwischen Krempdorf und Elskop aussehen kann, referierten die Fachplaner Michael Schmidt und Hans Peter Looft. Beide arbeiten bei Ingenieursbüros, die sich auf die Planung von Windkraftanlagen spezialisiert haben. Michael Schmidt ging dabei auf die technischen Details und den Planungsablauf ein: „Das Ziel muss sein, bis Ende des Jahres eine Genehmigung zu erhalten, um mit gesicherten Erträgen kalkulieren zu können, denn danach regeln Angebot und Nachfrage den Energiepreis aus Windkraft. Dann haben wir noch zwei Jahre Zeit für die Finanzierung und Umsetzung.“ Nach seiner Planung sollen die jetzigen neun Anlagen vollständig zurückgebaut werden. Auf der Windeignungsfläche können dann zehn neue Anlagen entstehen. Windkraftanlagen werden heute mit einer Nabenhöhe von 137 Metern und einem Rotordurchmesser von 126 Metern gebaut, sodass sich eine Gesamthöhe von 200 Metern ergibt. Diese Anlagen haben dann eine Leistung von etwa vier Megawatt und können damit etwa doppelt so viel Energie erzeugen wie die bestehenden Windkrafträder. Als Besonderheit stellten die Planer eine „Bürgerwindmühle“ vor. Von den geplanten neuen Anlagen soll eine den Krempdorfer Bürgern als Eigentum angeboten werden. „Um das erforderliche Eigenkapital von etwa einer Million Euro zu beschaffen, können sich alle Bürger der Gemeinde daran beteiligen. Die Anteile werden in Tausenderschritten vergeben, so wie es in anderen Gemeinden bereits praktiziert wurde.“ „Die meisten Bedenken konnten heute ausgeräumt werden. Über das Landschaftsbild mit Windmühlen werden wir unterschiedlicher Meinung bleiben, aber in den Nachbargemeinden sehen wir bereits ähnliche Anlagen. Die Entwicklung darf nicht an uns vorbeigehen und die Ablagerung von Hamburger Hafenschlick ist für uns keine Alternative“, erklärte Gemeindevertreter Bernd Schwartkop. Nun muss sich die Gemeindevertretung in der nächsten Sitzung zu einem Beschluss durchringen, wie der Windpark Krempdorf weiter geplant werden soll.

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