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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 18:24 Uhr

Justiz : Mehrfachtäter erneut vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

26-Jähriger in Itzehoe wegen mehrerer Straftaten angeklagt . Prozess wird wegen fehlender Zeugen am 17. August fortgesetzt.

Zwei Körperverletzungen, dazu Urkundenfälschung und Fahren ohne Fahrerlaubnis wirft Staatsanwältin Maxi Wantzen einem heute in St. Michaelisdonn, früher im Raum Itzehoe lebenden 26-Jährigen vor. Die Verhandlung findet vor dem Amtsgericht Itzehoe statt.

Bei Gericht kennt sich der hafterfahrene Intensivtäter bestens aus. Zwölf Vorstrafen bringt der Angeklagte bis zum aktuellen Prozess mit. Seine kriminelle Karriere startete er 2009 mit 18 Jahren. Verkehrsdelikte und Gewalttaten von Körperverletzung bis hin zu räuberischer Erpressung prägen sein Sündenregister. Im Gefängnis holte er immerhin seinen Hauptschulabschluss nach, einen Beruf hat er noch nicht. Bis 2018 steht der 26-Jährige noch unter laufender Bewährung. Zuletzt stand er Ende Juni am Landgericht vor dem Richter. Da versuchte der leidenschaftliche Autofahrer seinen eingezogenen Führerschein vorzeitig zurückzuerlangen. Das klappte nicht, Richter Johann Lohmann legte seinerzeit sogar noch ein paar Monate Sperre oben drauf. Verloren hat der angeblich zuletzt von Hartz-IV lebende Audi-Fahrer seinen Führerschein im März 2016 bei einem missglückten Wendemanöver in der Edendorfer Landstraße in Itzehoe (wir berichteten).

Kurz bevor diese Straßenverkehrsgefährdung im November 2016 vor Gericht verhandelt werden sollte, wurde der 26-Jährige am 28. Oktober ohne Führerschein auf der Bundesstraße 5 in Nortorf gestoppt. Unter anderem dieser Verstoß ist nun Gegenstand des aktuellen Prozesses. ,,Ich hab überhaupt nicht darüber nachgedacht. Ich kenne mich da überhaupt nicht mit aus“, erklärte der Angeklagte vor Gericht. Das erscheint wenig glaubwürdig, denn allein seit 2015 wurde dem 26-Jährigen der Führerschein zweimal wegen Raserei zeitweilig entzogen. Gleichwohl gab er zu, ohne im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis zu sein, gefahren zu sein.

Zwei Tage später am 30.Oktober ließ der 26-Jährige es in der Itzehoer Diskothek Cheyenne Club krachen. 200 Euro will er verprasst haben und schwer betrunken gewesen sein. Nur noch dürftige Erinnerungen habe er an den Abend.

Zwei Zeugen, beide 17 Jahre alt, erinnerten sich dagegen genau, was geschah. ,,Wir waren auf der Tanzfläche, dann kam der Angeklagte. Er meinte, ich hätte irgendwas gelabert. Ich sagte, ich weiß nicht, wovon er redet. Dann hat er mich gewürgt. Ich hab keine Luft gekriegt“, berichtet der erste Zeuge. Sein Freund schlug daraufhin den Arm des Angeklagten nieder, woraufhin dieser ihm seine Faust ins Gesicht rammte.

Stark alkoholisiert wirkte der Angeklagte dabei nicht auf die beiden Zeugen, ebenso wenig wie auf einen 35-jährigen Security-Mitarbeiter der Diskothek. Als ,,leicht alkoholisiert“, stufte der im Umgang mit Alkoholisierten erfahrene Mann den damaligen Trunkenheitsgrad des Angeklagten ein. Nicht ganz unbedeutend für die zu klärende Frage einer eingeschränkten Schuldfähigkeit. Ein weiterer Zeuge, ein Freund des Angeklagten, sollte dazu ebenfalls aussagen, erschien aber trotz Ladung nicht bei Gericht.

Wohl unstrittig ist ein weiteres Vergehen des Angeklagten, das an Weihnachten 2016 aufflog: Der St. Michaelisdonner hatte gerade einen Audi A8 bekommen und bereits beim Tüv vorgestellt. Die Plakette von der Steinburger Zulassungsbehörde fehlte aber noch. Der 26-Jährige hatte aber noch eine aus Pinneberg zur Hand. Doch dies fiel Polizisten auf, weshalb nun auch Urkundenfälschung zur Anklage gehört. Da mehrere Zeugen fehlten, wird der Prozess am 17. August fortgesetzt.

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