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Ein Jahr als Bürgermeister : Mehr Werbung für die tiefste Landstelle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit einem Jahr ist Jens Tiedemann Bürgermeister von Neuendorf-Sachsenband. Auch künftig will er an Bewährtem festhalten – aber auch das schnelle Internet ins Dorf holen..

Jens Tiedemann ist seit sechs Jahren Mitglied der Gemeindevertretung von Neuendorf-Sachsenbande und wurde vor einem Jahr als Nachfolger von Axel Krohn zum Bürgermeister gewählt. Die beiden Namensträger des gut 500 Mitglieder zählenden Dorfs waren bis 2003 eigenständige Gemeinden. Querelen über die Namensgebung gehören der Vergangenheit an. „Das hat sich alles gut eingespielt“, ist Tiedemann dankbar.

Der neue Dorfchef war 2008 in die Gemeindevertretung gewählt worden und ist Abgeordneter der 2003 bei der Gemeindefusion gegründeten Aktive Bürger-Vereinigung (ABV). Sie war angetreten, um weitere Windkraftanlagen in der Gemeinde zu verhindern – ein Ziel, das erreicht wurde. Das angestrebte Repowering von sechs kleineren Altanlagen wurde durch das Nein gegen Windeignungsflächen verhindert. Am Rand des Gemeindegebiets stehen noch zwei Windkraftanlagen, die dem Windpark Moorhusen zugeordnet sind.

Der 50 Jahre alte Dorfchef ist gelernter Elektriker und jetzt als Techniker für Industrie-Elektronik tätig. Er ist verheiratet und Vater von zwei 13 Jahre alten Zwillingssöhnen. Neben Beruf und Ehrenamt findet er seinen persönlichen Ausklang als Biker auf seiner 1100er Kawasaki und als aktiver Jäger in der Jagdgemeinschaft Neuendorf.

Als Bürgermeister ist Jens Tiedemann bemüht, die erfolgreiche Politik seines Vorgängers Axel Krohn fortzusetzen. „Das machen wir alles so weiter“, verspricht er. Neu ist allerdings in diesem Jahr die Wiederholung eines Grillfests an der tiefsten Landstelle. „Dort wollen wir am 6. September feiern“, kündigte Tiedemann an. Überhaupt soll die tiefste Landstelle Deutschland mit 3,54 Metern unter Normalnull verstärkt beworben und vermarktet werden. Die Gemeinde hat einen weißen und einen dunklen Kaffeebecher mit dem Gemeindewappen, dem Hochwasserpegel der tiefsten Landstelle und einem QR-Code aufgelegt, mit dem man direkt auf die Homepage www.tiefstelandstelle.de kommt. Der dunkle zeigt seine Motive erst, wenn heißer Kaffee in den Becher gefüllt wurde. Auf der Homepage hat die Gemeinde jetzt ein Online-Gästebuch etabliert, das schon die ersten Einträge verzeichnen konnte. Die Souvenirs sind im Dückerstieg und bei der Wilstermarsch Service GmbH im Reisetreff Kohlmarkt 49 in Wilster erhältlich.

Gefeiert werden soll im kommenden Jahr das 125-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Neuendorf-Sachsenbande. Nach der Hauptversammlung am 2. Februar als Gründungstag der Wehr ist am 14. Februar ein Festakt im Dückerstieg geplant.

Für die Zukunft wünscht sich der Bürgermeister die Renovierung und den Erhalt der gemeindlichen Einrichtungen. Neben der tiefsten Landstelle erwähnt er in diesem Zusammenhang den Spielplatz mit Pavillon am Dückerstieg und die vielen Rastplatzeinrichtungen im Gemeindegebiet. Sein Ziel: „Der große Naherholungswert unserer Region soll unbedingt erhalten und, wenn realisierbar, auch verbessert werden.“ Außerdem wünscht er sich, dass noch mehr junge Menschen die Aktionen der Gemeinde unterstützen.

Um die Region auch technologisch attraktiver zu machen, ist das schnelle Internet ein Herzenswunsch des Dorfchefs und seiner Gemeindevertreter. Darüber hinaus wünscht sich Jens Tiedemann ein novelliertes Baurecht, das auch nicht privilegierten Bürgern die Möglichkeit gibt, in den Marschdörfern notwendige Baumaßnahmen zu verwirklichen. Damit könnte einem immer wieder beklagten Dorfsterben und einer Landflucht aktiv begegnet werden, argumentiert Jens Tiedemann.

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