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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 10:40 Uhr

feuerwehr : Mehr Training für den Ernstfall

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Orkantiefs stellten Glückstädter Feuerwehr auf die Probe. Amtswehrführer Wolfgang Kraus: Katastrophenschutz im Kreis muss verbessert werden.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 17:03 Uhr

324 Alarmierungen mit insgesamt 2 797 Einsatzstunden. Wehrführer Ties Tießen dankte auf der jüngsten Versammlung allen aktiven Kräften. 8 320 Aus- und Fortbildungsstunden wurden geleistet, das entspräche 1 390 Arbeitstagen oder fünf Vollzeitstellen zu acht Stunden.

„Wir haben uns zwölf Monate dank Euch sicher gefühlt“, würdigte auch Bürgermeister Gerhard Blasberg die Arbeit der Brandbekämpfer. Gleichzeitig erklärte er aber auch, dass man trotz guter Aufstellung beim Sturm „Xaver“ beinahe aufgeschmissen gewesen wäre. „Wir haben gute Leute, Sand und Säcke – aber noch nicht gefüllt. Einen Meter mehr Wasser am 6. Dezember und das wäre es gewesen.“ Blasberg und rechnete dieses Organisationsverschulden nicht der Feuerwehr an. Der Kreis hätte vernachlässigt, eine Sandsackabfüllmaschine zu beschaffen. Er plädierte für eine eigene stationäre Lösung.

Auch der Amtswehrführer des Amtes Horst-Herzhorn, Wolfgang Krause, sprach über „Xaver“. Es könne nicht sein, dass kein einziger gefüllter Sandsack bereitliege und erst bei bevorstehender Gefahr von den Feuerwehren mit großem Personalaufwand und per Hand gefüllt werden müsse. „Wenn es am Deich zur Sache geht, reden wir nicht von einigen hundert Säcken, sondern von Massen“, so Krause. Der Amtswehrführer räumte ein, dass zwar vor drei Jahren einmal die Deichverteidigung geübt wurde und jetzt im Herbst eine weitere Übung im Großraum Glückstadt anstehe. „Xaver hat uns aber mehr als deutlich vor Augen geführt, dass Übungen und Realität weit auseinander gehen und wegen der sehr schweren Sturmflut im Dezember hinsichtlich des Katastrophenschutzes im Kreis noch viel geklärt werden muss.“

Für den Kreisfeuerwehrverband Steinburg war Itzehoes Wehrführer Peter Happe gekommen, der die Folgen des Orkans „Christian“ ansprach. „Wir hatten einen fast 30-minütigen Alarmierungsausfall.“ Folglich seien die Feuerwachen besetzt worden, so dass Betroffene – wenn schon nicht telefonisch über 112 – eine persönliche Anlaufstelle hatten. Mit Blick auf die künftig auch bei der Itzehoer und Glückstädter Wehr zukunftsweisende Anschaffung von Wechsellader-Fahrzeugen sagte er, dass der Preis höher liege: statt 300 000 Euro jetzt 460 000 Euro. Deshalb werde das Vorhaben noch einmal ausgeschrieben. Happe informierte auch, dass der Kreisfeuerwehrverband jetzt auch über Facebook und Twitter erreichbar sei.

Hans-Jürgen Lutz, der seit Jahresbeginn kommissarischer Leiter der Polizeistation Glückstadt ist, konnte in seinen Grußworten nur die Aussage seiner Kollegen weitergeben: „Mir wurde bestätigt, dass Ihr eine professionelle Feuerwehr seid und die Zusammenarbeit hervorragend klappt“, so der aus Schafstedt stammende 52-jährige Hauptkommissar, der für den Ersten Hauptkommissar Ralf Kist eingesprungen war.

Wehrführer Tießen berichtete dann, dass die First Responder-Einsätze mit 74 Alarmierungen im Jahr 2013 zurückgegangen seien. Dafür stiegen die technischen Hilfeleistungen aufgrund der beiden Orkane von 89 auf 117. Wegen vermeintlicher Brände rückte die Wehr 81 Mal aus, wobei im Mittelpunkt der Wohnungsbrand mit einem Toten in Glückstadt-Nord und das Großfeuer im Borsflether Wisch standen. Gesellschaftliche Höhepunkte waren unter anderem das Maifeuer, der große Laternenumzug und die Blaulichtnacht.

„Bei diesem Einsatzaufkommen und Eurem Engagement sind wir uns darüber im klaren, dass wir alle Investitionen im Zusammenhang mit dem Brandschutz in unserer Stadt für uns tun“, dankte Gerhard Blasberg für die Arbeit und den spannenden Jahresbericht. Hinsichtlich des schleichenden demographischen Wandels meinte Blasberg , Verwaltung und Politik würden sich bereits Gedanken über Anreize zu einem Eintritt in die Feuerwehr machen.

Weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Wahl eines neuen Gruppenführers für die 3. Einsatzgruppe. Hier stimmte die Mitgliederversammlung mit 38 Ja- und fünf Nein-Stimmen für den Hauptfeuerwehrmann Niels Fares. Im weiteren Verlauf beförderten Ties Tießen und Peter Happe – teilweise in berufsbedingter Abwesenheit - folgende Brandbekämpfer: Sebastian Jark, Steffen Peters, Dana Blucha, Tuncer Bahtiyar, Timo Krombach und André Schillinsky (alle Feuerwehrmann bzw. –Frau), Phillip Klose, Steffen Knoop und Vanessa Westphal (Oberfeuerwehrmann bzw. –Frau), Florian Grüger (Hauptfeuerwehrmann), Hendrik Kruse (Löschmeister) und Volker Schott sowie Sven Tießen (Oberlöschmeister).

Geehrt wurden Niels Fares, Michael Scheppner, Christoph Gerulat, Claudia Gercken, René Haman, Steffen Knoop und Olessa Rensch (10 Jahre Mitgliedschaft), Holger Barkmann, Tobias Hidde und Otto Sierck (20 Jahre) Michael Grüger (25 Jahre) und Michael Knarr (40 Jahre). Eine besondere Ehrung wurde Werner Howaldt und Henry Kemm zuteil. Inzwischen Mitglied der Ehrenabteilung gehören sie der Glückstädter Wehr inzwischen 40 beziehungsweise 50 Jahre an.

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