Hühnerzüchter aus Rosdorf : „Mehr Tierwohl geht nicht“

Auf dem Störtal-Hof  in Rosdorf fehlt den Tieren nichts. Zuletzt stellte Hauke Vollstedt ein weiteres Hühnermobil (rechts) auf.
Auf dem Störtal-Hof in Rosdorf fehlt den Tieren nichts. Zuletzt stellte Hauke Vollstedt ein weiteres Hühnermobil (rechts) auf.

Aufgrund großer Nachfrage nach Eiern schafft der Rosdorfer Landwirt Hauke Vollstedt zweites Hühnermobil an

shz.de von
16. August 2018, 06:05 Uhr

Die Hühnercamper auf dem Störtal-Hof haben Zuwachs bekommen. Auf der Grünfläche zwischen Stör und Geesthang gackert jetzt ein zweites Hühnervolk. Die zusätzliche Eierproduktion soll für steten Nachschub im Störtal-Hofladen sorgen.

Wie schon ihre Vorgänger finden die braunen Legehennen Unterkunft in einem hochmodernen Hühnermobil. Als Landwirt Hauke Vollstedt Ende 2016 die erste futuristisch anmutende Kufen-Konstruktion auf seine Wiese stellte, drehten Passanten noch die Köpfe. Mit seinem mobilen Hühnerhaus galt er als Vorreiter in der Region. Aus neugierigen Betrachtern wurden bald treue Kunden, die den Anfahrtsweg zum Hofladen und einen moderat höheren Preis gern in Kauf nehmen, um Eier aus artgerechter Haltung auf dem Tisch zu haben. „Es gibt ganz deutlich den Verbraucherwunsch nach regionalen Produkten aus artgerechter Haltung“, bestätigt der Landwirt. Mit der mobilen Hühnerhaltung könne er dem im hohen Maß nachkommen: „Mehr Tierwohl geht wohl nicht.“

Allerdings überstieg die Nachfrage zuweilen die Legekapazitäten der Hühnerschar. Angesichts leerer Regale musste der Verzehr des Frühstückseis dann auf den nächsten Tag verschoben werden. Zwar seien die Störtal-Kunden nette Menschen, die dies ohne Murren hingenommen hätten, sagt Vollstedt. Trotzdem erwarb er im Sinne eines kontinuierlichen Angebots ein zweites Hühnermobil. Seitdem sich die braun gefiederten Junghennen dort eingemietet haben, kommen mehr Eier in die Körbchen des Hofladens und es ist Schluss mit den Eierengpässen. „Jetzt können wir die natürlichen Schwankungen in der Eierproduktion auffangen “, so der Landwirt. So seien etwa ältere Hennen nicht mehr so legefreudig, wie die jüngeren Kolleginnen. Auch die große Sommerhitze habe die Eierproduktion beeinflusst. Obgleich die isolierten Sandwichplatten der Hühnermobile rund ums Jahr für angenehme Temperaturen sorgen und eine Querlüftung ihnen frische Luft zufächelt, schalteten die Legehennen offenbar auf einen entspannten Sommermodus um. In Bewegung gerät die Gluckengruppe, wenn der Landwirt den Futtereimer rüttelt. In Erwartung des Leckerlis sammeln sich die Hennen zutraulich um seine Füße.

Gelernt haben sie auch, dass er mindestens einmal im Monat mit dem Traktor kommt, um die Kufenunterkunft an eine andere Stelle zu ziehen. So steht dem Federvieh immer eine frische Fläche zur Verfügung, und der Boden erhält eine gleichmäßige Düngung. Innen sind die Hühnermobile ganz auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen ausgerichtet. Vom Wecken am frühen Morgen mit sanft ansteigender Lichtstärke bis hin zu Sitzstangen mit vollautomatischen Tränken und Futtertrögen lässt die Ausstattung keine tierischen Wünsche offen.

Nach dem Frühstück begeben sich die Hennen in die weichen Familiennester, aus denen die Eier über eine Schräglage auf ein Eierband kullern. Nach der Arbeit folgt das Vergnügen – dies finden die Störtal-Hennen auf rund zwei Hektar Auslauffläche. Die per Hand eingesammelten Eier landen derweil legefrisch im Hofladen. Dort können sie zu den Geschäftszeiten per Selbstbedienung erworben werden. Das Zahlgeld wandert in eine Kasse, Wechselgeld steht in einem Marmeladenglas bereit. „Das läuft auf Vertrauensbasis und klappte bislang sehr gut“, bescheinigt Vollstedt seinen Eierkunden ein großes Maß an Ehrlichkeit.

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