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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 22:12 Uhr

Gesundheit : Mehr Platz für kleine Patienten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Klinikum können Mütter rund um die Uhr mit ihrem Kind in einem Zimmer sein, auch wenn das noch auf der Intensivstation liegt.

Eltern und Kind gehören zusammen – dieser Grundsatz gilt im Klinikum. Die Förderung der Eltern-Kind-Bindung hat daher einen hohen Stellenwert – vor allem im Perinatalzentrum, das über die höchste Versorgungsstufe für Frühgeborene verfügt. Dort konnte nach fünf Monaten Umbau-Zeit jetzt die neu gestaltete Intensivstation für Neu- und Frühgeborene bezogen werden – und die hat eine echte Besonderheit: „Es ist jetzt auch Rooming-In für Frühgeborene möglich“, erklärt Georg Hillebrand, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Eine Mutter kann also rund um die Uhr mit ihrem Kind im Zimmer sein, selbst wenn sich das Baby noch in Intensivbehandlung befindet und beatmet werden muss. Bislang konnten Mütter ihre Kinder zwar so oft sie wollten von der Wöchnerinnen-Station aus besuchen, waren aber nicht mit ihnen in einem Zimmer untergebracht. „Jetzt ist noch mehr Nähe möglich“, betont Hillebrand. Damit verfüge Itzehoe über ein Alleinstellungsmerkmal, betont Uwe Heilenkötter, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. „Wir sind das erste Perinatalzentrum Level 1 in Schleswig-Holstein mit Rooming-In-Zimmern.“

Die kleine Alicia, die neun Wochen zu früh zur Welt kam, und ihre Mutter genossen die gemeinsame Zeit sehr. „Ich finde es sehr schön, dass wir zusammen sein können“, sagt die 34-Jährige. „Die Zimmer sind perfekt, man fühlt sich fast wie im Hotel.“

Das liegt auch daran, dass die Zahl der Zimmer von vier auf sechs erhöht wurde – bei gleich gebliebener Bettenzahl. „Es gibt jetzt also mehr Platz und Privatsphäre in den Zimmern“, sagt Hillebrand. Eine neue Monitoring-Anlage sorgt dafür, dass die Vitalfunktionen der Frühgeborenen kontinuierlich überwacht werden, ohne dass es dabei laut wird. Denn das akustische Signal wird direkt an die Pfleger weitergeleitet. „Wir bemühen uns, in den Zimmern eine ruhige, gedämpfte Stimmung zu schaffen“, betont Hillebrand.

Außerdem wurden zwei Zimmer eingerichtet, die mit einer Schleuse zur Isolierung ausgestattet sind. So kann das Personal schnell reagieren. „Wir hatten hier zum Glück noch keine Probleme mit Keimen“, betont er. Das liege auch daran, dass es gute vorbeugende Maßnahmen wie etwa ein Screening gibt. „Aber falls doch einmal ein Keim nachgewiesen werden sollte, können wir die Patientinnen gut isolieren und so eine Weiterverbreitung vermeiden.“

Da das Stillen im Klinikum, das als babyfreundliche Geburtsklinik zertifiziert ist, besonders gefördert wird, freut sich Hillebrand über einen der Nebenräume, der entstanden ist: Eine „Milchküche“, in der Muttermilch gut gelagert und aufbereitet werden kann.

Die Intensivstation ist zwar vorwiegend für Neugeborene und Frühchen eingerichtet, aber es stehen auch zwei Plätze für Kinder-Intensivmedizin zur Verfügung – etwa für Kinder mit einer schweren Lungenentzündung oder nach einem Verkehrsunfall. „Sie sind räumlich von den Neugeborenen abgegrenzt, aber sehr kindgerecht eingerichtet“, erklärt Hillebrand.

Im Zuge des Umbaus ist ein weiterer moderner Kreißsaal entstanden, „um weiter mit den guten Geburtenzahlen Schritt zu halten“, so Hillebrand. In einem letzten Abschnitt wird nun zudem die Modernisierung des Operationssaals umgesetzt, in dem Kaiserschnitte ausgeführt werden.

Insgesamt sind für den Umbau 1,8 Millionen Euro veranschlagt, davon fördert das Land 1,2 Millionen Euro. Für den letzten Bauabschnitt sind weitere 530  000 Euro eingeplant.


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