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Norddeutsche Rundschau

22. November 2017 | 10:35 Uhr

Angeschoben : Mehr Platz für Firmen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erster Schritt: Stadt will vorhandene Flächen im  Innovationsraum durch neuen Bebauungsplan nutzen.

von
erstellt am 04.Mai.2017 | 05:00 Uhr

Auf der einen Seite residieren das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie Isit und eine Reihe weiterer Betriebe. Auf der anderen Seite des Innovationsraums haben sich einige Unternehmen an der Zusestraße niedergelassen. Dazwischen ist viel grüne Wiese. Diese will die Stadt jetzt für Ansiedlungen erschließen. Denn: „Wir haben kaum noch erschlossene Gewerbeflächen im städtischen Eigentum“, sagt Thomas Carstens, Wirtschaftsförderer im Rathaus.

Rund 60 Unternehmen mit 1400 Mitarbeitern, so der Ende 2016 vom Innovationszentrum Izet ermittelte Stand, sind derzeit im Innovationsraum ansässig. Eine positive Entwicklung – so positiv, „dass in absehbarer Zeit keine erschlossenen Flächen in geeigneter Größe für Neuansiedlungen zur Verfügung stehen werden“. Auch für die Erweiterung bestehender Betriebe gebe es nur beschränkte Möglichkeiten. Ziel ist jetzt, „durch geschickte Neuordnung der Straßenführung ein zeitgemäßes Flächenangebot“ zu schaffen. So steht es in der Sitzungsvorlage für den Stadtentwicklungsausschuss, der die nötigen Schritte einleitete: Für ein rund 16 Hektar großes Areal wird der neue Bebauungsplan Nr. 162 erstellt. Zwar gibt es für das Gebiet schon B-Pläne, die aber haben „entsprechend ihrer Entstehungsgeschichte bisher nur größere Grundstücke“ vorgesehen, wie es in der Vorlage heißt.

Das letzte erschlossene städtische Grundstück an der Zusestraße sei fast verkauft, sagt Carstens. „Wir müssen uns beeilen, damit wir etwas anbieten können.“ Private Gewerbeflächen gebe es zwar noch, deren Eigentümer wollten aber damit auch Geld verdienen. Die Stadt könne Interessenten nur vermitteln, „das führt nicht immer unbedingt zu Erfolgen“, so der Wirtschaftsförderer. Deshalb brauche die Stadt selbst marktgerechte Grundstücke. In den Haushalt für dieses Jahr wurden 2,5 Millionen Euro eingestellt, um Gewerbeflächen zu entwickeln. Diese Mittel gelte es richtig zu platzieren: „Wir werden nicht alles gleichzeitig machen können.“

Das kurzfristige Ziel ist die Erschließung der Wiesen im Innovationsraum, voraussichtlich über eine Verlängerung der Fraunhoferstraße. Einerseits wird der B-Plan vorbereitet, andererseits wird die Ausschreibung angeschoben, um die Erschließung mit Straßen und Kanälen zu planen. Carstens hofft dafür auch auf Fördermittel des Landes, eine Grundlage dafür ist allerdings der Bebauungsplan, zudem gehört noch nicht alles der Stadt. In jedem Fall könnten die künftigen Flächen nicht mehr – wie bisher – für 23 Euro pro Quadratmeter angeboten werden, denn die Kosten müssten gedeckt werden. „Wir orientieren uns an Preisen, die im Umfeld gefordert werden“, sagt Carstens.

Parallel läuft die Arbeit am Konzept für die Gewerbeflächen-Entwicklung in der Region (Gefek). Auch eine mögliche Erweiterung des Gewerbegebiets am Dwerweg sei im Blick, so der Wirtschaftsförderer. Er kann sich schon deshalb nicht nur auf den Innovationsraum konzentrieren, weil dort nicht jede Ansiedlung möglich ist. Gleichwohl seien die aktuellen Pläne „der erste wesentliche Schritt, um das Thema Gewerbeflächen-Entwicklung voranzutreiben“.

Auch in Zukunft spiele der Innovationsraum bei dieser Frage eine große Rolle. Eine Vergrößerung in den Bereich der Nachbargemeinden ist denkbar, aber Verhandlungssache. Wenn „überzogene Forderungen“ im Raum stünden, könne auch über eine Erweiterung in die andere Richtung nachgedacht werden: nach Süden auf städtischem Gebiet Richtung Heiligenstedtener Holz.

Und das sagt Professor Dr. Ralf Thiericke, Leiter des Innovationszentrums Izet, zum Thema:

Herr Thiericke, wie dringend ist auf einer Skala von 1 bis 10 die Schaffung neuer Gewerbeflächen in Itzehoe?
Thiericke: 9 bis 10. Bis zur Marktreife neuer Gewerbeflächen gehen schnell ein paar Jahre ins Land. Wir sollten keine Minute warten und jetzt die Weichen stellen.


Wofür werden besonders Flächen benötigt: die Ansiedlung neuer Firmen oder eher die Umsiedlung und Erweiterung Itzehoer Betriebe?

Für beide Bereiche. Besonders wichtig ist, dass für Gewerbekunden Flächen mit hoher Attraktivität, also Autobahnnähe, Top-Infrastruktur wie zum Beispiel Breitbandanbindung, geeignetes Umfeld und Anpassbarkeit an gewünschte Nutzungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Was ist neben der Schaffung geeigneter Gewerbeflächen kurzfristig noch zu tun?

Neben der Flächenattraktivität werden zunehmend weiche Faktoren für Unternehmen wichtig. Ganz vorne stehen die regionale Verfügbarkeit von Fachkräften, die Einbindung in gut funktionierende Netzwerke und eine erstklassige Betreuung der Unternehmen. Wir sollten ein Rundum- Sorglos-Paket anbieten und dies auch laut kundtun, um uns im Wettbewerb der Standorte besonders hervorzuheben.

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